Rechtsextreme Einflüsse dürfen in der Anti-Atom-Bewegung keinen Platz haben
Land OÖ muss die Diskriminierung von Kritikern umgehend beenden
Pasching (OTS) - Neue Analyse belegt: Weltanschauliche Grundlagen
des Weltbund zum Schutze des Lebens - WSL stammen aus der NS-Zeit
Der Streit um die Kooperation mit im Vorfeld des Rechtsextremismus
angesiedelten Personen und Organisationen eskaliert derzeit in
Oberösterreich. Landesrat Anschober versucht neuerdings mittels
"Zwangsmediation", die Kritiker von rechtsextremen Tendenzen von den
Förderungen im Rahmen der Anti-Atom-Offensive auszuschließen. In
Absprache mit seinem Büro wird auch eine Verleumdungskampagne mit dem
Vorwurf des Datenmissbrauches gegen regierungskritische Atomgegner
geführt. Eine neue Analyse des Weltbund zum Schutze des Lebens - WSL
durch den renommierten deutschen Journalisten und Buchautor Peter
Bierl stärkt hingegen den kritischen AtomgegnerInnen nun den Rücken.
(siehe www.ots.at/redirect/antiatom8 ).
Bierl war sehr erstaunt über die OÖ-Auseinandersetzung, weil er es
für unmöglich hielt, dass ein Verband wie der "WSL", der sich seiner
Einschätzung nach auf einem rassistischen Konzept des Umweltschutzes
gründet, heute noch in der Antiatom-Bewegung mitmischen kann. Wie das
funktionieren dürfte, wird nun in einem weiteren umfangreichen Papier
ausführlich dargestellt (siehe http://www.ots.at/redirect/antiatom11
).
Der Experte Peter Bierl kommt in seiner aktuellen Analyse zu
folgenden Feststellungen:
"Der WSL steht nach wie vor in der Tradition ihres Gründers
Günther Schwab. Die Linie Schwabs ist die Linie der Rassenhygiene,
die zu NS-Verbrechen gegen "Minderwertige" führte und als quasi
"modernes" Element eine klar rassistische und ökofaschistische
Komponente enthält. In der Satzung des österreichischen WSL finden
sich Formulierungen, die an Ideen der Rassenhygiene erinnern. Unter
dem Paragraphen 2, der den Zweck des Vereins bestimmt, werden unter
anderem "Maßnahmen gegen die drohende Dekadenz, Voranstellen der
Grund- und Erbgesundheit" aufgeführt. Zentrale Begriffe und Ideen des
Rassismus und Faschismus finden sich im WSL wieder: Volkstum und
Heimat, die kulturpessimistische Rede vom Untergang des Abendlandes,
von der erbbiologischen Verschlechterung der Weißen, der
"Bevölkerungsexplosion" in den armen Ländern des Südens, von
"Überfremdung", der Zerfall und Dekadenz durch Rassenmischung."
Die von Bierl erstellte Analyse belegt (-), dass die Grundlagen
des WSL - basierend auf der Linie seines Gründers, des ehemaligen
NSDAP- und SA-Mitglieds Günther Schwab - der Ideologie der NS-Zeit
entspringen.
Auch in einem vor einigen Monaten veröffentlichten Gutachten des
DÖW wird von der Verortung des Vereines "im Vorfeld des
Rechtsextremismus" gesprochen. Die in diesem Zusammenhang von LR
Anschober oftmals zitierte Passage, dass es für eine derartige
Verortung seit Mitte der 1980-er Jahre keine Anhaltspunkte mehr gäbe,
ist lt. Bierl lediglich "als Hinweis auf eine fehlende Quellenbasis
zu verstehen".
Der langjährige Präsident des WSL Fritz Witzany, der auch
Mitbegründer der Grünen St. Florian ist und dort bis Jänner 2011 als
grüner Gemeinderat agierte, äußerte mehrmals seine tiefe Bewunderung
für den WSL-Gründer Schwab. Von einer Distanzierung von der
Gründungsideologie des WSL war nie die Rede. Witzany wurde von der
Organisation "atomstopp - atomkraftfrei leben!", mit der sich der WSL
jahrelang ein Büro im Ursulinenhof in Linz teilte, ins
Personenkomitee zum Euratom-Volksbegehren aufgenommen. Dies führte
zur Ablehnung der Kooperation durch den Verein "Antiatom Szene".
"Ich bin vom Vorgehen des Umweltlandesrates Rudolf Anschober tief
enttäuscht", erklärt Radko Pavlovec, der bis Ende 2010
Anti-Atom-Beauftragter in OÖ war. "Kritische NGO's mittels
"Zwangsmediation" zur Kooperation mit Personen oder Organisationen
zwingen zu wollen, die im Vorfeld des Rechtsextremismus angesiedelt
sind, das riecht nach politischer Willkür. Ich möchte Landesrat
Anschober auffordern, von solchen aus moralischer Sicht verwerflichen
Methoden Abstand zu nehmen und dafür zu sorgen, dass belastete
Personen im Rahmen der Anti-Atom-Offensive des Landes Oberösterreich
keine Rolle mehr spielen", so Pavlovec abschließend.
"Im Gegensatz zu Deutschland, wo der WSL bzw. das daraus
resultierende "Collegium Humanum" behördlich aufgelöst wurden, werden
WSL-Kritiker in Österreich mit Verleumdungskampagnen gestraft und
diskriminiert.", erklärt Elvira Pöschko, Obfrau der NGO "Antiatom
Szene".
"Unsere Kritik hat sich vollinhaltlich bestätigt. Wie das Land OÖ,
allen voran LR Anschober, mit NGOs verfährt, die sich gegen den WSL
und mit ihm kooperierenden Vereinen aussprechen, erinnert an Zustände
in der DDR. Politische Konsequenzen müssen die Folge sein.", sagt
Peter Rosenauer, Obmann von "Resistance for Peace".
FAZIT des Experten Peter Bierl:
"Solange Angehörige des WSL und die Organisationen selber eine
überzeugende und nachvollziehbare Distanzierung von solchen
menschenverachtenden Lehren und von Schwab als dem maßgeblichen
Vertreter vermissen lassen, kann es keine Zusammenarbeit von
Demokraten, Umweltschützern und Anti-AKW-Bewegung mit ihnen geben.
Eine klare Trennung und inhaltliche Auseinandersetzung mit der
braunen Traditionslinie der Umweltbewegung sind notwendig."
Weitere Informationen:
ANALYSE "Lebensschutz und Rassenhygiene: Zu den ideologischen
Grundlagen des Weltbundes zum Schutz des Lebens (WSL)" von PETER
BIERL datiert mit 1.8.2011: http://www.ots.at/redirect/antiatom10
und
Verflechtung zwischen dem Weltbund zum Schutze des Lebens (WSL) und
dem Verein "atomstopp-atomkraftfrei leben" und die Rolle von
Landesrat Rudolf Anschober (Grüne)
datiert mit 8.8.2011: http://www.ots.at/redirect/antiatom11
Antiatom Szene:
+43 650 6660065,
www.antiatomszene.info
Peter Bierl,
0049 - 0174 - 4075406
Radko Pavlovec: +43 664 421 74 91,
http://pavlovec.wordpress.com/
Peter Rosenauer,
Resistance for Peace:
+43 664 5051861,
www.resistanceforpeace.org















