• 16.12.2011, 14:29:58
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Schultes: Hohe Heizölnachfrage erzeugt hohe Dieselpreise

ÖVP-Umweltsprecher: Heizöl muss schrittweise und konsequent aus den Kellern verschwinden und durch erneuerbare Energie ersetzt werden

Wien (OTS/ÖVP-PK) - "Heizöl und Diesel sind chemisch nahezu ident,
der wesentlichste Unterschied liegt in der Farbe. Aus Rohöl fällt bei
der Treibstoffproduktion in der Raffinerie Heizöl/Diesel bzw. Benzin
in einem bestimmten Verhältnis an. Das bedeutet, dass sich bei einer
erhöhten Nachfrage nach Heizöl ein Benzinüberschuss und ein
Dieselmangel ergeben. Dies wiederum wirkt sich paradoxerweise auf die
Marktpreise insofern aus, dass der Dieselpreis derzeit über dem
Benzinpreis liegt", erläutert heute, Freitag, ÖVP-Umweltsprecher Ing.
Hermann Schultes.

In der Praxis liegt der Ankaufspreis von größeren Mengen Diesel immer
wieder über dem Tankstellenpreis. Die Mineralölwirtschaft mache sich
hierbei mehr als ein Körberlgeld auf Kosten der Autofahrer und jener
Menschen, die auf Heizöl angewiesen sind, so Schultes. "Der
steuerbereinigte Preisvergleich zwischen Heizöl und Diesel, wenn in
vergleichbarer Menge eingekauft wird, ergibt, dass man für einen
Liter Heizöl sogar einige Cent mehr hinblättern muss. Auch deswegen
muss hochwertiges Heizöl aus den Kellern der Häuser schnellstmöglich
verbannt und durch erneuerbare Energieträger ersetzt werden."

"IWO -Brennwerteffekt" von neuen Ölbrennwertgeräten bringt kaum
Einsparungspotential

"Die höchst bedenkliche Ölkesseltauschförderaktion, welche die
Mineralölindustrie anbietet, bewirkt, dass immer noch Haushalte neu
in die Heizölfalle gedrängt werden", so der ÖVP-Umweltsprecher. Dabei
sei es sinnvoll, möglichst rasch vom "Heizen mit Öl" herauszukommen.
Die Vorteile der Biomassebrennstoffe und Förderaktionen von Bund und
Ländern würden bewirken, dass die Anzahl von Biomasseheizkesseln und
Fernwärmeanschlüssen ständig steigt. Lockangebote mit falschen
Versprechungen der Mineralölindustrie würden aber noch immer Kunden
dazu verleiten, an einem Ölheizsystem festzuhalten, das seine Zukunft
schon verspielt hat. Die Abhängigkeit vieler Konsumenten von
umweltschädlichem und gefährlich preisinstabilem Heizöl werde dadurch
auf Jahre und Jahrzehnte einzementiert.

Angesichts der kürzlich erfolgten Namensänderung des IWO (Institut
für Wärme und Öltechnik) sollte das Institut auch irreführende und
unrichtige Behauptungen, nämlich dass der Umstieg auf "moderne
Ölbrennwerttechnik" bis zu 40 Prozent Heizkostenersparnis bringt, in
der Vergangenheit belassen. Wenn man diese Behauptung analysiert,
ergibt sich die meiste Einsparung aufgrund der verbesserten
Dämmmaßnahmen am Gebäude, die - unabhängig davon, ob mit Öl,
Biomasse, Fernwärme oder anderen Quellen geheizt wird, - in jedem
Fall wirksam werden. Faktum ist, dass nur ein sehr geringer Anteil
(im günstigsten Fall wenige Prozent) der beworbenen Einsparungen
durch den rein rechnerischen "Brennwerteffekt" erzielbar sind, meint
Schultes.

ARBÖ und Arbeiterkammer sehen tatenlos zu, wie die
Mineralölwirtschaft Diesel- und Heizölknappheit für die eigene
Gewinnmaximierung nutzt

"Es überrascht auch, dass der ARBÖ bzw. die Arbeiterkammer (AK) hier
nicht auf die Barrikaden steigen. Offenbar kratzt es beide
Interessensvertretungen nicht, dass die erhöhte Nachfrage nach Diesel
und Heizöl beide Preise in die Höhe treibt. Warum hier die AK die
Stimme nicht für die heizkostengeplagten Menschen erhebt und
gleichzeitig offensichtlich die Mineralölindustrie schützt, ist mir
ein Rätsel. Eine Preisberichterstattung wäre hier mehr als
angebracht", so Schultes weiter

Im Bereich der Raumwärme rasch und konsequent aus dem Heizöl
auszusteigen sei das Gebot der Stunde. Wärme aus Biomasse könne
problemlos als umweltfreundliche, kostengünstige, heimische und
unabhängigere Energiequelle das problematische Heizöl sofort
ersetzen. "Heizöl ist Vergangenheit. Biomasse bedeutet Wertschöpfung
in Österreich und Arbeitsplätze für Menschen in Österreich", schloss
Schultes.
(Schluss)

Rückfragehinweis:
Pressestelle des ÖVP-Parlamentsklubs
Tel.: 01/40110/4436
http://www.oevpklub.at

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