• 16.11.2011, 13:49:44
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Becker schlägt Alarm: "Fordere rasches Eingreifen gegen Energie- und Nahrungsmittel-Teuerung auf EU-Ebene und in Österreich!"

Politik und Wirtschaft schuldet Millionen Pensionisten sowie allen Menschen mit niedrigen Einkommen eine maximale Entlastung

Wien/Strassburg (OTS) - Seniorenbund-Generalsekretär und
Europaabgeordneter Heinz K. Becker nimmt die heute veröffentlichten
Inflationsdaten der Statistik Austria zum Anlass, Alarm zu schlagen
und rasches Handeln seitens Politik und Wirtschaft einzufordern.
Becker führt aus, dass die Oktober-Teuerungsrate (VPI) von 3,4 % und
der Pensionistenpreisindex (PIPH) von 3,6 %, trotz eines insgesamt
leichten Rückgangs, äußerst alarmierende Tendenzen zeigt, die
insbesondere die insbesondere Menschen mit niedrigen Einkommen und
damit bekanntlich einen Großteil aller Pensionisten in ihrer Existenz
trifft:

1. Haushaltsenergie und Heizen wurden binnen nur eines Monats um
7,2% teurer, alleine Gas um 13% und Heizöl sogar um 21%!
2. Nahrungsmittel verteuerten sich seit September durchschnittlich um
4,0%, alleine Molkereiprodukte und Eier um 7%!

Becker geht daher in die Offensive: "Im Interesse von Millionen
Betroffenen, Großteils Seniorinnen und Senioren, allein in Österreich
fordere ich die Verantwortlichen in Politik und Wirtschaft auf, jetzt
rasch einzugreifen, um mögliche existenzielle Notlagen bei Millionen
Menschen zu verhindern, die darauf vertrauen, dass man sie nicht im
Stich lässt!"

Der Seniorenbund-Generalsekretär führt im Detail aus, was bei den
Energiekosten im eigenen Land geschehen müsse:

- Abgesehen davon, dass Österreich weiterhin den Ausbau der
erneuerbaren Energien noch deutlicher beschleunigen müsse, sei es
dringend erforderlich, unabhängiger von den derzeit wenigen
Energielieferanten, besonders bei Gas, zu werden.

- Außerdem müssten sofort alle regionalen Energiepreiserhöhungen -
wie zuletzt besonders in der Bundeshauptstadt Wien - gestoppt werden,
leider wird hier von sozialem Handeln geredet, aber unsozial
gehandelt.

- Die Kontrollmöglichkeiten der e-control müssten gerade jetzt aktiv
genützt werden.

- Die Umstiegsmöglichkeiten der Strom-/Gasversorger müsse weiter
massiv propagiert werden - zu viele Menschen scheinen nicht
ausreichend informiert zu sein.

- Gerade Seniorinnen und Senioren müssten niederschwellig und
ausführlich informiert werden, wie sie selbst Energie sparen könnten,
hatte doch erst gestern Statistik Austria belegt, dass besonders in
Seniorenhaushalten der Energieverbrauch weiterhin stärker steigt als
in anderen Haushalten.

Bei Nahrungsmitteln sieht Becker mehrere Aktionsebenen, speziell auf
europäischer Ebene:

- Erstens gelte es, den immer klarer erkennbaren
"Österreich-Aufschlag" zu beseitigen, den ausländische Hersteller von
österreichischen Handelsketten verlangen, indem sie diese zwingen,
bei bestimmten Vertragsfirmen zu höheren Einstandspreisen einzukaufen
und sie so daran hindern, diese Waren woanders billiger zu beziehen.
Dass dies mit dem allgemeinen Verständnis von freiem Handel in einem
offenen Binnenmarkt wenig zu tun hat, leuchtet wohl Jeder und Jedem
ein.

- Zweitens müsse jenen Finanzspekulationen bei
Nahrungsmittelrohstoffen ein Riegel vorgeschoben werden, die durch
eine Art Wetten auf höhere Preise eine Teilverantwortung dafür
tragen, dass dann fallweise auch wirklich die Lebensmittelpreise
steigen, obwohl dies nicht durch geringere Marktmengen begründbar
ist. Auch wenn der Rohstoffhandel für die längerfristige Sicherung
der Versorgung einen positiven Faktor darstellt, sind derartige
spekulative Auswüchse von der realen Wirtschaft losgelöste
Finanzmarktentwicklungen, die nicht mehr weiter toleriert werden
sollen.

Becker weiß als Europaabgeordneter, dass auch die Europäische
Union diese Probleme bereits erkannt hat und versucht, durch stärkere
Regulierung der Finanzmärkte das Problem der Lebensmittelspekulation
einzudämmen. Nun gilt es jedoch die anvisierten Reformen - auch im
Hinblick auf eine Stärkung des Binnenmarktes und dadurch schrittweise
Beseitigung des Österreich-Aufschlags bei Lebensmitteln - so rasch
wie möglich zu beschließen und prompt umzusetzen.

"Eins ist jedoch klar: Diese Problemthemen können lediglich auf
Ebene der EU vernünftig angegangen werden. Europa kann hier einen
klaren Mehrwert leisten und ist daher gerade deshalb speziell
gefordert - ich bleibe am Ball und verfolge die angekündigten
Schritte genau " so der Europaparlamentarier Becker abschließend.

Rückfragehinweis:
Österreichischer Seniorenbund
stv. Generalsekretärin Susanne Walpitscheker
Tel.: 0650-581-78-82, mailto:[email protected]
www.seniorenbund.at

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