- 07.12.2011, 12:52:10
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Stöger und Schieder: Verschärfte Kontrolle der Arzneiwareneinfuhr zeigt Wirkung
Mehr Aufgriffe gefälschter Arzneien seit AWEG 2010 - Wirtschaftlicher Schaden in Milliardenhöhe
Wien (OTS/SK) - Die seit dem Vorjahr strengere gesetzliche
Regelung der Arzneiwareneinfuhr zeigt Wirkung. Das betonten
Gesundheitsminister Alois Stöger und Finanzstaatssekretär Andreas
Schieder am Mittwoch bei einer Pressekonferenz zum Thema "Gefälschte
Arzneimittel - Gefahr für Gesundheit und Wirtschaft".
Produktpiraterie ist im Steigen begriffen, ein beträchtlicher Anteil
davon betrifft gefälschte Arzneimittel. Schieder erklärte, dass "der
europäischen Wirtschaft dadurch jährlich ein Schaden in
Milliardenhöhe entsteht und auch Arbeitsplätze gefährdet werden". Der
Gesundheitsminister wies darauf hin, dass die Bevölkerung über die
Gefahren gefälschter Arzneimittel aufgeklärt werden müsse - in
Österreich sei man aufgrund der gesicherten Vertriebswege qualitativ
minderwertige Arzneien schlicht nicht gewohnt. ****
"Ein Viertel aller Aufgriffe gefälschter Arzneimittel in der EU
erfolgt in Österreich", sagte Schieder. Die Gründe liegen auch in der
verbesserten rechtlichen Lage seit dem Arzneiwareneinfuhrgesetz, das
im August 2010 in Kraft getreten ist (AWEG 2010). Das
Arzneiwareneinfuhrgesetz wurde massiv verschärft, der Fernabsatz -
also Kauf über das Internet oder Teleshopping - wurde, auch innerhalb
der EU, mit wenigen Ausnahmen verboten und die Kontrollmöglichkeiten
ausgebaut. Im Jahr 2011 ist es zu einer Steigerung bei den Aufgriffen
gekommen, 25.027 Produkte, vor allem "Lifestyle"-Produkte wie Potenz-
oder Diätmittel - wurden bei 545 Aufgriffen allein in den ersten drei
Quartalen beschlagnahmt, das ist bereits mehr als im ganzen Jahr
2010. Der Vertrieb gefälschter Arzneimittel hat sich zu einem
lukrativen Geschäft entwickelt. "Laut WHO wurden im Jahr 2010 rund 75
Mrd. Dollar Umsatz erzielt", erklärte Schieder.
Der Gesundheitsminister wies auf die ausgezeichnete Versorgung mit
Medikamenten in Österreich hin. "Für die Menschen ist es normal, dass
sie Medikamente in guter Qualität bekommen. Wir haben eine gute
Pharmaindustrie und gesicherte Vertriebswege über die Apotheken. Sie
stellen die Qualität sicher. In der legalen Vertriebskette gibt es
keine Arzneimittelfälschungen", erklärte der Minister. Aus diesem
Grund mangele es auch an der Sensibilisierung für das Problem der
gefälschten Arzneien. "Man weiß dabei aber nie, ob in der Arznei
überhaupt ein Wirkstoff enthalten ist und wenn ja, welcher. Die
Einnahme gefälschter Arzneimittel ist gefährlich und kann auch zum
Tod führen", warnt Stöger, der die Bevölkerung aufgeklärt wissen
will. Die hohe Anzahl der Aufgriffe im letzten Jahr zeige, wie gut
das AWEG 2010 wirkt. Allein innerhalb einer Aktionswoche, in der die
Einfuhr gefälschter Arzneimittel verstärkt kontrolliert wurde, wurden
fast 1.400 gefälschte Medikamente sichergestellt. "Verstärkte
Kontrollmöglichkeiten sind ein wesentlicher Beitrag zum Schutz der
Menschen", so Stöger.
Univ.-Prof. Marcus Müllner vom Bundesamt für Sicherheit im
Gesundheitswesen und Gerhard Marosi vom Finanzministerium erläuterten
ihre Erfahrungen im Kampf gegen Arzneimittelfälschung. Staatssekretär
Schieder und Gesundheitsminister Stöger dankten den Behörden für die
gute Zusammenarbeit im Kampf gegen Arzneimittelfälschung.
Service: Mehr Informationen zum Thema gibt es unter
http://www.auf-der-sicheren-seite.at (Schluss) bj/mb
Rückfragehinweis:
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Tel.: 01/53427-275
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