- 22.11.2011, 12:25:24
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Jetzt: TierschützerInnen unterbrechen ÖVP-Berlakovich Vortrag im Wiener Rathaus
Aus Protest gegen Blockadepolitik des Landwirtschaftsministers in Schweine-Kastenstandfrage gab es bereits 35 solche Störaktionen seit Mitte September
Wien (OTS) - Seit im September 2010 die Volksanwaltschaft ihre
Missstandsfeststellung gegen die Kastenstandhaltung von
Mutterschweinen veröffentlichte und insbesondere seit
SPÖ-Gesundheitsminister Stöger eine diesbezügliche
Verordnungsänderung Anfang März 2011 vorgelegt hat, fordern
tierschutzbewegte Menschen eine Stellungnahme des
Landwirtschaftsministers. Allein, dieser schweigt und betreibt eine
beinharte Blockadepolitik. Deshalb gab es seit Mitte September 2011
bereits 35 Störaktionen bei öffentlichen Auftritten von Berlakovich.
Trotzdem er nunmehr seit 3 Wochen seine öffentlichen Auftritte im
Vorfeld nicht mehr ankündigt, finden sich immer wieder protestierende
TierschützerInnen bei ihm ein, so auch heute früh im Wiener Rathaus.
Als um 9:20 Uhr Berlakovich zu seiner Rede anhub, liefen 6
TierschutzaktivistInnen vor die Bühne und hielten Transparente gegen
die Kastenstandhaltung von Mutterschweinen in die Höhe. Die
Moderatorin Claudia Reiterer befragte die TierschützerInnen sogar mit
dem Mikrophon, was ihr Anliegen ist. Der Applaus der anwesenden
ZuhörerInnen war ihnen sicher. Als sich danach der
Landwirtschaftsminister herausreden wollte, zeigte die Zuhörerschaft
weniger Verständnis.
Eine ähnliche Aktion versuchten TierschutzaktivistInnen auch
gestern Abend bei einer von Berlakovich begleiteten Preisverleihung
in der Wiener Siemensstraße durchzuführen. Der Minister hatte aber
für diesen Event besonders viel Security aufgeboten und die
AktivistInnen einkreisen lassen. So wurde diese Aktion verhindert.
In den "Landwirtschaftlichen Mitteilungen" vom 15. November 2011
wird aus einem Gespräch mit dem ÖVP-Minister berichtet: "Berlakovich
lässt sich [von den Tierschutzaktionen] aber nicht beirren und hält
weiterhin voller Überzeugung zu den Schweinebauern." Dazu kommentiert
VGT-Obmann DDr. Martin Balluch: "Der Minister sagt damit ganz
öffentlich, dass er als Marionette des ÖVP-Bauernbundes und der
Tierindustrie grundsätzlich nur deren Interessen verfolgt. Ein
Minister ist aber dem Volk verpflichtet, nicht seiner
zahlungskräftigen Lobby. Es wird Zeit, dass sich Herr Berlakovich
seiner Rolle als Minister in einer Demokratie bewusst wird oder
zurücktritt. Ein dem Lobbyismus höriger Minister ist eine
Fehlbesetzung. Die ÖVP täte gut daran, noch vor der nächsten Wahl
eine Kursänderung einzuschlagen, sonst wird sie auch noch ihre
letzten WählerInnen verlieren. Der Tierschutz wird die Wählerschaft
zu gegebener Zeit daran erinnern, wie sich die ÖVP in der
Kastenstandfrage verhielt, ob sie der finanzkräftigen Minderheit aus
der Tierindustrie die Stange gehalten oder die 80%-Mehrheitsmeinung
im Volk respektiert hat!"
Rückfragehinweis:
DDr. Martin Balluch, Tel.: 01-9291498, Email: [email protected]
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