ANSCHOBER: Bundesregierung sieht Errichtung des weltweit einzigen neuen Atomreaktors ohne Volldruckcontainment in Mochovce tatenlos zu
Ein halbes Jahr nach Fukushima ist neben Tschechien und Slowenien auch in der Slowakei kein Umdenken in Sicht. Bundesregierung sieht Mochovce-Ausbau tatenlos zu.
Linz (OTS) - Während in anderen Ländern aus der Atomenergie
ausgestiegen wird, denkt auch die Slowakei nach der verheerenden
Katastrophe von Fukushima nicht daran, ihre Atomkraftwerke
stillzulegen. Ganz im Gegenteil:
In Mochovce werden die Blöcke 3 und 4 ohne druckfeste Schutzhülle
gebaut- in einer Bauweise, deren Technologie aus den 1970iger Jahren
stammt und längst nicht mehr dem Stand der Technik entspricht. Zur
Erinnerung: Vor genau einem halben Jahr wurde die Atomkatastrophe von
Fukushima neben Erdbeben und Tsunami dadurch miverursacht, dass
Fukushima ohne Volldruckcontainment betrieben wurde.
Genau dieses Sicherheitssystem fehlt auch in Mochovce. Im
Umweltverträglichkeitsverfahren für die beiden zusätzlichen
Reaktorblöcke wurden nur Auswirkungen eines Unfalls auf einen Umkreis
von 3 km berücksichtigt- ein Hohn nach Tschernobyl und Fukushima.
Trotz dieser Umstände sieht die Bundesregierung tatenlos zu, obwohl
Anfang Juli bei einer Konferenz der Vertragsstaaten der Aarhus
Convention bestätigt wurde, dass beim Bau des AKW Mochovce 3/4 das
Verfahren nicht den internationalen Vorgaben über die
Öffentlichkeitsbeteiligung und Umweltinformation entspricht und somit
europarechtswidrig ist."
"Ich fordere daher von Bundeskanzler Faymann sowie Umweltminister
Berlakovich, dass Österreich umgehend ein
Vertragsverletzungsverfahren gegen die Slowakei einleitet", so
Landesrat Rudi Anschober. "Der Umweltminister muss jetzt dafür
sorgen, dass dieser Rechtsbruch auch sanktioniert und das Verfahren
unter korrekten Rechtsbedingungen wiederholt wird. Vor allem wäre
jetzt dringend ein Baustopp zu verhängen", so Anschober. "Ehrliche
Konsequenzen aus Fukushima zu ziehen, heißt vor allem auch, dass die
Bundesregierung endlich aktiv wird gegen Risikoreaktoren an unseren
Grenzen. In den vergangenen Monaten ist es jedoch bislang bei
Antiatom-Rethorik geblieben - die nächsten Monate müssen endlich
Taten bringen."
Mag. Hadmar Hölzl
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