• 22.11.2011, 10:16:13
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ANSCHOBER: Feinstaubsituation in Oberösterreich derzeit angespannt

Oö. Umweltlandesrat befürchtet zunehmend Gesundheitsprobleme für Bevölkerung und ein Vertragsverletzungsverfahren der EU.

Linz (OTS) - Umwelt-Landesrat Rudi Anschober: "Die
Feinstaubsituation zeigt sich in Oberösterreich derzeit angespannt:
seit etwa einer Woche treten bei PM10 flächendeckend Überschreitungen
des Grenzwertes für den Tagesmittelwert von 50 Mikrogramm/m3 auf, an
13 von 19 Messstationen des Landes wurde sogar fünf oder mehr Tage
hintereinander der Grenzwert überschritten."

Zwar ist am vergangenen Wochenende durch eine leichte Änderung der
meteorologischen Situation die andauernde Inversions- bzw.
Hochnebellage aufgebrochen worden und damit sind die Werte an allen
Messstellen wieder unter den Grenzwert gesunken, doch ist bis zum
kommenden Wochenende weiterhin mit teilweise zähen Nebelphasen zu
rechnen, in denen die Feinstaubbelastung wieder über den Grenzwert
steigen kann.

LR Anschober: "Damit ist Gewissheit, dass die gemäß
Immissionsschutzgesetz Luft IG-L erlaubte Anzahl von 25
Überschreitungstagen für das gesamte Jahr an mehreren Messstellen
bereits überschritten ist. Aber auch die EU-rechtlichen Vorgaben mit
maximal 35 Überschreitungstagen sind einzuhalten. Das zeigt, dass in
Oberösterreich weiter Handlungsbedarf gegeben ist. Zur weiteren
Reduktion von Feinstaub PM10 und Stickstoffdioxid NO2 wurde daher
heuer für den Zentralraum OÖ gemeinsam mit der Stadt Linz und den
unterschiedlichen Ressorts der Landesregierung ein neues
Maßnahmenprogramm erarbeitet."

Ein Hauptbestandteil dieses neuen Programms sind Maßnahmen zur
Attraktivierung des öffentlichen Verkehrs sowie die schrittweise
Umsetzung der Energiewende in Oberösterreich. Eine Umsetzung der
Energiewende (100 Prozent Erneuerbare Energieträger bis 2030 bei
Wärme und Strom) wird Oberösterreich bis 2030 eine Verringerung der
Feinstaubemissionen PM10 um fast 60 Prozent und eine Verringerung der
Stickoxidemissionen NOx um 36 Prozent bringen. Die Energiewende ist
daher nach den Verbesserungen bei der Großindustrie das zweite große
Luftsanierungsprogramm. Bleibt der Verkehr: Hier darf es zu keiner
weiteren Zunahme des motorisierten Individualverkehrs kommen, um in
Zukunft die Grenzwerte einhalten zu können und kein EU-Verfahren zu
riskieren. Einziger Weg zur Erreichung dieses Ziels ist eine Wende in
der Verkehrspolitik: keine weiteren Verkehrserreger mehr, sondern
umfassender Ausbau des öffentlichen Verkehrs, vor allem auch auf den
Pendlerstrecken.

LR Anschober: "Die zukünftige Verkehrspolitik wird einen wesentlichen
Beitrag zum Erreichen der EU-Ziele und zur Verbesserung der
Luftsituation im Großraum Linz leisten müssen. Die Attraktivierung
des öffentlichen Verkehrs ist dabei ein Schlüsselfaktor. Zusätzlich
zur in Oberösterreich bereits in Umsetzung befindlichen Energiewende
brauchen wir auch eine Verkehrswende. Die fast flächendeckend hohen
Feinstaubkonzentrationen zeigen, dass wir nicht nur regionale
Maßnahmen brauchen, sondern auch die Bundesregierung gefragt ist. Wir
bräuchten jetzt nicht gegenseitige Schuldzuweisungen, sondern einen
Feinstaubgipfel des Bundes (BM Berlakovich, BM Bures, BM
Mitterlehner) mit den Ländern, da die derzeitigen Maßnahmen
offensichtlich österreichweit nicht ausreichen - ansonsten drohen
zunehmend Gesundheitsprobleme für die Bevölkerung und ein
EU-Vertragsverletzungsverfahren."

Rückfragehinweis:
Büro Landesrat Rudi Anschober, Mag. Rudi LEO, Pressesprecher, Tel: +436648299969, mailto:[email protected], Promenade 37, 4020 Linz, www.anschober.at

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