• 24.11.2011, 15:48:44
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Österreichisch-chinesischer Austausch über Wissenschaft und Forschung Delegation des Nationalen Volkskongresses zu Gast im Hohen Haus

Wien (PK) - Eine Delegation des Ausschusses für Wissenschaft, Kultur
und Forschung des Nationalen Volkskongresses der VR China unter
Leitung ihres Vorsitzenden Bai Keming konnte heute Mittag im Hohen
Haus willkommen geheißen werden. Dabei bot sich nicht nur
Gelegenheit, die Räumlichkeiten des Parlaments näher kennenzulernen,
sondern auch wissenschafts- und forschungspolitische Fragen auf
bilateraler Ebene zu erörtern: Im Rahmen einer Aussprache, an der von
österreichischer Seite G-Mandatarin Ruperta Lichtenecker, Dritter
Nationalratspräsident Martin Graf (F), S-Abgeordnete Renate Csörgits
und V-Mandatarin Katharina Cortolezis-Schlager teilnahmen, hob man
vor allem die auf Ebene von Wissenschaft und Forschung bestehenden
guten Beziehungen zwischen Österreich und China hervor.

Ruperta Lichtenecker, die die Gäste in ihrer Funktion als Obfrau des
Forschungsausschusses des Nationalrats im Hohen Haus willkommen hieß,
zeigte sich ob der Tatsache, dass der chinesische Volkskongress dem
Thema Bildung einen großen Stellenwert beimesse, erfreut. Auch
hierzulande habe man sich vorgenommen, den Zukunftsthemen
Wissenschaft, Forschung und Bildung verstärkt Augenmerk zu schenken,
informierte sie und kam in diesem Zusammenhang auf die
österreichische Forschungsstrategie 2020 zu sprechen: Im Rahmen
dieser Initiative habe man sich schließlich das Ziel gesetzt, bis zum
Jahre 2020 3,76% des BIP für Forschung aufwenden zu wollen,
informierte Lichtenecker. Das sei angesichts begrenzter Budgets aber
nicht leicht umsetzbar: Man habe deshalb hart an der Erreichung des
diesbezüglichen Ziels zu arbeiten.

Dritter Nationalratspräsident und Obmann des Wissenschaftsausschusses
Martin Graf (F) zeigte sich ob der Intensivierung der Kontakte mit
dem chinesischen Volkskongress erfreut. Was die Themen Wissenschaft
und Forschung anbelange, so müsse man feststellen, dass die auf
institutioneller Ebene geschlossenen bilateralen Partnerschaften
hervorragend funktionierten. Es gelte aber auch, die politische
Zusammenarbeit in diesem Fachbereich zu forcieren, wofür mit dem
heutigen Austausch ein Grundstein gelegt werde. Dass weit über 3.000
junge ChinesInnen in Österreich studierten, sei erfreulich, meinte
Graf, was die Mobilität in die andere Richtung anbelange, bestehe
jedoch noch ungenütztes Potential: Man habe deshalb die
Verpflichtung, das gesamte wissenschaftliche Angebot chinesischer
Hochschulen hierzulande besser bekannt zu machen, schloss er.

V-Mandatarin Katharina Cortolezis-Schlager meinte, die Erfahrungen,
die sie persönlich in China habe sammeln dürfen, zeigten, dass ein
interkultureller Brückenschlag trotz aller Unterschiede leicht zu
bewerkstelligen sei. Auf dem Gebiet der Wissenschaft verfolge man
schließlich gleiche Ziele, nämlich die Erarbeitung von Lösungen für
eigene und globale Problemstellungen. Besonders erfreut zeigte sich
Cortolezis-Schlager daher über die schon heute regen Kooperation in
diesem Fachbereich. Um diese zu veranschaulichen, werde im Dezember
2011 eine von den Universitäten beider Staaten erarbeitete
"Wissenslandkarte" präsentiert, erläuterte sie. Diese könne als
Grundlage für die Erarbeitung gemeinsamer Ziele dienen, aber auch der
Wirtschaft einen leichteren Zugang zu diesem Bereich ermöglichen. Der
Austausch zwischen den Universitäten müsse man unter anderem durch
die Erstellung gemeinsamer Curricula mit englischer
Unterrichtssprache forcieren.

S-Abgeordnete Renate Csörgits hob als Vorsitzende der chinesisch-
österreichischen Freundschaftsgruppe die hervorragende Arbeit, die am
Konfuzius Institut der Universität Wien geleistet wird, hervor. Da
sie seit einiger Zeit versuche, die schöne aber schwierige
chinesische Sprache zu erlernen, habe sie sich bereits persönlich von
der guten Qualität dieser Einrichtung überzeugen können. Als
Vorsitzende des Sozialausschusses des Nationalrats zeigte sich
Csörgits aber auch ob der Bestrebungen, ein bilaterales
Sozialversicherungsabkommen abschließen zu wollen, erfreut: Dadurch
könnte man, wie sie ausführte, nicht nur die wirtschaftliche
Zusammenarbeit intensivieren, sondern auch die Rahmenbedingungen
schaffen, die ArbeitnehmerInnen und Unternehmen brauchten.

Als Vorsitzender des Ausschusses für Wissenschaft, Kultur und
Forschung des Nationalen Volkskongresses der VR China dankte Bai
Keming für die Gelegenheit, wissenschafts- und forschungspolitische
Themen im Rahmen einer solchen Aussprache erörtern zu dürfen und
skizzierte die Bemühungen Chinas in Hinblick auf die Stärkung dieser
Bereiche: In seiner Heimat habe man schließlich nicht nur ein
Entwicklungsprogramm für Wissenschaft und Forschung, sondern auch
eines für Bildung auf Schiene gebracht, informierte er. Die Umsetzung
der diesbezüglichen Maßnahmen werde man kontinuierlich überprüfen, um
zu gewährleisten, dass China sein Ziel, eine "Großmacht
hochqualifizierter Menschen" zu werden, erreichen könne. Dazu müsse
aber auch das Investitionsvolumen entsprechend gesteigert werden,
erläuterte Bai, der die österreichischen MandatarInnen abschließend
zu einem Gegenbesuch in Peking einlud. (Schluss)

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