Das Heft in wessen Hand? (von Claudia Grabner)
Ausgabe 26. Nov. 2011
Klagenfurt (OTS) - Wie viel ist plötzlich die Rede vom Primat der
Politik! Die Politik müsse sich ihrer Vorherrschaft besinnen, heißt
es da von jenen, die meinen, eine EU-weit (mit)gesteuerte
Wirtschafts- und Finanzpolitik nehme den nationalen Regierungen das
Heft aus der Hand. Wäre man bereit, ehrlicher hinzusehen, würde rasch
klar sein: Die Politik ist schon längst Spiel- und Hampelmann. Die
Fädenzieher sitzen allerdings nicht in Brüssel. Sie sitzen in
diversen heimischen Büros - dort, wo man für sich und seine Klientel
auf Ego macht. Es sind jene Selbstgefälligen, die - selbst, wenn
alles rund um sie zusammenkracht - festhalten an ihrem
Vorteilsfeinsinn. Von Delikatessen a la ÖBB und Einzel-Rittern
abgesehen: Ob Agrar-Abkassierer, dreifach gesponserte
Wirtschaftsförderungs- Günstlinge oder eine Lehrergewerkschaft, die
glaubt, jede Entwicklung (und dazu gehört eine längere Anwesenheit in
der Schule) mit einem rotz-frechen Nein negieren zu können ... Es
wäre tatsächlich an der Zeit, dass sich die Politik auf ihr Primat
besinnt - und die Verantwortung für das Ganze vor Einzelinteressen
stellt. Ansonsten wäre das Heft in der Hand Brüssels wohl besser
aufgehoben.














