• 08.09.2011, 10:01:28
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Kirchenaustritt wird zur Volksbewegung

Initiative gegen Kirchenprivilegien stellt Städte-Panel vor: Innsbruck und Salzburg an Spitze der Austrittswelle. Verdreifachung der Linzer-Austrittszahlen im 2. Quartal

Wien (OTS) - In den letzten fünf Jahren hat sich mehr eine Viertel
Million Österreicherinnen (253.894) von der römisch-katholischen
Kirche verabschiedet. Somit ist sie die am stärksten schrumpfende
Glaubensgemeinschaft in Österreich, wie auch aktuelle Austrittszahlen
offenbaren: In Linz, haben sich Austrittszahlen im zweiten Quartal
2011 verdreifacht (von 202 im ersten auf 777 im zweiten Quartal). In
Salzburg haben bis Ende Juni 1.770 Menschen der Kirche den Rücken
gekehrt - das entspricht einer Zunahme von fast 40% zum
Vergleichszeitraum des Rekordaustrittsjahres 2010. Die Kirche droht
also, immer mehr in die Bedeutungslosigkeit abzurutschen. Tatsächlich
übersteigt die Zahl der Austritte nun auch die Zahl der
unfreiwilligen Kircheneintritte durch Taufen. "Für 2011 rechnen wir
mit mehr als 70.000 Austritten", sagt Niko Alm, Mitinitiator des
Volksbegehrens gegen Kirchenprivilegien, das seit März österreichweit
Unterstützung aufliegt. Wie entschlossen sich die Menschen von der
Kirche abkehren, wird auch anhand der geringen Widerrufszahlen
sichtbar. So haben in Wien von 16.527 Austritten im Jahr 2009
(aktuellste Zahlen, Quelle: Kirchliche Statistik der Diözesen
Österreichs) nur rund 205 ihre Entscheidung - trotz hartnäckiger
Kirchenzuschriften - innerhalb von 3 Monaten widerrufen. Das ist rund
1%.

Auch rituelle Angebote werden immer weniger genutzt

Bemerkenswert ist auch, dass immer weniger Menschen die
zeremoniellen Angebote der Kirche in Anspruch nehmen - der Rückgang
in diesem Bereich ist deutlich stärker, als die schrumpfenden
Mitgliederzahlen erwarten lassen: Gottesdienstbesuche, Taufen,
Erstkommunion und sogar kirchliche Begräbnisse sind in den letzten
Jahren kontinuierlich zurückgegangen: Fanden im Jahr 2003 noch 54.492
Taufen statt, waren es im Jahr 2009 erstmals weniger als 50.000. Gab
es 2003 noch 67.966 Erstkommunionen, waren es im Jahr 2009 nur noch
55.033 (bei 75.387 Geburten, d.h. mehr als ein Viertel der
österreichischen Babys werden nicht mehr getauft), und der
Abwärts-Trend geht weiter. Denn der Kirchenaustritt ist nur der
Schlusspunkt am Ende einer langen Phase der Entfremdung von
kirchlichen Inhalten.

Emanzipation von der Kirche

"Der Staat muss diese neue Volksbewegung endlich anerkennen. Es
ist nicht mehr länger hinnehmbar, dass die stetig wachsende Gruppe
der Konfessionsfreien (dzt. rd. 2 Mio ÖsterreicherInnen) die Kosten
für eine zunehmend irrelevante Kirchengemeinschaft trägt", sagt Niko
Alm. "Die Menschen haben genug von den Vertuschungen in den vielen
Missbrauchsfällen und dem mangelnden Reformwillen der Kirchenleitung.
Die österreichische Bevölkerung hat sich selbst bereits von der
Kirche.befreit. Es ist an der Zeit, dass der Staat diese
Emanzipationsbewegung zur Kenntnis nimmt und endlich überholte und
unfaire Privilegien streicht."

Die Zahlen im Einzelnen:

Eisenstadt: Bis Ende Juni 2011: 63
Klagenfurt: Bis Ende Juli 2011: 430
St.Pölten: Bis Anfang Juni 2011: 288
Linz: Bis Ende Juni: 979
Salzburg: Bis Ende Juni: 1770
Graz: Bis Ende Juni 1.548
Innsbruck: Bis Ende Juni 2011: 695
Bregenz: Bis Ende Juni: 635
Wien: Zahlen werden zwar auf Steuerzahlerkosten erhoben, jedoch nur
den Kirchen zur Verfügung gestellt.

Austrittszahlen nach Jahren (Gesamt-Ö):

2006: 36.715
2007: 36.293
2008: 40.224
2009: 53.269
2010: 87.393

www.kirchen-privilegien.at

Rückfragehinweis:
FJ PURKARTHOFER PR, +43-664-4121491, [email protected]

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