• 13.07.2011, 12:44:25
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ÖGB-Foglar: Mit erweiterten Kennzahlen Politik treffsicherer machen

Wirtschaftlicher Erfolg ist mehr als BIP

Wien (OTS/ÖGB) - "Volkswirtschaftliche Kennzahlen über
Wirtschaftsleistung, Produktivität, Beschäftigungsquoten und
dergleichen geben ein Gesamtbild, sagen aber wenig darüber aus, wie
es um Wohlstand, Verteilung, wirtschaftlichen Erfolg oder die
Arbeitsplatzsituation einzelner Gruppen wirklich bestellt ist", sagt
ÖGB-Präsident Erich Foglar zum heute vom WIFO präsentierten
erweiterten Messkonzept für wirtschaftlichen Erfolg. "Den Blick zu
erweitern ist ein richtiger Ansatz, um Ungleichheiten und
Fehlentwicklungen aufzudecken und politische Schritte zu deren
Beseitigung einleiten zu können."

Foglar begrüßt den Ansatz von immer mehr Wirtschaftsexperten, den
heute auch das WIFO erläutert hat, dass die bisher gängigen
Messzahlen alleine zu wenig sind, um daraus den wirtschaftlichen
Erfolg einer Gesellschaft in seinen unterschiedlichen Facetten - und
folglich die nötigen politischen Maßnahmen, ableiten zu können.
"Österreich gehört zu den zehn reichsten Staaten der Erde, das heißt
aber noch lange nicht, dass wir keine Armut haben oder unsere Systeme
der sozialen Sicherheit zurückschrauben können", bringt Foglar ein
Beispiel.

"Gesamtzahlen in Verbindung mit spezifischen Daten zu betrachten ist
genau jene Vorgangsweise, die Gewerkschaften bei den jährlichen Lohn-
und Gehaltsverhandlungen wählen", sagt Foglar. "Neben der Entwicklung
der Produktivität und der Inflation wird auch ein genauer Blick auf
die Situation der Branchen, für die gerade verhandelt wird, geworfen.
Nur so können die Gewerkschaften für bestimmte Bereiche oder Gruppen
konkrete Forderungen ableiten, zum Beispiel das stärkere Anheben von
niedrigen Einkommensgruppen und Frauenlöhnen, oder
Weiterbildungsmaßnahmen in Branchen, die sich technologisch rasch
weiterentwickeln."

Der Ansatz, die Messzahlen zur Beschreibung des Zustands und der
Entwicklung einer Volkswirtschaft zu erweitern, sei ganz besonders in
verteilungspolitischen Fragen wichtig, sagt Foglar. "In der Frage von
mehr Steuergerechtigkeit wird gerne behauptet, wir seien schon ein
Hochsteuerland. Das ist korrekt, wir sind ein Hochsteuerland, was die
Arbeitseinkommen betrifft, die den größten Teil der Steuerlast
tragen. Jene, die gegen einen Systemwechsel im Steuersystem sind -
weniger Belastungen auf Arbeit, mehr Beiträge von großen Vermögen -
tragen am wenigsten bei."

Foglar teilt die Analyse des WIFO, dass eine nachhaltige
Wirtschaftsentwicklung nur möglich sei, wenn man möglichst vielen
Menschen den Zugang zu Erwerbsarbeit erleichtert. "Beste Ausbildung
ohne Barrieren, Abbau von geschlechts- und herkunftsbedingten
Unterschieden in der Arbeitswelt, mehr Frauen in Beschäftigung - das
alles sind politische Maßnahmen, die sich aus einer erweiterten
Betrachtung der wirtschaftlichen Kennzahlen unweigerlich ergeben", so
Foglar.

www.fairteilen.at

Rückfragehinweis:

Nani Kauer, MA
   ÖGB-Referat für Öffentlichkeitsarbeit (Leitung)
   Pressesprecherin des ÖGB-Präsidenten Erich Foglar
   1020 Wien, Johann-Böhm-Platz 1
   (01) 53 444 39261
   0664 6145 915
   www.oegb.at

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