Armutsbericht unterstützt AK-Position: Keine Budgetkonsolidierung auf Kosten der Ärmsten

Linz (OTS) - Wie der neue Armutsbericht der Statistik Austria
zeigt, können über 500.000 Menschen in Österreich (das sind 48 Prozent mehr als 2005) die Grundbedürfnisse nicht erfüllen. Im wohlhabenden Österreich sind insgesamt eine Million Menschen (etwa zwölf Prozent der Bevölkerung) armutsgefährdet. Ohne Sozialleistungen wären es doppelt so viele. Denn staatliche Transfers bieten einen gewissen Schutz vor Armut. Einschnitte im Rahmen der Budgetkonsolidierung auf Kosten der Armen und der Arbeitnehmer/-innen sind deshalb klar abzulehnen.

Einsparungen bei der sozialen Sicherung treffen arme Menschen überdurchschnittlich hart. Auf der anderen Seite geben Menschen mit geringem Einkommen jeden Euro aus, den sie zur Verfügung haben und kurbeln so die Wirtschaft an. Ein starker Sozialstaat wirkt sich also nicht nur für den Einzelne, sondern für die gesamte Gesellschaft positiv aus. "Die Schuldenbremse darf nicht zu weiteren Einschnitten bei den Armen oder den Beziehern mittlerer Einkommen führen", so AK-Präsident Dr. Johann Kalliauer.

Von Armutsgefährdung spricht man laut Statistik Austria, wenn jemand weniger als 60 Prozent des Medianeinkommens zur Verfügung hat. Im Jahr 2010 lag diese Schwelle bei einem Einpersonenhaushalt bei monatlich 1.031 Euro netto (zwölf Mal pro Jahr). Der aktuelle Armutsbericht liefert auch erste Informationen über die Auswirkungen der Krise auf die Armut in Österreich. Dramatisch zugenommen hat die Zahl der "verfestigt" armen Menschen, die Grundbedürfnisse z.B. Beheizen der Wohnung, Kauf neuer Kleidung etc. aus finanziellen Gründen nicht mehr decken können: 2005 waren es noch 344.000 Betroffene, 2010 schon 511.000 - eine Steigerung um 48 Prozent.

"Armut und soziale Ungleichheit sind nicht nur für die Betroffenen dramatisch, sie untergraben auch den gesellschaftlichen Zusammenhalt sowie den sozialen Frieden und fördern antidemokratische Strömungen. Statt der Schuldenbremse sollten deshalb besser soziale Grundrechte in der Verfassung verankert werden", fordert Kalliauer.

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