• 08.09.2011, 10:56:03
  • /
  • OTS0081 OTW0081

Agenda Talk "Citycheck Wien - Berlin" mit CDU Berlin Generalsekretär Krömer

ÖVP Wien Landesparteiobfrau Marek lud zu hochkarätig besetzter Podiumsdiskussion in die Erste Bank Lounge

Wien (OTS) - Auf Einladung von ÖVP Wien Landesparteiobfrau
Christine Marek fand Mittwochabend im Rahmen der Agenda Wien+ in der
Erst Bank Lounge der Agenda Talk zum Thema "Citycheck Wien - Berlin"
statt. Neben Schauspielerin Elke Winkens, Kurier Chefredakteur Helmut
Brandstätter sowie Unternehmer und Gemeinderat Axel Neuhuber konnte
Marek dabei auch Bernd Krömer, den Generalsekretär der CDU Berlin
begrüßen, wo in wenigen Tagen die Wahlen zum Abgeordnetenhaus und den
Bezirksverordnetenversammlungen stattfinden. In ihrem
Einleitungsstatement hob Marek hervor, dass man die beiden Städte
Wien und Berlin aufgrund ihrer Größe nur bedingt vergleichen könne,
es abgesehen davon jedoch einige Parallelen und gemeinsame
Herausforderungen gebe, mit denen beide Metropolen konfrontiert
seien.

Industrielle Basis für Wachstum und Beschäftigung notwendig

Als Beispiel nannte die Landesparteiobfrau die Deindustrialisierung.
"Natürlich geht die Entwicklung in den Städten in Richtung
Dienstleistungssektor, aber der Verlust von 40 Prozent der
Produktionsarbeitsplätze in gerade einmal 20 Jahren war für beide
Städte zu heftig. Sowohl die ÖVP Wien als auch die CDU Berlin haben
immer wieder darauf hingewiesen, dass man für Wachstum, für
Beschäftigung auch eine entsprechende industrielle Basis braucht.
Einerseits muss es also um Betriebsansiedelungen gehen, andererseits
um den Innovationsstandort, der neue Betriebe hervorbringt. Das ist
eines unserer zentralen Anliegen."

Im Bereich der Arbeitslosigkeit seien es in beiden Städten ebenfalls
die gleichen Probleme, so Marek weiter. "Berlin liegt mit einer
Arbeitslosenquote von fast 14 Prozent an letzter Stelle in
Deutschland, bundesweit betrug die Quote im Jahr 2010 rund 7,7
Prozent. Wien liegt mit 8,8 Prozent ebenfalls über dem
Bundesdurchschnitt von 6,9 Prozent. Gerade auch die
Langzeitarbeitslosigkeit ist in Berlin erschreckend hoch. Wien hat
dafür ein deutliches Problem bei Beschäftigungsquoten bei älteren
Arbeitsnehmern."

Bei Kreativwirtschaft von Berlin lernen

In ihrem einleitenden Statement warf Marek abschließend auch einen
Blick auf den gesamten Bereich der Kreativwirtschaft, deren stärker
werdende Bedeutung auch für Wien zu beobachten sei. "Im Jahr 2008
sind in dem Cluster rund 57.400 Erwerbstätige beschäftigt gewesen und
Wiens Kreativwirtschaftsunternehmen konnten im Jahr 2008 Umsatzerlöse
von etwa 10,8 Milliarden Euro generieren. Die Bruttowertschöpfung lag
bei rund 3,8 Milliarden Euro und erreichte damit einen Anteil von 5,1
Prozent an der Wertschöpfung der Wiener Unternehmen der
Gesamtwirtschaft." Der Umsatzanteil dieses Clusters wachse auch in
Deutschland ständig und machte 2009 in Berlin 16 Prozent des
Gesamtumsatzes der Berliner Wirtschaft aus. Die Creative Industries
in Berlin verzeichneten rund 122.000 Beschäftigte; zusätzlich gibt es
fast genau so viele Selbständige. "Ich halte diese Branche für extrem
wichtig, da sie Wachstum ankurbelt, für Innovationen sorgt und
letztlich auch wichtiger Bestandteil einer Smart City ist. Berlin hat
sich hier schon nach Meinung vieler Experten als führende Stadt der
Kreativwirtschaft erfolgreich in Europa positioniert. Es wäre schön,
wenn sich Wien daran ein Beispiel nehmen und von Berlin lernen
würde", sagte Marek.

Spannende Städte - spannenden Podiumsdiskussion

Im Rahmen einer spannenden Diskussion sprachen die Teilnehmer/innen
über ihre Erfahrungen, die sie in den unterschiedlichsten Bereichen
als Künstlerin, Manager, Unternehmer oder Politiker in der deutschen
Hauptstadt machen und gemacht haben.

CDU-Generalsekretär Bernd Krömer ging aufgrund der bevorstehenden
Wahlen zum Abgeordnetenhaus von Berlin auch auf die politische
Situation ein. "Berlin hat nach zehn Jahren rot-roter Regierung
Nachholbedarf in sehr vielen Bereichen. Berlin ist überall dort
vorne, wo es hinten sein sollte, wie beispielsweise bei der
Arbeitslosigkeit. Im Bereich der Bildung verhält es sich umgekehrt.
Hier ist Berlin nach insgesamt 23 Schulreformen hinten, obwohl es
vorne sein sollte."

Helmut Brandstätter, der selbst jahrelang als Geschäftsführer des in
Berlin ansässigen Nachrichtensenders n-tv tätig war, betonte, dass
die Aufbruchsstimmung, die noch in den 90ern in der Stadt Berlin
geherrscht habe, etwas verflogen sei bzw. die versprochene
Entwicklung, nämlich Berlin zu einem zweiten New York oder Shanghai
zu machen, nicht eingetreten sei. Wien wiederum gleiche eher einem
Freiluftmuseum, in dem permanente Veränderung nur in minimalem Ausmaß
stattfände.

Diesen Befund teilte auch Elke Winkens, die auch auf den
Sicherheitsaspekt in der Stadt sowie die Antriebslosigkeit und
Aggression von Jugendlichen zu sprechen kam. Problem orte sie vor
allem im Elternhaus, das die Jugendlichen nicht in ausreichendem Maße
unterstütze. Zudem vermisse sie Zivilcourage.

Alexander Neuhuber befand, dass die Gentrifizierung, also die
Aufwertung von Stadtteilen, in Wien gegenüber Berlin in einem sehr
geringen Tempo voranschreite. Stadtviertel würden nur sehr langsam zu
Trendvierteln, wobei in Berlin die Gefahr bestünde, dass die
Aufwertung der innerstädtischen Bezirke zu einer Verdrängung von
unteren sozialen Schichten an den Stadtrand führen würde.

Einig waren sich die Diskutanten auch darin, dass man sowohl in Wien
als auch in Berlin vor allem in die Ausbildung junger Menschen
investieren, ihnen die volle Aufmerksamkeit und Perspektiven bieten
müsse, um Zustände wie in anderen europäischen Hauptstädten wie etwa
London oder Paris zu verhindern.

Rückfragehinweis:
ÖVP Wien - Pressestelle
Tel.: (01) 515 43 - 940, Fax:(01) 515 43 - 929
mailto:[email protected]
http://www.oevp-wien.at

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS - WWW.OTS.AT | NVW

Bei Facebook teilen.
Bei X teilen.
Bei LinkedIn teilen.
Bei Xing teilen.
Bei Bluesky teilen

Stichworte

Channel