- 28.10.2011, 12:50:09
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Bildungsvolksbegehren zeigt Stillstand auf Bundesebene
LH Dörfler und LHStv. Scheuch: Dringender Reformbedarf - Schule muss Betreuungseinrichtung der Zukunft werden
Klagenfurt (OTS/LPD) - Für die Spitze der Kärntner Landesregierung
ist das Bildungsvolksbegehren nur ein Zeichen für den Stillstand auf
Bundesebene, wie Kindergartenreferent Landeshauptmann Gerhard Dörfler
und Bildungsreferent LHStv. Uwe Scheuch heute, Freitag, in einer
Pressekonferenz in Velden feststellten. Damit gestehe man ein, sich
gegen Betonierer und Reformverhinderer wie Neugebauer und Co nicht
durchsetzen zu können.
"Österreichs Bildung ist dringend reformbedürftig", unterstrichen
Landeshauptmann und Scheuch. Auch von Kärnten wurden im Vorfeld
fachliche Inputs eingebracht, nachdem es jetzt aber nach Verwässerung
und nach politischen Interventionen aussieht, steht Kärnten vielen
Forderungen des Volksbegehrens kritisch gegenüber.
Es gelte rasch zu handeln. Das Bildungssystem sei teuer, habe
unterdurchschnittliche Pisa-Ergebnisse und mache dennoch hohe Kosten
für den Nachhilfeunterricht notwendig. Dörfler sprach sich dagegen
aus, Kindergärten in die Bundeszuständigkeit zu geben, denn Kärnten
sei hier dem Bund, etwa durch das vorschulische Bildungsjahr, um vier
Jahre voraus. Kärnten habe durch seinen offensiven Ausbau bei der
Kinderbetreuung insgesamt über 800 Jobs insbesondere für Frauen
geschaffen.
Dörfler sprach sich weiters für eine hohe Qualität an
Weiterbildungsangeboten aus, auch hier sei Kärnten sehr aktiv, etwa
durch das Bakip und durch das Institut für Bildung und Beratung. Die
Abschaffung des Sitzenbleibens, wie sie im Volksbegehren gefordert
werde, sei nicht nachvollziehbar, denn dies würde die gegebenen
Leistungshürden einfach ignorieren. Bessere Bildungsangebote, mehr
Bildungsqualität, mehr Flexibilität der Lehrer und viel mehr
Aufenthalt von Lehrern an ihren Schulen müsse es geben, wozu das
Dienstrecht geändert werden müsse, so Dörfler.
"Das Volksbegehren ist ein reiner politischer Ablenkungsversuch. Es
wäre viel einfacher, wenn die Ministerin Claudia Schmied die
notwendigen und allseits bekannten Modernisierungsschritte endlich
umsetzt und die dementsprechenden Gesetze im Parlament einbringt.
Stattdessen wird für ein Volksbegehren viel Geld ausgegeben, das man
viel sinnvoller in Schulprojekte investieren hätte können",
kritisiert Scheuch.
"Statt des Ablenkversuches Bildungsvolksbegehren sollte der Bund zum
Beispiel endlich das Landeslehrerdienstrecht überarbeiten. Das wäre
die Grundlage für eine Weiterentwicklung des Bildungssystems in
Richtung Betreuungsausbau, Flexibilisierung und Modernisierung. Diese
Reform müsste oberste Priorität haben, nicht der Stimmenfang für das
Volksbegehren", stellt Scheuch fest. Außerdem sei eine gemeinsame
Schule der 6-15-jährigen notwendig, von Beginn bis Ende der
Schulpflicht. Das funktioniere schließlich ja auch in der
Volksschule.
"In einer gemeinsamen Schule hätte man viel mehr Möglichkeiten, um
auf die individuellen Fähigkeiten besser eingehen zu können, bei
Schwächen zu fördern und die Stärken zu fordern. Und nur mit einem so
flexibilisierten Lehrerdienstrecht kann man die Schule als
Betreuungseinrichtung der Zukunft positionieren", erklärt Scheuch. In
Kärnten werde man jedenfalls auch künftig Vorreiter und offen für
neue Ideen sein.
So kündigte der Bildungsreferent an, im Pflichtschulbereich auf den
Mangel an männlichen Lehrern reagieren zu wollen. Es sei pädagogisch
wichtig, den Schülerinnen und Schülern sowohl weibliche als auch
männliche Bezugspersonen zu bieten. Des Weiteren werde man die
Einrichtung von Bildungszentren forcieren, um dort Ressourcen bündeln
und eine breitere Ausbildungspalette anbieten zu können.
"Unser Bildungssystem stammt aus der Nachkriegszeit. Ein deutlicheres
Signal, dass eine Modernisierung angesagt wäre, sollte es eigentlich
nicht brauchen. Auch die Kompetenzzersplitterung auf Gemeinden,
Länder und den Bund muss beseitigt und Gremien wie Landes- und
Bezirksschulräte abgeschafft werden. Allein diese Systemverschlankung
würde den Bildungsbereich flexibler, moderner und billiger machen",
so Scheuch.
(Schluss)
Rückfragehinweis:
Kärntner Landesregierung, Landespressedienst
Tel.: 05- 0536-10201
http://www.ktn.gv.at
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