- 25.08.2011, 14:32:17
- /
- OTS0190 OTW0190
Schultes: "Gesundheitsminister geht vor Tierschutzaktivisten in die Knie"
Verunsicherung und Existenzangst bei Schweinehaltern
St. Pölten (OTS) - "Wir stehen mit dem Rücken zur Wand", das war
die Kernbotschaft von Schweinhaltern in der Region Wiener Neustadt,
denen NÖ Bauernbundobmann Hermann Schultes am Mittwoch dieser Woche
einen Besuch abstattete. Mittelpunkt der Gespräche Schultes mit den
Landwirten waren Maßnahmen zur Absicherung der Betriebe, die sich
aufgrund der vom Gesundheitsministerium ausgehenden Verunsicherung
über die künftige Zulässigkeit von Ferkelschutzkörben in der
Sauenhaltung in einer existenzbedrohlichen Lage sehen.
"Stöger geht offensichtlich vor den Drohungen selbst ernannter
Tierschutzaktivisten vom Schlage eines Herrn Balluch in die Knie",
kommentiert der Bauernbundobmann die jüngste Entwicklung in der
Sache. Denn obwohl er schon den Termin für eine weitere
Verhandlungsrunde mit dem Landwirtschaftsminister vereinbart hatte,
erklärte Gesundheitsminister Stöger per Brief vom 19.08.2011 an
Volksanwalt Peter Kostelka (SPÖ) die Verhandlungen für gescheitert.
Zeitgleich beschuldigte Tierschutzaktivist Balluch in völliger
Verdrehung der Tatsachen den Landwirtschaftsminister (!) des
Verhandlungsabbruches und unterstellte Nikolaus Berlakovich ein
"elitär tierfeindliches Amtsverständnis". Weiters drohte Balluch, der
sich anmaßt, selbst Vertreter "des Volkswillens" zu sein, gegenüber
Berlakovich, man müsse diesen "an die Öffentlichkeit zerren und zu
einer Rechtfertigung für sein Handeln zwingen", man müsse gegen Leute
wie ihn "Kampagnen fahren, die den Konflikt systematisch eskalieren".
Schultes: "Das sind genau die Methoden, die zu dem Prozess gegen
Tierschutzaktivisten in Wiener Neustadt geführt haben." Ein
demokratisch gewählter Minister, egal ob er Stöger oder Berlakovich
oder sonstwie heiße, dürfe vor solchen Mobbing-Methoden nicht in die
Knie gehen, so der Bauernbundobmann.
Das Beharren des Gesundheitsministers auf dem Verbot der
Ferkelschutzkörbe wertet Schultes als "gegen das Interesse von Mensch
und Tier gerichtet". Schultes: "Der Vorschlag Stögers drängt
bäuerliche Betriebe ins Aus, schadet den Tieren und gefährdet die
qualitativ hochwertige Versorgung der heimischen Bevölkerung mit
Schweinefleisch aus regionaler Produktion." Ein Minister mit so einem
Amtsverständnis werde seiner Verantwortung nicht gerecht, so Schultes
Mahnung an den Gesundheitsminister. Der Bauernbundobmann führt zudem
enorme wirtschaftliche Nachteile für Österreich an, die eine
Verlagerung der Ferkelproduktion ins Ausland zur Folge hätte. "Jeder
Hof, der zusperren muss, kostet zumindest fünf weiteren Beschäftigten
im landwirtschaftsnahen Industrie- und Gewerbebereich den
Arbeitsplatz", so Schultes. Dazu komme das Tierleid, das Stögers
Vorhaben verursachen würde. Denn es würden wesentlich mehr Tiere im
Stall erdrückt und im Fall von Importen auch über wesentlich weitere
Strecken transportiert.
Schultes fordert Gesundheitsminister Stöger zurück an den
Verhandlungstisch. Ein Vorschlag der Bauernseite zu einer Mensch und
Tier dienlichen Vorgangsweise liege dem Minister seit Längerem vor.
Zudem solle Stöger mitwirken an einer unmissverständlichen regionalen
Herkunftskennzeichnung für Fleisch- und Wurstwaren aus Österreich.
(Schluss)
Rückfragehinweis:
Hans Maad - NÖ Bauernbund
Tel. 02742/9020 235 E-Mail: hans.maad @noebauernbund
OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS - WWW.OTS.AT | AIM






