- 07.12.2011, 11:31:40
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Volkshilfe: "Schuldenbremse darf soziale Ungerechtigkeit nicht verschärfen"
Immer mehr Menschen sind von Wohnungslosigkeit bedroht, soziale Ungleichheit steigt, Gegensteuern trotz Schuldenbremse ist dringend notwendig
Wien (OTS) - Es gibt Länder, in denen Menschen auf der Straße
landen, weil sie mit der Miete zwei oder drei Monate im Rückstand
sind. In Österreich ist ungefähr jeder 80. Haushalt von einer
Delogierung bedroht. In Wien ist die Zahl der Delogierungen heuer im
Vergleich zum Vorjahr um 3% auf 7.640 Fälle gestiegen. Rechtliche
Schritte werden immer schneller eingeleitet.
Reiche werden reicher, Armut steigt
"Dass der Druck auf die Ärmsten zunimmt, ist ein Zeichen
wachsender Ungleichheit", sagt Volkshilfe Präsident Univ. Prof. Dr.
Josef Weidenholzer und verweist auf eine aktuelle Studie der OECD,
nach der die Unterschiede zwischen Arm und Reich immer größer werden.
In Österreich ist das Haushaltseinkommen des ärmsten österreichischen
Bevölkerungszehntels um nur 0,6 Prozent pro Jahr gestiegen, während
das Einkommen des Durchschnitts um 1,3 Prozent zunahm.
Ein Grund für die ungleiche Entwicklung der Löhne und Gehälter ist
die Zunahme von Teilzeitarbeit. Hier sind Frauen besonders betroffen,
wie auch die jüngsten Zahlen der Statistik Austria zeigen. Frauen
verdienen um 60% weniger als Männer, die Teilzeitquote von Frauen
liegt bei 40%.
"Soziale Ungleichheit schadet allen"
Dem Befund der OECD, dass die zunehmende Ungleichheit die
Wirtschaftskraft eines Landes schwächt, den sozialen Zusammenhalt
gefährdet und politische Instabilität schafft, schließt sich der
Volkshilfe Präsident an: "Soziale Ungleichheit schadet allen. Es ist
deshalb dringend notwendig, dass wir gegensteuern. Durch den Ausbau
von Steuern auf Vermögen und Grundbesitz, Investitionen in die
Bildung und eine aktive Arbeitsmarktpolitik."
Wenn die Ungleichheit auseinander geht, ist es umso notwendiger,
dass der Staat die durch die Wirtschaftskrise noch verschärften
Verluste für Menschen mit niedrigem Einkommen auszugleicht. "Wir
müssen wir bei allen Sparmaßnahmen drauf achten, dass sie nicht die
Ärmsten treffen. Eine Schuldenbremse darf die bestehende soziale
Ungerechtigkeit nicht verschärfen", schließt Weidenholzer.
Volkshilfe Spendenkampagne gestartet
Mitte November hat die Volkshilfe eine neue Spendenkampagne unter
dem Motto "Armut made in Austria" gestartet. Ziel ist es, auf Armut
in Österreich aufmerksam zu machen und Spenden für Menschen in Not in
Österreich zu sammeln.
Mehr Informationen und Spenden online unter
www.armutmadeinaustria.at
Spendenkonto: Volkshilfe, PSK 90.175.000 BLZ 60.000
Spenden sind steuerlich absetzbar.
Rückfragehinweis:
Mag. (FH) Margit Kubala
Presse und Kommunikation
Tel.: +43 (0) 676 83 402 214
E-Mail: [email protected]
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