• 08.11.2011, 22:02:11
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Kommentar zu Energie / Ostsee-Pipeline

Osnabrück (ots) - Für viele von Nutzen

Die Kritik ist leiser geworden, am Projekt Ostsee-Pipeline insgesamt
wie auch an seinem deutschen Vater Gerhard Schröder. In seiner Zeit
als Kanzler hatte er die Sache mit Russlands Präsidenten Wladimir
Putin angeschoben, heute leitet der Niedersachse den Aufsichtsrat des
Konsortiums. Persönlich dürfte Schröder aus dieser Verbindung nicht
gerade ein Nachteil entstanden sein, was ihm so mancher übel nimmt.
Aber mit der Zeit ist die Erkenntnis gewachsen, dass die Pipeline
auch vielen anderen nutzt.

Zum einen ist da der deutsche Gaskunde: Je mehr Wege es für den
Energieträger nach Europa gibt, desto größer die Gewähr, dass eine
gewisse Konkurrenz die Preise dämpft. Experten sagen, dass der
Gaspreis unter anderem deshalb um bis zur Hälfte fallen könnte. Zum
anderen profitiert die Industrie: Allein der Bau der Mammutstrecke am
Meeresboden war lukrativ und schuf Know-how für ähnliche Projekte in
aller Welt. Auch der alte Kraftwerksstandort Lubmin im
strukturschwachen Vorpommern hat auf diese Art wieder ein
Vorzeigeobjekt.

Zudem schweißt die Pipeline beide Seiten politisch zusammen. Der
Westen ist aufs Gas angewiesen, Russland hingegen auf Gedeih und
Verderb auf die Erlöse aus dem Verkauf. Die größte Bedeutung der
neuen Strecke ist deshalb eine symbolische: Sie verbindet die alten
Gegner Russland und Deutschland auch im übertragenen, im
gesellschaftlichen Sinne.

Rückfragehinweis:
Neue Osnabrücker Zeitung
Redaktion

Telefon: 0541/310 207

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