Tumpel zur Arbeitslosigkeit: "Positive Tendenz jetzt nicht kaputt sparen"

Noch immer 50.000 Arbeitssuchende mehr als vor der Krise - AK Präsident verlangt Fortsetzung der bisherigen Arbeitsmarktpolitik

Wien (AK) (OTS) - Als positiv bewertet es AK Präsident Herbert Tumpel, dass wenigstens diesen Dezember die Gesamtzahl der Arbeitssuchenden im Vergleich zum Vorjahresmonat leicht gesunken ist. Freilich sieht er keinen Grund zur Entwarnung: "Bisher ist es gelungen, das Budget für aktive Arbeitsmarktpolitik stabil zu halten. Sollte es jetzt aber zu generellen Budgetkürzungen nach der Rasenmähermethode kommen, würde der Arbeitsmarkt kaputtgespart." Nach wie vor, erinnert Tumpel, sind in Österreich um gut 50.000 Menschen mehr auf Arbeitssuche als vor der Krise. Deshalb müsse es gleichzeitig zu den Konsolidierungsbemühungen sichtbare Investitionen in Zukuntsbereiche geben, und die Arbeitsmarktpolitik müsse ihre Aufmerksamkeit auf Gruppen mit besonderen Bedürfnissen richten, etwa auf Jugendliche ohne Berufsausbildung, Ältere, Frauen und Niedrigqualifizierte.

Um die Herausforderungen auf dem Arbeitsmarkt zu bewältigen, verlangt Tumpel weiterhin ausreichend Mittel für aktive Arbeitsmarktpolitik. Phasen der Arbeitslosigkeit sollen besser genutzt werden können, um zusätzliche Qualifikationen und einen Berufsabschluss zu erwerben. Ebenso müssen wirksame Maßnahmen gesetzt werden, damit Ältere länger in Beschäftigung bleiben können. Zusätzlich muss die Möglichkeit geschaffen werden, dass auch teilzeitbeschäftigte Frauen hochwertige, geförderte Weiterbildungsmaßnahmen in Anspruch nehmen können.

Um Beschäftigung und Wachstum nicht abzuwürgen, sei neben aller Konsolidierung eine Strategie für mehr Wachstum, Beschäftigung und bessere Verteilung nötig, so Tumpel. Der AK Präsident fordert sichtbare Investitionen in Zukunftsbereiche wie Bildung, Wissenschaft und soziale Dienstleistungen: "Genau hier gibt es noch Potenzial für neue Arbeitsplätze."

Vor allem darf die private Nachfrage nicht verringert werden. Das, so Tumpel, sei möglich, wenn Steuerlücken im Vermögensbereich geschlossen werden. Immerhin gehören die vermögensbezogenen Steuern in Österreich zu den niedrigsten in der EU.

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