- 03.01.2012, 10:01:12
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Alle Jahre wieder: Der ungesunde Neujahrsvorsatz Diät
Wiener Programm für Frauengesundheit: Kurzfristige Diäten machen dick und schaden der Gesundheit
Wien (OTS) - Vorsätze zu Neujahr haben lange Tradition, einer hat
das Zeug zum Dauerbrenner: Abnehmen und Gewicht reduzieren.
Diätempfehlungen haben gerade zu Jahreswechsel Hochkonjunktur.
Zeitschriften und Magazine sind voll mit Rezepten und
Motivationsaufrufen zum Abnehmen. Leider wird dies oft mit
kurzfristiger Nahrungseinschränkung oder Crash-Diäten versucht. Von
Über- aber auch von Normalgewichtigen. Und das kann bei beiden nicht
nur der Gesundheit schaden, sondern zu Gewichtszunahme führen.
Diäten fördern den Jojo-Effekt und Adipositas
Die kurzfristige Einschränkung der Ernährung, wie sie in Form von
Diäten betrieben wird, ist nicht dazu geeignet, dauerhaft und
nachhaltig Gewicht zu verlieren, sondern im Gegenteil, zuzunehmen.
Immerhin haben mehr als 50 Prozent der Normalgewichtigen und 85
Prozent% der Menschen mit Adipositas schon Diäterfahrungen und viele
Kilos verloren - und diese innerhalb kürzester Zeit wieder
zugenommen. In diesem Zusammenhang stellt der erste österreichische
Adipositasbericht fest: Erfolglose Diätversuche sind eine
Determinante für die Entstehung von Adipositas.
Das Wiener Programm für Frauengesundheit ist seit vielen Jahren mit
dem problematischen Themenkreis der Gewichtsabnahmen zur Erreichung
eines bestimmten Schönheitsideals befasst. ExpertInnen sind sich
einig: Diäten -insbesondere Blitzdiäten - sind der Einstieg für
Essstörungen. Aus diesem Grund gilt auch heuer: Vorsicht vor Diäten,
die rasche Gewichtsabnahmen versprechen.
Untergewichtige Schönheitsideale produzieren Essstörungen
"Die Debatte um eine Übergewichts-Pandemie in der westlichen Welt und
die starke Medikalisierung des Themas Gewicht greifen zu kurz. Bei
allen gesundheitlichen Problemen, die Adipositas unbestritten mit
sich bringt, dürfen wir nicht übersehen, dass die rigide
Einschränkung des Essverhaltens auch zu Essstörungen führen kann",
betont die Wiener Frauengesundheitsbeauftragte Univ.-Prof.in Beate
Wimmer-Puchinger. "Auch die vielfältigen wirtschaftlichen Interessen,
die hier eine Rolle spielen, müssen offen angesprochen werden:
Einerseits wird viel Aufwand betrieben, auch ungesunde und
dickmachende Lebensmittel optimal zu vermarkten, und andererseits
haben ganze Industriezweige ein massives Interesse daran, dass wir
mit unseren Körperformen und Körpergewicht unzufrieden sind und mit
Unterstützung von Diätprodukten, Medikamenten oder gar chirurgischen
Eingriffen einem vermeintlichen Schönheitsideal näher kommen."
Es ist zu einfach, Dünne automatisch für gesund und Dicke für krank
zu erklären. Mehrere Studien zeigen, dass zu dünn nicht unbedingt
gesund ist: Eine Studie an einer Million AmerikanerInnen zeigte, dass
ein Body Mass Index (BMI) von 23,5 bis 24,9 bei Männern und von 22,0
bis 23,4 bei Frauen der Gesundheit am zuträglichsten war. Gerade bei
älteren Menschen zeigt sich, dass Untergewichtige ein höheres
vorzeitiges Sterberisiko haben. Der optimale BMI bei Menschen ab 65
Jahren lag der Studie zufolge zwischen 27 und 30, ab einem BMI von 32
stieg die Mortalität wieder stark an.
Auch Forscher der Albert-Einstein-Universität für Medizin in New York
konnten in einer Fünfjahresstudie an 5.440 Personen keinen
generalisierten Zusammenhang zwischen Fettleibigkeit und
Herzproblemen feststellen. Ein beträchtlicher Teil an Übergewichtigen
war gesund, während etliche Normalgewichtige kardiovaskuläre Probleme
auswiesen.
Rückfragehinweis:
Michaela Langer Stv. Leiterin des Wiener Programms für Frauengesundheit Tel.: 01-4000 87161 Fax: 01-4000/99 87168 E-Mail: [email protected] Web: www.frauengesundheit-wien.at
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