OTS0202   2. Dez. 2011, 14:19

Vollversammlungen der NÖ Ärztekammer und NÖ Arbeiterkammer beschließen Resolution zum NÖ Gesundheits- und Sozialwesen

Gefordert wird ein klares Bekenntnis zur Sicherung der Qualität der Leistungen für PatientInnen sowie der Arbeitsbedingungen der im Gesundheitsbereich Tätigen


Nachdem die Vollversammlung der NÖ Arbeiterkammer
bereits Mitte November die gemeinsame Resolution zum NÖ Gesundheits-
und Sozialwesen beschlossen hat, hat nun auch jene der NÖ Ärztekammer
das gemeinsame Forderungspapier beschlossen. Dr. Christoph Reisner,
Präsident der NÖ Ärztekammer, unterstützt von Beginn an die
Kooperation der beiden Kammern und konkretisiert nun die Forderung:
"Die niederösterreichische Politik muss sich öffentlich bekennen, wie
sie sich eine bedarfsgerechte Versorgung innerhalb des Regionalen
Strukturplans vorstellt. Nur so ist eine Planung möglich, welche
Leistungen an welchen Standorten künftig erbracht werden sollen."

Für den Vizepräsidenten und Kurienobmann der angestellten Ärzte,
Dr. Ronald Gallob, ist die Forderung nach einer umfassenden,
gesamtheitlichen Finanzierung für den intra- und den extramuralen
Bereich ebenso von zentraler Bedeutung wie die Abwendung der bereits
im Ministerrat behandelten Krankenanstalten-Novelle: "Wenn
Krankenanstalten künftig auf Mindestversorgungszentren
zusammengeschrumpft werden können, wird es zu einer massiven
Verschlechterung des Leistungsangebotes in den Spitälern entlegener
Regionen kommen. Dies hätte zur Folge, dass dort die Patientinnen und
Patienten massive Abstriche bei der Qualität ihrer Versorgung machen
müssten. Dieser Entwicklung dürfen wir nicht tatenlos zusehen." Dazu
kommt, dass die Ausbildung der Spitalsärztinnen und Spitalsärzte in
diesen kleineren Versorgungszentren qualitativ nicht mehr in dem
Ausmaß möglich sein wird, wie es seitens der NÖ Ärztekammer erwartet
wird.

Kammerpräsidenten suchen das Gespräch mit Landesspitze

Seit Anfang Juni bemühen sich die Präsidenten Dr. Reisner und
Haneder um einen Gesprächstermin beim obersten
Personalverantwortlichen des Landes Niederösterreich, der sowohl für
die Krankenanstalten als auch den Pflegebereich zuständig ist. Ziel
ist es, eine gemeinsame Lösung für die fortschreitende
Verschlechterung der Arbeitsbedingungen der im Gesundheitsbereich
Tätigen und in der Folge für die qualitative Versorgung der
PatientInnen zu finden. Leider vergeblich, bisher konnte seitens des
Landes noch kein Termin mit den beiden Kammerpräsidenten gefunden
werden.

"Unser Anliegen ist sehr ernst", meint der Präsident der NÖ
Arbeiterkammer, Hermann Haneder. "Es geht um die Belastungen, denen
die 40.000 Beschäftigten in den Gesundheits- und
Sozialbetreuungsberufen ausgesetzt sind." Ärzte- und Arbeiterkammer
haben die besorgniserregenden beruflichen Belastungen zuerst in einer
wissenschaftlichen Studie erhoben und schließlich im Rahmen des "1.
Tages der Gesundheitsberufe in Niederösterreich" im "St. Pöltener
Appell" zusammengefasst. Die Vizepräsidentin der NÖ Arbeiterkammer,
Brigitte Adler, ergänzt dazu: "Wir wollen die Sorgen und Anliegen der
Beschäftigten darstellen und sind sehr verwundert, dass bisher kein
Gesprächstermin mit der Landesspitze möglich war. Trotzdem bleibt die
Zuversicht, dass sich unser Landeshauptmann in absehbarer Zeit aus
erster Hand über die Arbeitsplatzsituation eines der größten
Wirtschaftszweige Niederösterreichs informieren möchte."

Mit Beschäftigten, die sich in derart hohem Ausmaß bereits be- und
überlastet fühlen, ist nämlich der hohe Standard der
Gesundheitsversorgung auf lange Sicht nicht aufrecht zu erhalten.

OTS-Originaltext Presseaussendung unter ausschließlicher inhaltlicher Verantwortung des Aussenders.
OTS0202 2011-12-02 14:19 021419 Dez 11 AEN0001 0491



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Tel. 0664/144 98 94
presse@arztnoe.at,
www.arztnoe.at
Arbeiterkammer für Niederösterreich,
Dr. Bernhard Rupp,
MBA,
Abteilungsleiter Gesundheitswesen und ArbeitnehmerInnenschutz der AKNÖ,
Tel. 05-7171-1272,
http://noe.arbeiterkammer.at/

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