OTS0112   6. Dez. 2011, 10:28

"Essen, was man bewahren will - Bereits 24 Arche-Produkte aus Österreich."

Haubenkoch Johann Reisinger macht den Reichtum der Arche-Produkte erlebbar.


Über 20 Bio-Produkte aus Österreich wurden seit 2008
in die internationale "Arche des Geschmacks", eine Initiative der
Slow Food Stiftung für biologische Vielfalt, aufgenommen. Die
treibenden Kräfte dahinter sind die österreichische Arche-Kommission
und das von ARCHE NOAH, SLOW FOOD Wien, BIO AUSTRIA und ARCHE Austria
getragene ARCHE-Projekt. Im Zentrum des ARCHE-Projekts steht die
Förderung kontrolliert biologischer, hochqualitativer, bäuerlich
produzierter, handwerklich verarbeiteter Produkte aus alten
Kulturpflanzensorten und Nutztierrassen. Bernd Kajtna,
stellvertretender Geschäftsführer ARCHE NOAH und Leiter der
österreichischen Arche-Kommission: "Die handwerkliche Herstellung von
Lebensmitteln durch bäuerliche Betriebe knüpft an regionale
Traditionen an. Gleichzeitig sind die Bio-Produkte in der Arche des
Geschmacks Botschafter für ein innovatives und zukunftsweisendes,
weil nachhaltiges Modell der Lebensmittelproduktion, das die
biologische Vielfalt fördert."

Barbara Soritz, Obmann Stellvertreterin ARCHE Austria und
Vorstandsmitglied von BIO AUSTRIA ergänzt: "Die Vielfalt an
Nutztierrassen und Kulturpflanzensorten ist neben fruchtbaren Böden
die Basis der Ernährungssicherheit für die nächsten Generationen. Die
Bio-Landwirtschaft ist auf Grund ihrer Produktionsmethoden auf
standortangepasste, gesunde und widerstandsfähige Rassen und Sorten
angewiesen und trägt somit zu deren Erhalt bei. Deren Erhalt kann nur
durch weitere Nutzung und Entwicklung für die zukünftige Generation
sicher gestellt werden. Es gibt wieder mehr bäuerliche Betriebe, die
sich dafür einsetzen. Durch das ARCHE-Projekt weisen wir auf die
Leistungen der Bio-Landwirtschaft für die biologische Vielfalt hin."

Bedeutung alter Kulturpflanzensorten und Nutztierrassen in der
Bio-Landwirtschaft

Die Bedeutung alter Kulturpflanzensorten und Nutztierrassen geht
weit über die des alten Kulturguts hinaus. Alte Sorten und Rassen
liefern einen wesentlichen Beitrag zur Erhaltung der genetischen
Vielfalt und sind auf diese Weise ein wichtiger Beitrag zur
Steigerung der Biodiversität.

Sie tragen wesentlich zum Erreichen einer Ernährungssouveränität
und zur Unabhängigkeit von Saatgut- und Züchtungsfirmen bei und
sichern die Möglichkeit, bei sich ändernder Nachfrage und sich
ändernden Klimabedingungen und Anforderungen auf Alternativen und
spezielle Eigenschaften der Vielfalt zurück greifen zu können.
Betriebe, die einen hohen Anteil an extensiver Grünlandfläche
bewirtschaften, können durch den Einsatz alter Rassen ihren Betrieb
optimieren.

Essen, was man bewahren will

Durch den Erhalt alter Sorten und Rassen am bäuerlichen Betrieb
kehrt auch die Vielfalt auf unsere Teller zurück. Johann Reisinger,
hochdekorierter Hauben-Koch, Mastermind der "Neuen Natürlichen Küche"
in Österreich und Mitglied der österreichischen Arche-Kommission,
bringt den Nachwuchs erfolgreich auf den Geschmack von Natur und
Natürlichkeit. An den Hertha Firnberg Schulen für Wirtschaft und
Tourismus, an denen er unterrichtet, initiiert er bereits zum zweiten
Mal den Terra Madre Day, an dem "gut, sauber und fair" unter
Verwendung der präsentierten Arche-Produkte gekocht wird. "Mein Ziel
ist es, bei jedem Gericht den Reichtum, die ganze Dimension an Genuss
und Geschmack, die in unseren Lebensmitteln verborgen ist, erlebbar
zu machen, dieses Wissen den jungen Menschen mitzugeben und damit
nachhaltige Veränderung zu initiieren. Die KonsumentInnen sind
wichtige Partner beim Erhalt alter Rassen und Sorten. Denn es gilt:
Essen, was man bewahren will."

Die Arche des Geschmacks

Die "Arche des Geschmacks" ist ein internationales Projekt der
Slow Food Stiftung für biologische Vielfalt (Slow Food Foundation for
Biodiversity). Sie stellt das "Weltkulturerbe" des Essens dar: eine
Liste von Pflanzenarten, Nutztierrassen, regionalen Lebensmitteln,
die unter den gegenwärtigen ökonomischen Bedingungen am Markt nicht
bestehen können oder in ihrer Existenz gefährdet sind. Die Initiative
startete Slow Food Italien 1996, um einzigartige und geschmacklich
hervorragende Produkte wieder ins Bewusstsein der KonsumentInnen zu
bringen. Die Auswahl der Einträge verantwortet jeweils eine nationale
"Arche-Kommission", die alle Kandidaten mit ihren Produkten eingehend
überprüft und der internationalen Arche-Kommission einen Vorschlag
unterbreitet.

Die Arche des Geschmacks in Österreich

Die Umsetzung der "Arche des Geschmacks" in Österreich erfolgt
durch die österreichische Arche-Kommission, ein Gremium aus
ExpertInnen und Vertreterinnen der lokalen Slow Food Gruppen
unterstützt durch das ARCHE-Projekt.

Aufnahmekriterien in Österreich sind regionale Verankerung;
kontrolliert biologische, gentechnikfreie, bäuerliche Produktion;
handwerkliche Verarbeitung; außergewöhnlicher Geschmack und die
Förderung seltener Kulturpflanzen-Sorten und Nutztier-Rassen.

Die 24 österreichischen Arche-Produkte

2011 wurden sieben Produkte von der Arche-Kommission neu zum
Arche-Produkt ernannt (gekennzeichnet mit *), insgesamt gibt es somit
nunmehr 24 Einträge aus Österreich in der internationalen "Arche des
Geschmacks":

Bregenzerwälder Bergkäse, Grubenkraut, Hirschbirne*, Innviertler
Abgereifter oder Graukäse, Krainer Steinschaf, Lungauer Rahmkoch,
Lungauer Tauernroggen, Montafoner Sura Kees - hergestellt nach
traditioneller Methode*, Pielachtaler Dirndl aus Wildsammlung*,
Riesen von Aspern, Roter Veltliner*, Sulmtaler Huhn, Talggen,
Uhudler*, Vorarlberger Riebelmais, Wachauer Safran, Waldschaf,
Waldviertler Blondvieh, Waldviertler Waldstaudekorn*,
Weingartenknoblauch, Weingartenpfirsich, Wiener Gemischter Satz,
Wiener Weinbergschnecke*, Wiesenwienerwald Elsbeerbaum.

Details zu den Arche-Produkten, sowie die Daten der ProduzentInnen
unter: www.bio-austria.at/arche-produkte

OTS-Originaltext Presseaussendung unter ausschließlicher inhaltlicher Verantwortung des Aussenders.
OTS0112 2011-12-06 10:28 061028 Dez 11 BLB0001 0753



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Pressesprecherin BIO AUSTRIA
+43/676/842 214 214
E-Mail: eva.straka@bio-austria.at

ARCHE-Projekt Österreich
Tena Mimica,
Projektleiterin
+43/0676/5635004
E-Mail: tena.mimica@archeprojekt.at

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