• 28.12.2011, 09:36:13
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Hepatitis C: Gezielte Behandlungsmöglichkeiten für Patienten mit Neuinfektion

Wien (OTS) - Rund 30 Prozent aller akuten Hepatitis-C-Erkrankungen
heilen von alleine aus, 70 Prozent werden chronisch. Eine Prognose
über den Verlauf war bisher jedoch nur eingeschränkt möglich. Die
PatientInnen mussten sich daher häufig einer langwierigen und teuren
Therapie, bei der mit zahlreichen Nebenwirkungen zu rechnen ist,
unterziehen. Jetzt hat ein ForscherInnen-Team der MedUni Wien zwei
Faktoren beschrieben, die eine Vorhersage des Krankheitsverlaufes und
damit eine zielgerichtete Therapie möglich machen.

Das Team um den Hepatologen Harald Hofer von der
Universitätsklinik für Innere Medizin III hat nachgewiesen, dass die
Kombination aus zwei Merkmalen hilfreich ist, eine so genannte
spontane Ausheilung vorauszusagen. Hofer: "Ein Polymorphismus im
IL28B Gen, ein genetisches Merkmal, und das Interferon-gamma
induzierbare Protein-10 (IP-10) haben Einfluss auf die spätere
Entwicklung der akuten Hepatitis C Virus Infektion. Wenn ein Patient
eine gute Konstellation beider Merkmale besitzt, die sich im
Blutbefund nachweisen lassen, ist eine spontane Ausheilung sehr
wahrscheinlich."

Das belegen die Ergebnisse der österreichweiten, multizentrischen
Untersuchung von PatientInnen mit akuter Hepatitis C unter Leitung
der MedUni Wien, die jetzt im renommierten amerikanischen Fachmagazin
Gastroenterology publiziert wurde.

Behandlung mit zahlreichen Nebenwirkungen
Damit könnte die Therapie zielgerichteter eingesetzt werden und
einem Teil der Betroffenen erspart bleiben. Derzeit werden die
PatientInnen 24 Wochen lang mit Interferon-alpha, das antiviral wirkt
und das Abwehrsystem anregt, behandelt. Die Therapie sieht eine
Injektion pro Woche vor. Ziel ist es, dass sechs Monate nach der
Beendigung der Therapie kein Virus mehr nachweisbar ist. Die
Behandlung ist mit hohen Kosten und zahlreichen Nebenwirkungen
verbunden. Die PatientInnen zeigen häufig grippeartige Symptome wie
Fieber, Gliederschmerzen, Kopfschmerzen, neigen zu Müdigkeit und
Haarausfall, dazu kann es zu Fehlfunktionen der Schilddrüse kommen.
Häufig ist die Therapie auch von Depressionen und Angstzuständen
begleitet.

"Die rechtzeitige Therapie der akuten Hepatitis C ist von großer
Wichtigkeit, weil dadurch ein Übergang in eine chronische Erkrankung
verhindert werden kann." so Hofer. An der Klinischen Abteilung für
Gastroenterologie und Hepatologie der Universitätsklinik für Innere
Medizin III werden derzeit mehrere hundert Patienten mit chronischer
Hepatitis C pro Jahr behandelt.

Hepatitis C ist eine Entzündung der Leber aufgrund einer Infektion
mit dem Hepatitis-C-Virus. Die Übertragung erfolgt hauptsächlich über
direkten Kontakt mit kontaminiertem Blut oder Blutprodukten.
Risikogruppen sind vor allem Drogenabhängige, die Spritzen mit
anderen teilen. Eine Übertragung im Alltag ist praktisch nicht
möglich.

Service: Gastroenterology
"Serum Level of IP-10 Increases Predictive Value of IL28B
Polymorphisms for Spontaneous Clearance of Acute HCV Infection." S.
Beinhardt, J. H. Aberle, M. Strasser, E. Dulic-Lakovic, A. Maieron,
A. Kreil, K. Rutter, A. F. Staettermayer, C. Datz, T. M. Scherzer, R.
Strassl, M. Bischof, R. Stauber, G. Bodlaj, H. Laferl, H. Holzmann,
P. Steindl-Munda, P. Ferenci, H. Hofer.
doi:10.1053/j.gastro.2011.09.039

Rückfragehinweis:

Medizinische Universität Wien
   Mag. Johannes Angerer
   Leiter Abteilung Öffentlichkeitsarbeit, Sponsoring, Fundraising 
   Tel.: +431 40160 - 11 501
   Mobil: +43 664 800 16 11 501
   mailto:[email protected]
   http://www.meduniwien.ac.at

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