OTS0079   18. Aug. 2011, 10:51

ASBÖ und FMK: Mobilfunk rettet Leben - ganz konkret

Interview mit Prim. Univ.-Prof. Dr. Dr. Helmut Seitz, M.Sc. , Chefarzt des Landesverbandes Wien des Arbeiter-Samariter-Bund Österreichs


Österreich hat sich in den letzten 20 Jahren zum
Top-Mobilfunk-Land entwickelt.

Die hohe Dichte an Mobilfunkstationen gewährleistet aber nicht nur
dass Telefonate, SMS, mobiles Internet und die beliebten "Apps"
einwandfrei funktionieren. Ein ganz anderer, von vielen kaum
bemerkter Effekt ist zu beobachten: Österreichs Mobilfunknetz trägt
dazu bei, Leben zu retten. Und zwar ganz konkret: In Notfällen können
Handys Leben retten. Setzt ein Ersthelfer einen Notruf ab, wird er
mit der Rettungsleistelle verbunden. Der Ersthelfer wird dann - bis
ein Einsatzwagen zur Unfallstelle kommt - durch das
Rettungspersonal bei den Este Hilfe Maßnahmen angeleitet. In
Verbindung mit Freisprechschaltungen konnten so viele
Wiederbelebungen durchgeführt werden.

Interview mit Prim. Univ.-Prof. Dr. Dr. Helmut Seitz, M.Sc. ,
Chefarzt des Landesverbandes Wien des Arbeiter-Samariter-Bund
Österreichs

Dr. Seitz, Mobilfunk rettet Leben, ist diese Behauptung richtig?

Seitz: Das kann man so sagen, denn die Zeit spielt in der
Notfallmedizin eine besondere Rolle. Für Schwerverletzte und
Herzinfarktpatienten gilt die so genannte "Goldene Stunde". Das
bedeutet, wer vom Eintritt des Ereignisses innerhalb einer Stunde ins
Krankenhaus gebracht wird, hat sehr gute Überlebenschancen. Heute
hat fast jeder ein Handy und kann fast überall sofort die Rettung
alarmieren. Früher hat das deutlich länger gedauert, wertvolle Zeit
ist verstrichen.

Kann man das mit Zahlen belegen?

Seitz: Vor 20 Jahren überlebten nur 29 von 100
Herzinfarktpatienten. Heute überleben 78 von 100!

Und das ist dem Mobilfunk zu verdanken?

Seitz: Selbstverständlich nicht ausschließlich. In den letzten 20
Jahren haben sich die Behandlungsmethoden wesentlich verbessert.
Aber mit der Verbreitung von Handys und dem Ausbau der Mobilfunknetze
haben sich auch die Alarmierungszeiten deutlich verkürzt. Die
Kombination all dieser Faktoren führte zu dieser erfreulichen
Entwicklung.

Wie sieht die Situation eigentlich bei einem Patienten mit
Herzstillstand aus? Leisten auch hier die Mobilfunknetze einen guten
Dienst?

Seitz: Natürlich, aber nicht ganz so wie vorher beschrieben. Denn
im Gegensatz zu schweren Verletzungen oder dem Herzinfarkt kann man
bei einem Herzstillstand im besten Fall von der "goldenen Minute"
sprechen. Das bedeutet, dass sofort Wiederbelebungsmaßnahmen gesetzt
werden müssen. Aber auch hier gilt: Zuerst die Rettung unter 144
rufen (im Ausland unter 112 ohne Vorwahl) und erst danach mit der
Reanimation beginnen. Das eintreffende Rettungsteam wird dann die
Maßnahmen fortsetzen. Es gibt übrigens dazu eine "App" für
Smartphones des Arbeiter-Samariter-Bund Österreichs. Man kann sie
unter www.dersamariter.at downloaden. Meine Bitte dazu: Schon vorab
mal ansehen, damit man dann im Notfall einen kühlen Kopf bewahrt!

Noch eine persönliche Frage: Können Sie sich Ihren beruflichen Alltag
ohne Hany, wie er damals üblich war noch vorstellen?

Seitz: Ich kann mich noch sehr gut an die Zeit ohne Handy
erinnern: Alles war viel mühsamer und dauerte länger.

Und privat? Stört Sie die permanente Erreichbarkeit?

Seitz: Ich nutze auch mein privates Handy recht häufig. Sollte
mich die permanente Erreichbarkeit wirklich mal stören, dann schalte
ich es einfach ab - was man mit dem Festnetzanschluss übrigens nicht
machen kann.

Zur Person:

Der Steirer Prim. Univ.-Prof Dr. Dr. Helmut Seitz, M.Sc. ist 52
Jahre alt, verheiratet und hat einen Sohn.

Seit Beginn seiner ärztlichen Karriere hat er 203 Publikationen
und Vorträge veröffentlicht, bzw. gehalten.

Seit dem Jahr 2000 ist er Vorstand der Abteilung für
Unfallchirurgie des Spitalsverbund Landeskrankenhauses Judenburg
Knittelfeld, Lehrkrankenhaus der Medizinischen Universität Graz,
davor war er stationsführender Oberarzt an der Universitätsklinik für
Unfallchirurgie in Wien. Darüber hinaus ist er im Landesverband Wien
Chefarzt des Arbeiter-Samariter-Bund Österreichs.
Seitz hat bis Anfang August 2011 4.226 Operationen (ohne Endoskopien)
durchgeführt.

Notrufkarte 112 mit Tipps kostenlos erhältlich

Als besonderen Service bietet das FMK und der Arbeiter Samariter
Bund Österreich die Notrufkarte 112 mit dem praktischen Aufkleber für
das Handy an. Auf der Karte im Scheckkartenformat können zwei
ICE-Kontakte eingetragen werden. Ein Gesprächsleitfaden für die
rasche und effiziente Abwicklung eines Notrufes hilft in
Stresssituationen Ruhe zu bewahren.

Der Euro-Notruf gilt in der EU und in Island, Kroatien,
Liechtenstein, Monaco, Mazedonien, Montenegro, Norwegen, der Schweiz,
Serbien und in der Ukraine

Service > Die Notrufkarte 112 ist kostenlos beim Samariterbund und
beim FMK erhältlich:
Arbeiter-Samariter-Bund Österreichs
Telefon: 01/89 145-227
E-Mail: info@samariterbund.net

Forum Mobilkommunikation:
Telefon: 01/588 39 14
E-Mail: office@fmk.at

Forum Mobilkommunikation - FMK

Die freiwillige Brancheninitiative FMK ist Ihr Ansprechpartner bei
allen Fragen zu Mobilkommunikation und der Mobilfunk-Infrastruktur.
Das FMK vermittelt zwischen Betreibern und Gemeinden, um gemeinsame
Lösungen zu finden. Wir liefern Ihnen Zahlen, Daten und Fakten, damit
Sie sich Ihre persönliche Meinung über Mobilfunk bilden können. A1
Telekom Austria, Alcatel-Lucent, Ericsson, FEEI, Hutchison 3G
Austria, Kapsch Carrier Com, Nokia, Nokia Siemens Networks, Orange,
Samsung, Sony Ericsson und T-Mobile

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OTS0079 2011-08-18 10:51 181051 Aug 11 FMK0001 0781



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E-Mail: martina.vitek@samariterbund.net
Tel. 01 89 145-227 oder 0664 358 23 86

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