Leopold Museum: Restituieren, nicht verkaufen!
Israelitische Kultusgemeinde geht in Wien und London an die Öffentlichkeit
Wien (OTS) - Sotheby's versteigerte gestern um 19 Uhr in London
eines der zentralen Schiele-Gemälde aus der Sammlung der
Leopold-Museum Privatstiftung, "Häuser mit bunter Wäsche". Ein
anderes zentrales Schiele-Gemälde aus dieser Sammlung, "Häuser am
Meer", ist als Raubkunstwerk zu restituieren - es wird aber nicht
restituiert.
Die IKG veranstaltete zeitgleich in London und in Wien eine Aktion,
um auf das unterschiedliche Schicksal dieser beiden Gemälde
aufmerksam zu machen.
"Häuser am Meer" lagert seit vielen Jahren im Depot des Leopold
Museums und ist ohne Wenn und Aber laut Michalek-Kommission vom Juni
2010 ein Raubkunstwerk. Die Erben nach Jenny Steiner, der "Häuser am
Meer" bis 1938 gehörte, bemühen sich seit über 10 Jahren um die
Restitution des Gemäldes. Das Leopold Museum verweigert diese
Restitution mit vielen alten und manchen neuen Argumenten: Das
Kunstrückgabegesetz sei auf die Privatstiftung nicht anwendbar,
"Häuser am Meer" sei ein zentrales Werk von Egon Schiele und somit
ein "unverzichtbarer Teil" der Sammlung.
"Häuser mit bunter Wäsche" hingegen wurde vom Leopold Museum nun
gestern Abend in London verkauft. Auch dieses Gemälde ist ein
zentrales Werk von Egon Schiele, aber offensichtlich ein
"verzichtbarer Teil" der Sammlung. Verkauf und Ausfuhr aus Österreich
ist kein Problem.
Ariel Muzicant, Präsident der Israelitischen Kultusgemeinde: "Das
Leopold Museum hat nichts gelernt. Nach dem unrühmlichen Streit um
"Wally" von Egon Schiele, bahnt sich der nächste Streit um Schieles
"Häuser am Meer" an. Die Politik ist aufgerufen, endlich
einzugreifen."
Dr. Ariel Muzicant, Präsident
Erika Jakubovits, Executive Director
Israelitische Kultusgemeinde Wien
Israelitische Kultusgemeinde Wien,
Tel: +43 1 531 04.102,
Mobil: +43 664 201 24 24,
Email: e.jakubovits@ikg-wien.at,
Website: www.raubkunst.at














