- 22.11.2011, 12:45:09
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Schultes: Biomasse statt Heizöl in Raumwärme oberstes Gebot
Wertschöpfungsgewinn durch Steigerung des Einsatzes von erneuerbarer Energie
Wien (OTS) - "Trotz der in vielen Teilen der Welt bereits massiv
spürbaren Auswirkungen des Klimawandels und der Notwendigkeit dagegen
einzuschreiten steigen die weltweiten Emissionen an Treibhausgasen,
allen voran CO2, immer noch deutlich an. Der CO2-Ausstoß lag 2010 auf
Rekordniveau. Wesentlichen Anteil daran hat der Einsatz fossiler
Energieträger wie Erdöl und Erdgas. Die Substitution von fossilen
Energieträgern durch Erneuerbare ist daher aus mehrerlei Gründen
unabdingbar: Klimaschutz, Umweltschutz, Wertschöpfung", stellte
Hermann Schultes, stellvertretender Vorsitzender des
Energieausschusses der Landwirtschaftskammer Österreich und Präsident
der LK Niederösterreich, fest.
Erneuerbare konnten Stagnation bei fossilen Energieträgern mehr als
kompensieren
Während die heimische Produktion von fossilem Erdöl seit 2000 im
Durchschnitt bei circa 44 Petajoule (PJ) stagniert und bei Erdgas im
Mittel bei 65 PJ liegt, konnte die heimische Erzeugung von
Erneuerbaren Energieträgern im selben Zeitraum von 287,5 auf 396,5 PJ
(+38%) gesteigert werden. "Durch den ebenfalls starken Anstieg des
Gesamtenergieverbrauchs von 1.224 auf nunmehr 1.354 PJ (+10,6%)
entspricht die Stagnation der fossilen inländischen Produktion einem
Rückgang der Energieeigenversorgung und dadurch einer stärkeren
Abhängigkeit von Energieimporten aus dem Ausland. Die erneuerbaren
Energieträger konnten dagegen um circa 7% ausgebaut werden und
rangieren derzeit bei rund 29% Anteil an der Energieversorgung. Durch
den Ausbau der erneuerbaren Energiequellen wird hingegen die
Energieimportabhängigkeit verringert und die Versorgungssicherheit
erhöht", unterstrich Schultes.
Heimische Wertschöpfung durch weniger Energieimporte
Bei den derzeit hohen Preisen für Rohöl und den daraus gewonnenen
Produkten wie Benzin, Diesel und Heizöl könne je Prozentpunkt nicht
importierter und durch heimisch erzeugte erneuerbare ersetzte Energie
ein Betrag von rund EUR 180 bis 200 Mio. eingespart werden. Schultes:
"Summiert auf die Anstrengungen und Erfolge der letzten zehn Jahre
beim Ausbau der erneuerbaren Energie ergibt dies eine
Wertschöpfungssteigerung von rund EUR 1,5 Mrd. für die heimische
Volkswirtschaft. Dies konnte durch die konsequente Steigerung in
allen Bereichen der erneuerbaren Energien, sei es Ökostrom, Öko- und
Nahwärme im Raumheizungsbereich oder biogene Treibstoffe im besonders
schwierigen Verkehrssektor erreicht werden. Jetzt gilt es das
Erreichte nachhaltig abzusichern und den Anteil stetig weiter zu
steigern. Letztendlich wird der Preis für importierte Energieträger
zukünftig weiter steigen, die Einsparung durch vermiedene Importe
wächst dadurch noch zusätzlich."
Stopp dem stationären Dieselverbrennen
Diesel ist als flüssiger Energieträger, der in der Landwirtschaft,
dem Baugewerbe und dem Transportsektor dringend benötigt wird,
besonders wertvoll und deshalb viel zu schade um in stationären
Brenngeräten zur Wärmeerzeugung verbrannt zu werden, so Schultes. Und
weiter: "Die alljährlich starke Nachfragesteigerung nach Heizöl (im
Wesentlichen identisch mit Diesel) zu Beginn der Heizsaison treibt
zudem den Preis für Diesel an den Zapfsäulen in die Höhe - der
ohnehin schon stark belastete Autofahrer zahlt somit für die knappe
Heizölversorgung mit. Gerade im Raumwärmebereich kann regional
erzeugte Biomasse, entweder über Nahwärmeanlagen oder hocheffiziente,
heimisch produzierte Heizkessel gewonnen, alle Vorteile - heimisch,
nachhaltig und kostengünstig - besonders gut ausspielen." Der Stopp
des stationären Dieselverbrennens durch die Verdrängung der Ölheizung
aus dem Raumwärmebereich und Ersatz durch Biomasseheizungen sei
deshalb eine zentrale Herausforderung für die zukünftige Energie-,
Klimaschutz-, Umwelt- und letztlich Wirtschaftspolitik, hielt
Schultes abschließend fest.
(Schluss)
Rückfragehinweis:
DI Alexander Bachler,
Tel. 01/53441-8595; E-Mail: [email protected]
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