• 15.11.2011, 13:08:57
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Kadenbach: Bei Bienensterben endlich auch Pestizideinsatz und Gentechnik kritisch beleuchten

SPÖ-Europaabgeordnete fordert rasches Handeln und "effizientes Vorgehen gegen alle Ursachen"

Wien (OTS/SK) - Bei der heutigen Schlussabstimmung im Plenum des
Europäischen Parlaments in Straßburg über die Gesundheit von
Honigbienen und die Herausforderungen für den Bienenzuchtsektor hat
sich die SPÖ-Europaabgeordnete einem alternaiven Entschließungsantrag
angeschlossen, da der Bericht des Chefverhandlers "zu unausgewogen
und angesichts des dramatischen Bienensterbens zu wenig ambitioniert
gestaltet" war. Karin Kadenbach, Mitglied im Ausschuss für
Landwirtschaft und ländliche Entwicklung, betont: "Für das
Bienensterben ist ein ganzes Bündel von Ursachen verantwortlich - von
Milben über Artensterben bis Pestizideinsatz. Wir müssen daher auch
alle diese Themen berücksichtigen. Ich bin dagegen, von vornherein
Problemfelder wie grüne Gentechnik oder Pestizideinsatz
auszuklammern." Sie ist enttäuscht darüber, dass diese Punkte im
EU-Parlament keine Mehrheit gefunden haben. ****

Die Zahl der Bienenvölker in Europa und Nordamerika ist seit Langem
rückläufig. In den USA sank sie zwischen 1947 und 2005 um 59 Prozent,
in Mitteleuropa zwischen 1985 und 2005 um 25 Prozent. In Österreich
beträgt der Rückgang einzelner Bienenvölker bis zu 30 Prozent. Auch
die wichtige Funktion der Imker ist im Rückgang begriffen. Gab es
1993 österreichweit noch etwa 30.000 Imker, waren es zehn Jahre laut
später Statistik des Österreichischen Imkerbundes nur noch 24.000.
Die am häufigsten gehaltene Honigbienenrasse in Österreich ist die
Carnica - rund 90 Prozent der 400.000 heimischen Bienenvölker zählen
dazu. Die zweithäufigste vorkommende Bienenrasse ist die "Dunkle
Biene" (sieben Prozent), die besonders in Tirol und Vorarlberg von
Imkern gezüchtet wird. Die restlichen drei Prozent an heimischen
Bienen sind sogenannte Hybridbienen, die aus Rassekreuzungen
hervorgehen.

Kadenbach befürwortet - wie im Entschließungsantrag ausgeführt - mit
Nachdruck eine umsichtige EU-Gesetzgebung und gründliche
wissenschaftliche Risikobewertungen bei genetisch veränderten
Organismen (GVO) und Schädlingsbekämpfungsmitteln. Sie fordert die
Kommission auf, weitere unabhängige wissenschaftliche Untersuchungen
zu fördern, die sich mit den Langzeitauswirkungen genetisch
veränderter Kulturpflanzen - insbesondere der über Pollen
verbreiteten Bt-Toxine - auf Honigbienen und Wildbestäuber allgemein
sowie mit der Synergiewirkung zwischen mehreren
Schädlingsbekämpfungsmitteln und zwischen der Exposition gegenüber
Schädlingsbekämpfungsmitteln und bestimmten Krankheiten befassen.
"Wir fordern ein Moratorium für den Anbau genetisch veränderter
Kulturpflanzen, bis in unabhängigen, von einem Fachkollegium
überprüften Studien nachgewiesen wird, dass keine schädlichen
Auswirkungen auf die Gesundheit der Honigbienen vorliegen", macht die
SPÖ-Umweltpolitikerin klar. (Schluss) gd/mp

Rückfragehinweis: Mag. Markus Wolschlager, SPÖ-Delegation im
Europäischen Parlament, Tel.: +32 (484) 127 331, E-Mail:
[email protected]

Rückfragehinweis:
SPÖ-Bundesorganisation, Pressedienst, Löwelstraße 18, 1014 Wien,
Tel.: 01/53427-275
http://www.spoe.at/online/page.php?P=100493

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