• 08.09.2011, 10:19:57
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Volkshilfe: Weidenholzer fordert rasche Einführung von Vermögenssteuer

Damit können Lücken im sozialen Bereich geschlossen werden

Wien (OTS) - Volkshilfe Präsident Univ. Prof. Josef Weidenholzer
zeigt sich verärgert über "die diversen Blockierer bei der Einführung
einer Vermögensteuer für die Reichsten der Reichen. Denn in
Österreich geht die Schere zwischen arm und reich immer mehr auf. Die
Zahl der Reichen wächst, während die hohe Zahl armutsbetroffener
Menschen in den letzten Jahren nicht kleiner wird."

Wie zahlreiche Studien zeigen, könnte das Geld, das für
Sozialausgaben, für die Bildung, für die Pflege dringend benötigt
wird, durch die Wiedereinführung der Erbschaftssteuer, durch die
Einführung einer Transaktionssteuer, durch die Anpassung der
Grundsteuer und eine Besteuerung besonders hoher Vermögen eingenommen
werden. Der Volkshilfe-Präsident sieht eine Besteuerung von Vermögen
über eine Million EUR so auch lediglich als ersten wichtigen Schritt
zu einer umfassenden Steuerreform. "Es geht mir auch um die
Entlastung des Faktors Arbeit sowie um eine gerechtere Verteilung der
Steuerlast. Auch die anteilsmäßig höhere Belastung von ArbeiterInnen
und Angestellte in unteren Einkommensschichten durch die
Sozialversicherungsbeiträge ist nicht gerecht.

Laut den jüngsten Daten OECD zählt Österreich hinter Slowakei,
Tschechien und Mexiko mit 0,5 % Anteil am Bruttoinlandsprodukt immer
noch zu den Schlusslichtern, was vermögensbezogene Steuern betrifft.
Auch gemessen am gesamten Steueraufkommen machen Einnahmen aus
Vermögenssteuern in Österreich nur 1,3 Prozent aus, während der OECD
Schnitt bei 5,4 Prozent liegt.

Reichtum ist in Österreich besonders ungleich verteilt. 10
Prozent halten 60 % am gesamten Immobilienvermögen, 2 Prozent aller
Haushalte vereinen fast die Hälfte des gesamten Erbschaftsvolumens
auf sich. Nur 3 Prozent der Haushalte besitzen Anteile an GmbHs,
innerhalb dieser Gruppe wiederum besitzen 10 Prozent der
AnteilhaberInnen 92 Prozent aller Anteile.

"Vermögend zu sein heißt bessere Chancen im Leben haben, heißt
eine höhere Lebenserwartung, bessere Bildung, mehr Macht und
Einfluss. Eine Umverteilung von Vermögen würde bessere Startchancen
für alle bedeuten", so Weidenholzer. "Wenn Ungleichheit verringert
wird, steigen außerdem nicht nur die individuellen Lebenschancen,
sondern es geht der gesamten Gesellschaft besser:, weniger
Kriminalität und mehr Vertrauen in die Zukunft. Das brauchen wir für
unser Land."

Rückfragehinweis:
Erwin Berger, MAS
Leiter Kommunikation Volkshilfe Österreich
Mobil: 0676 83 402 215
E-Mail: [email protected], www.volkshilfe.at

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