Kaske: Aktive Arbeitsmarktpolitik nicht durch Sparpakete konterkarieren

EU-Strategie für mehr Beschäftigung und Verteilungsgerechtigkeit nötig

Wien (OTS/vida/ÖGB) - "Trotz der geringfügig rückläufigen Arbeitslosenquote Ende Dezember können wir am heimischen Arbeitsmarkt 2012 leider mit keiner Entspannung rechnen", sagt ÖGB-Arbeitsmarktsprecher und vida-Vorsitzender Rudolf Kaske zu den Arbeitsmarktdaten für Dezember 2011. Inklusive der SchulungsteilnehmerInnen waren Ende Dezember 2011 360.583 Personen als arbeitslos registriert. Das bedeutet einen Rückgang der Arbeitslosigkeit im Vergleich zum Dezember 2010 um 0,8%. "In diesen schwierigen Zeiten gilt es, die richtigen arbeitsmarktpolitischen Initiativen zu setzen", verlangt Kaske. Auf EU-Ebene müsse der angekündigte Fonds zur Bekämpfung der Jugendarbeitslosigkeit umgesetzt werden. "Zusätzlich braucht es EU-weit eine Offensive für Wachstum, Beschäftigung und Verteilungsgerechtigkeit. Nur an Schuldenbremsen herumzudoktern ist keine Vorwärtsstrategie", sagt Kaske.++++

Für dieses Jahr befürchten die Wirtschaftsforscher in Österreich einen Anstieg der Arbeitslosigkeit auf ein ähnliches Niveau wie im Krisenjahr 2009. "Bereits in den vergangenen Monaten ist die Arbeitslosigkeit sowohl bei den Niedrigqualifizierten als auch bei den Hochqualifizierten angestiegen. An beiden Enden wird die Luft für die ArbeitnehmerInnen dünner", sagt Kaske. Neben einem qualitativ hochwertigen Qualifizierungsangebot für Arbeitslose brauche es verstärkt Weiterbildungsmöglichkeiten für Menschen, die eine Beschäftigung hätten, aber von Arbeitslosigkeit bedroht seien.

"Damit auch Menschen mit geringer Qualifikation und niedrigerem Einkommen die Bildungskarenz nützen können, muss diese auf ihre Bedürfnisse angepasst werden", sagt Kaske. Konkret verlangt er die Einführung eines Mindest-Satzes beim Weiterbildungsgeld in Höhe des durchschnittlichen Arbeitslosengeldes und die Förderung der Ausbildungskosten während der Bildungskarenz für Personen mit geringer Qualifikation.

Alternsgerechte Arbeitsplätze sind Voraussetzung für Reduzierung der Frühpensionen

Im Zuge der Diskussion um die Schuldenbremse haben viele Politiker die Abschaffung der Frühpensionen als "ein Allheilmittel" entdeckt. "Ein "Reality-Check" in den Betrieben zeigt, dass vielfach alternsgerechte Arbeitsplätze fehlen. Hier gibt es großen Handlungsbedarf - bei den ÖBB, aber auch im Tourismus und vielen anderen Bereichen", erklärt Kaske. Für die ÖBB verlangt Kaske zudem die Ermöglichung der Altersteilzeit. "Was anderswo geht, muss auch bei den ÖBB erlaubt sein."

Neu- und Wiedereinstieg gut vorbereiten durch innovative Arbeitsmarktpolitik

"Der Wiedereinstieg von Frauen darf kein beruflicher Abstieg sein. Da sind die Unternehmen gefordert, die Wiedereinsteigerinnen oft auf wenig anspruchsvolle Jobs verweisen, aber auch das AMS. Das Ziel, 50 Prozent des Mitteleinsatzes für Frauen aufzuwenden, wurde 2011 nicht erreicht", sagt Kaske. Ein Eingehen auf die Bedürfnisse der Arbeit Suchenden statt "Kurse, um die Menschen in Bewegung zu halten", erhofft sich Kaske auch für die Jugendlichen und MigrantInnen. "Projekte wie das Jobcoaching und die bessere Anrechnung von Qualifikationen, die im Ausland erworben wurden, sind Schritte in die richtige Richtung", erklärt der Gewerkschafter.

Beschäftigung und Verteilungsgerechtigkeit EU-weit auf die Agenda setzen

Sowohl in Österreich als auch im gesamten EU-Raum brauche es abseits der Diskussion um Schuldenbremsen eine Wachstums- und Beschäftigungsstrategie. "Um sinnvolle Investitionen in Zukunftsbereiche zu finanzieren, sind die Einführung der Vermögensteuer und auf EU-Ebene die Finanztransaktionssteuer ein Gebot der Stunde", so Kaske abschließend.

Offenlegung gemäß Mediengesetz, § 25:
Verlag des Österreichischen Gewerkschaftsbundes GmbH, 1020 Wien, Johann-Böhm-Platz 1. Unternehmensgegenstand: Herstellung und Verbreitung literarischer Werke aller Art, Datenverarbeitung für Dritte, Handelsgewerbe und Handelsagenden, Werbung und Marktkommunikation. Geschäftsführung: Mag. Gerhard Bröthaler, MBA, DI (FH) Roman Grandits. Gesellschafter: Österreichischer Gewerkschaftsbund, Österreichische Gewerkschaftliche Solidarität Privatstiftung. Sitz: Wien. Betriebsgegenstand: Herstellung und Verbreitung sowie der Verlag literarischer Werke aller Art, insbesondere von Büchern, Zeitungen und Zeitschriften, Kunstblättern, Lehrmitteln und Buchkalendern; die Erbringung von Dienstleistungen in der Informationstechnik, der Handel mit dem Betriebsgegenstand dienenden Waren sowie das Ausüben der Tätigkeiten einer Werbeagentur. Die Blattlinie und grundlegende Richtung entsprechen jenen Grundsätzen, die in den Statuten und der Geschäftsordnung des Österreichischen Gewerkschaftsbundes (Fassung gemäß Beschluss durch den 17. Bundeskongress des ÖGB) festgehalten sind.

Rückfragen & Kontakt:

vida-Öffentlichkeitsarbeit
Martina Fassler
martina.fassler@vida.at
Tel: 0664/614 57 32
www.vida.at

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | NGB0001