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SVA wird zur Gesundheitsversicherung - Paradigmenwechsel in der Sozialversicherung

Vorsorgen statt heilen - SVA und Ärztekammer einigen sich auf weitreichende Reform und beschließen umfassendes Präventionsprogramm

Wien (OTS) - Vorsorgen statt heilen - mit einem revolutionären
Schwenk wird die Sozialversicherung der gewerblichen Wirtschaft (SVA) ins Jahr 2012 starten. Aus der Krankenkasse wird eine Gesundheitsversicherung, die ihre Versicherten mit einem individuellen Gesundheitsprogramm zu einem bewussteren Lebensstil motiviert.

In enger Zusammenarbeit mit der niedergelassenen Ärzteschaft startet mit 1. Jänner 2012 das SVA Vorsorgeprogramm "Selbständig Gesund". Prävention wird im österreichischen Gesundheitssystem noch immer zu wenig gefördert, obwohl die Zahlen eine deutliche Sprache sprechen:

Trotz einer hohen Lebenserwartung von durchschnittlich 80,4
Jahren, verlieren die Österreicherinnen und Österreicher mehr als 20 Jahre an Lebensqualität durch Krankheit. Im Schnitt verleben die Menschen nur 59,4 beschwerdefreie, gesunde Jahre, um 1,3 Jahre weniger als im EU-Vergleich. Der Fokus im österreichischen Gesundheitswesen liegt nach wie vor in der Heilung von kranken Menschen.

Ein hervorragendes Gesundheitssystem wie das österreichische und trotzdem eine unterdurchschnittliche Zahl an gesunden Lebensjahren ist ein deutliches Signal: wir müssen umdenken. Die SVA setzt nun als erster Player im Gesundheitssystem einen großen Schritt in Richtung Prävention.

Vorbeugen statt heilen

Gemeinsames Ziel der SVA und der Ärzteschaft ist es, mit dem SVA Vorsorgeprogramm "Selbständig Gesund" die Versicherten zu einem Umdenken zu animieren. Sie sollen verstärkt auf ihre eigene Gesundheit achten und möglichst lange beschwerdefrei leben. Es gilt zu vermitteln, dass jede und jeder Einzelne für das Wohlbefinden selbst mitverantwortlich ist. Dass manche Krankheiten nicht "aus dem Nichts" auftauchen sondern "hausgemacht" die Folge einer bestimmten Lebensweise sind. Egal ob der oder die Versicherte seine eigene Gesundheit verbessern möchte, oder aktiv darauf achtet die bestehende Gesundheit zu erhalten - mit dem Vorsorgeprogramm stellen sich SVA und Ärzte als kompetente Partner an die Seite der Versicherten.

Vorsorgeprogramm "Selbständig Gesund"

Im Rahmen eines Gesundheitschecks wird gemeinsam mit dem Haus- und Vertrauensarzt ein individuelles, auf jeden Einzelnen abgestimmtes Programm erarbeitet, das entweder "Gesundheit beibehalten" oder "Gesundheit verbessern" lautet. Zu 5 Gesundheits-Parametern (Blutdruck, Gewicht, Bewegung, Tabak und Alkohol) bespricht der Arzt gemeinsam mit dem Patienten Gesundheitsziele, die auf den Erhalt oder eine Verbesserung der erhobenen Werte innerhalb eines bestimmten Zeitraumes abzielen.

Nach Ablauf des vereinbarten Zeitraumes (mindestens sechs Monate) gibt es einen so genannten "Recall-Termin", bei dem überprüft wird, ob die Gesundheitsziele auch erreicht wurden.

Durch die eigene, aktive Teilnahme an dem Programm und die Erreichung der Gesundheitsziele, wird als zusätzlicher Anreiz nach 6 Monaten der Selbstbehalt halbiert!

Gleichzeitig werden neue Gesundheitsziele besprochen, die dann im Rahmen von zukünftigen Recall-Terminen überprüft werden. Sind alle Gesundheitsziele umgesetzt, ist die nächste Untersuchung dann -abhängig vom Alter - erst nach zwei bis drei Jahren fällig.

Statements

Dr. Christoph Leitl, SVA Obmann

Die langen Verhandlungen mit den Ärzten haben sich gelohnt. Anfang des kommenden Jahres wird ein richtungweisendes Reformpaket in Kraft treten, von dem sowohl die Patienten als auch die Ärzte profitieren werden. Der Grundgedanke des neuen Systems: Ärzte werden SVA-Versicherte künftig nicht nur im Krankheitsfall betreuen, sondern sie auch dabei unterstützen, ihre Gesundheit bestmöglich zu erhalten.

Das Gesundheitswesen braucht ein radikales Umdenken und wir wollen den Impuls dazu geben. Damit sich unsere Selbständigen auf den Erfolg ihrer Betriebe konzentrieren können, sorgen wir für die Gewährleistung von Krankheitsversorgung für den Fall des Falles. Um die beschwerdefreien, gesunden Jahre zu verlängern, müssen wir uns gemeinsam in der Gesundheitsvorsorge engagieren. Dazu haben wir mit der Ärztekammer ein neues Programm entwickelt: Ihr Arzt steht Ihnen in Zukunft auch als Gesundheitscoach zur Seite - und hilft Ihnen so, Krankheiten rechtzeitig zu verhindern.

Dr. Walter Dorner, Präsident der Österreichischen Ärztekammer

Dass es zwischen Ärztekammer und Sozialversicherung der Gewerblichen Wirtschaft (SVA) in den vergangenen Jahren tief greifende Meinungsverschiedenheiten gab, ist kein Geheimnis. Umso mehr erfüllt es mich mit Stolz und Freude, dass unser oft heftiges Ringen nun zu einer richtungweisenden Lösung geführt hat. Es war ein großes Verdienst von SVA-Obmann Leitl, ein Verhandlungsteam einzusetzen, das an konstruktiven Gesprächen zum Wohle der Versicherten genauso interessiert ist wie die Vertreter der Ärzteschaft. Ich freue mich, dass die SVA die Wichtigkeit von Vorsorgemaßnahmen erkannt hat. Die Neuausrichtung von einer Kranken-hin zu einer Gesundheitskasse, die den Arzt auch in seiner Rolle als Vertrauensperson und Gesundheitscoach anerkennt und fördert, ist bahnbrechend. Ich hoffe, dass dieses Beispiel Schule machen wird.

Mag. Peter McDonald, Stv. SVA-Obmann

Das Programm soll die Eigenverantwortung fördern, sich selbst für ein möglichst langes gesundes, beschwerdefreies Leben einzusetzen. Als SVA haben wir den Vorteil, ein bundesweit agierender Träger zu sein mit einer Versichertengemeinschaft, die ungefähr 7% der österreichischen Bevölkerung entspricht. Wir wollen im Kleinen vorzeigen, was mit Engagement und Innovationskraft in bestehenden Strukturen möglich ist und mit unserem Vorsorgeprogramm Neuland in der österreichischen Sozialversicherung betreten.

Dr. Günther Wawrowsky, Obmann der Bundeskurie Niedergelassene Ärzte und ÖÄK-Vizepräsident

Als Arzt weiß ich, dass gute Ratschläge allein den Patienten nicht immer zum Umdenken bewegen. Deshalb halte ich das neue System der SVA für einen Meilenstein: Arzt und Patient besprechen gemeinsam Gesundheitsziele, die regelmäßig überprüft werden. Ich bin sicher, dass positive Motivation ein großer Anreiz ist, gesünder zu leben und damit vielen Zivilisationskrankheiten vorzubeugen. Erstmals hat hier eine Krankenkasse den Vorsorgegedanken konkret in ihrem Leistungskatalog umgesetzt. Auch das neue Gruppenpraxen-Modell wird den Patienten Vorteile bringen: Eine Unternehmerin, die weiß, dass die Ordination ums Eck auch nach Geschäftsschluss besetzt ist, wird einen längst fälligen Arztbesuch nicht aufschieben.

Und schließlich nimmt die SVA auch ihre Verantwortung gegenüber den jüngsten Mitversicherten wahr: Ambulante kinder- und jugendpsychiatrische Betreuung psychisch belasteter Kinder beim niedergelassenen Arzt ist nun keine Geldfrage mehr. Dieses Paket zeigt, dass es nur die richtigen Leute am Verhandlungstisch braucht, um zu Lösungen zu kommen, die den Menschen wirklich etwas bringen.

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