- 24.11.2011, 13:23:09
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Landwirtschaftsminister zu keinem Kompromiss beim Abferkel-Kastenstand bereit
Bei der heutigen Gesprächsrunde zwischen den Ministern Stöger und Berlakovich blockierte die ÖVP weiter: keine Gesprächsbereitschaft in wichtigstem Punkt
Wien (OTS) - Im September 2010 brachte die Volksanwaltschaft ihre
Missstandsfeststellung zur Haltung von Mutterschweinen im Kastenstand
ein. Die wesentliche Aussage dabei: die Haltung von Mutterschweinen
in Abferkel-Kastenständen, d.h. in körpergroßen Gitterkäfigen während
der Geburt und des Säugens, ist tierschutzgesetzwidrig. Bis heute -
auch bei den heutigen Gesprächen der zuständigen Minister - weigern
sich die ÖVP und ihr Landwirtschaftsminister, diesen Missstand auch
nur zu diskutieren. An der Haltung der Mutterschweine im
Abferkel-Kastenstand solle sich überhaupt nichts ändern, weil der
Umbau so viel Geld kosten würde.
Mutterschweine verbringen 5 Wochen pro Zyklus im
Abferkel-Kastenstand, jeweils 1 Woche vor der Geburt und 4 Wochen
während des Säugens. Mit 2,5 Geburtszyklen pro Jahr macht das etwa 88
Tage in dieser Art Kastenstand pro Jahr aus. Zusätzlich müssen die
Mutterschweine während der Leerzeit, der künstlichen Befruchtung und
der Schwangerschaft in einem weiteren Kastenstand in einem andern
Stallbereich, dem sogenannten Deckstall, stehen. Momentan sind die
Mutterschweine in diesem Deckbereich die gesamte restliche Zeit im
Kastenstand, ab 2013 laut EU-Verordnung nur noch die Leerzeit von 1-3
Wochen und 4 Wochen nach der künstlichen Befruchtung, jeweils pro
Zyklus (also x 2,5 für die Zeit im Kastenstand pro Jahr). Da die
Schweineindustrie sowieso durch die EU gezwungen wird, den
Deckbereich für eine zeitweise Haltung ohne Kastenstand umzubauen,
ist man hier bereit, statt 4 Wochen bzw. 28 Tage im Kastenstand pro
Zyklus während der Schwangerschaft, diese Zeit auf 10 Tage zu
reduzieren. Für die Zeit im Abferkel-Kastenstand - die zentrale
Kritik der Volksanwaltschaft - gibt es überhaupt keine
Gesprächsbereitschaft. Der Landwirtschaftsminister und die ÖVP sind
also zu keinerlei relevantem Kompromiss bereit.
VGT-Obmann DDr. Martin Balluch: "Aus Tierschutzsicht sind
körpergroße Gitterkäfige wie Kastenstände völlig indiskutabel.
SPÖ-Minister Stöger strapaziert die Kompromissbereitschaft des
Tierschutzes schon sehr, wenn er die Kastenstandhaltung seinem
Vorschlag gemäß auf zwar maximal aber immer noch 45 Tage pro Jahr
reduzieren will. Doch dem ÖVP-Landwirtschaftsminister ist nicht
einmal dieses Entgegenkommen eine Silbe wert. Er - d.h. eigentlich
seine Tierindustrie, der er offenbar hörig ist - ist nicht bereit,
eine Reduktion im Abferkel-Kastenstand überhaupt nur anzusprechen.
Politik besteht aus Diskussion und Kompromiss, keiner
Diskussionsverweigerung und Blockade, Herr Minister! Unter der
Blockadepolitik der ÖVP leiden nicht nur die Mutterschweine sondern
mittlerweile auch die Schweinebetriebe, weil sie ohne
Rechtssicherheit überhaupt nicht umbauen können."
Rückfragehinweis:
DDr. Martin Balluch, Tel.: 01-9291498, Email: [email protected]
Verein Gegen Tierfabriken, Email: [email protected]
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