• 22.09.2011, 20:21:06
  • /
  • OTS0251 OTW0251

Die Gegenwart der Abwesenheit (von Daniela Gross)

Ausgabe 23. Sep. 2011

Klagenfurt (OTS) - Das Areal in New York, da, wo damals die Twin
Towers standen, ist heute ein offener, unverbauter Platz. Zum
Gedenken an die Opfer. In einer Fernsehdokumentation blickt ein
Künstler von seinem - in einem schwindelerregend hohen Stockwerk
gelegenen - Atelier auf eben diese Leere hinab. Und sagt: "Das ist
die Gegenwart der Abwesenheit". Ein wunderschöner Gedanke. Im Grunde
zu schön, um ihn in unseren heimischen Politalltag zu übersetzen. Und
doch: Angesichts der Themen, die unsere Innenpolitik plagen, reizt
der Vergleich von der Gegenwart der Abwesenheit. Als hätte sich
unsere Politik ihre eigene, kleinkarierte, korrupte Welt geschaffen,
wird das Tatsächliche ausgeblendet. Die Themen gestern, 22.9. 11:
Faymann-Inseratendiskussion; Telekom: Neue Anzeigen; U-Ausschuss:
Tauziehen; Streit: Anti-Korruptionsgipfel. Unterdessen schreit Europa
Alarm; eine Studie warnt vor dem Ende des Euro; die Konjunktur
schrumpft, soll sich im nächsten Jahr halbieren; das Budgetdefizit
ufert aus; Experten fordern zum Handeln auf; und Nobelpreisträger
Josef E. Stiglitz kommentiert nüchtern: "Die Politiker sind sehr
langsam". Offensichtlich besonders in Österreich.

Rückfragehinweis:
Kärntner Tageszeitung
Chefredaktion
Tel.: 0463/512000-502
mailto:[email protected]

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS - WWW.OTS.AT | KTI

Bei Facebook teilen.
Bei X teilen.
Bei LinkedIn teilen.
Bei Xing teilen.
Bei Bluesky teilen

Stichworte

Channel