• 20.07.2011, 16:09:42
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"KURIER"-Kommentar von Karin Leitner: "Ortschefs gesucht"

Spät hat die Politik erkannt, dass das Bürgermeister-Amt attraktiver zu machen ist.

Wien (OTS) - Idealistisch oder verrückt - das muss jemand sein,
der Bürgermeister einer Kleingemeinde wird: rund um die Uhr Termine,
rund um die Uhr verfügbar. Ob es nur um einen umgefallenen Mistkübel,
einen Nachbarschaftsstreit oder um Haftungen mit Folgen geht.
Entschädigt wird er dafür mit einem Bettel (im Vergleich mit anderen
Jobs mit dieser Verantwortung und dem Zeitaufwand). Sein
Repräsentationsbudget deckt nur einen Teil der Ausgaben (bei jedem
Fest ist ein Fass Bier zu zahlen). Vor allem nicht beamtete Ortschefs
sind die Blöden. Bei einem Monatszuverdienst von mehr als 374 Euro
fällt die gesamte ASVG-Frühpension weg.
Endlich hat die hohe Politik erkannt, dass das Bürgermeister-Amt
attraktiver gemacht werden muss -, weil es sonst bald niemanden mehr
gibt, der es haben will: Die Zuverdienstgrenze für Ortschefs fällt;
und jene, die es nicht mehr sind, sollen Arbeitslosengeld bekommen.
Zu reformieren ist auch außerhalb der Gemeindestuben:
Mini-Kommunen ohne Infrastruktur wie Kirche, Greißler und
Dorfwirtshaus müssen à la longue kostensparend kooperieren. Das
brächte nicht nur eine zeitgemäße Verwaltung, sondern auch wieder
Nachfrage nach dem Platz an der Gemeindespitze.

Rückfragehinweis:
KURIER, Innenpolitik
Tel.: (01) 52 100/2649
mailto:[email protected]
www.kurier.at

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