OTS0057   28. Nov. 2011, 10:23

Berlakovich: Beim Klimaschutz alle Staaten mit an Bord holen

Weltklimagipfel startet heute in Durban/Südafrika


"Im Kampf gegen den Klimawandel und damit verbundene
Wetterextremereignisse, Gesundheits- und Umweltschäden, Artenverluste
und wirtschaftliche Einbußen sind weitere, globale Anstrengungen
dringend erforderlich. Heute startet der UN-Weltklimagipfel in
Durban, bei dem VertreterInnen aus 190 Staaten aufeinandertreffen.
Trotz unterschiedlichster Standpunkte haben wir alle ein- und
denselben Feind zu besiegen, den Klimawandel, und Verantwortung zu
übernehmen", betont Umweltminister Nikolaus Berlakovich anlässlich
der heute startenden Welt-Klimakonferenz in Durban. ****

Berlakovich, der sich ab kommendem Montag selbst in Südafrika für
mehr Klimaschutz einsetzen wird, steckt die österreichische Position
klar ab: "Die Verpflichtungen des Kyoto-Protokolls laufen Ende 2012
aus und es existiert noch kein neues Abkommen. Das heißt, es entsteht
eine Lücke nach 2012. Bei den aktuellen Verhandlungen in Durban wird
es vor allem darum gehen, wie man diese Lücke im Sinne des globalen
Klimaschutzes schließen kann. Eine vorübergehende Alternative zu
einem neuen Abkommen ist eine 2. Verpflichtungsperiode der
Vereinbarungen von Kyoto, aber nicht ohne Bedingungen."

"Österreich und die EU sind ganz klar offen und bereit für eine 2.
Verpflichtungsperiode, aber gleichzeitig sind folgende Punkte
unerlässlich: So muss in Durban ein klares Verhandlungsmandat für ein
neues, umfassendes und rechtsverbindliches Abkommen zustande kommen
und ein Fahrplan erstellt werden - und zwar von allen Staaten",
betont der Umweltminister. "Die Bereitschaft der EU allein ist zu
wenig, denn sie steht mittlerweile nur noch für 11% des globalen
Treibhausgasausstoßes. China verursacht bereits 21% und die USA 14%
der weltweiten Emissionen. Genau diese Anteile zeigen, wie enorm
wichtig es ist, alle mit an Bord zu holen." Die zweite von der EU
formulierte Bedingung ist, dass die Umweltintegrität des
Kyoto-Protokolls gewahrt bleibt.

"Wir werden bei den Verhandlungen für einen besseren Klimaschutz
kämpfen - im Sinne der jetzigen und künftigen Generationen. Es ist
außerdem wichtig, dass Ökologie und Ökonomie Hand in Hand gehen. Wir
brauchen ein neues Denken", so Berlakovich, der darauf hinweist, dass
Klimaschutz auch als wirtschaftliche Chance begriffen werden muss.
Der letzte Klimagipfel in Mexiko im Dezember 2010 brachte mit dem
Cancun-Agreement einige wichtige Errungenschaften hin zu einem
globalen, umfassenden Klimaschutzabkommen für die Zeit nach 2012.
"Genau dort müssen wir ansetzen und weiterarbeiten", so der Minister.
"Globale Vorwärtsentwicklungen sind Mammutprojekte. Aber wir können
und müssen Schritt für Schritt ans Ziel kommen", so Berlakovich.

OTS-Originaltext Presseaussendung unter ausschließlicher inhaltlicher Verantwortung des Aussenders.
OTS0057 2011-11-28 10:23 281023 Nov 11 MLA0001 0389



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