- 03.06.2011, 08:04:01
- /
- OTS0009 OTW0009
Neue Erkenntnisse in der Psychotherapie:
Jeder in die Psychotherapie investierte Euro bringt 2 bis 4 Euro an gesamtgesellschaftlichem Nutzen.
Wien (OTS) - Prävention bei psychisch kranken Jugendlichen zeigt
Erfolg
Psychotherapie gehört in Deutschland zu den umsatzstärksten
Leistungen in der gesetzlichen Krankenversicherung. In Deutschland
wird pro Kopf der Bevölkerung etwa fünf Mal so viel Psychotherapie
angeboten wie in Österreich. Wie in Österreich werden auch in
Deutschland bei immer mehr Menschen psychische Störungen
diagnostiziert. Depressionen, Angst- und Belastungsstörungen haben
immer größeren Anteil an Krankschreibungen und sind inzwischen in
Deutschland wie auch in Österreich Hauptursache von Frühpensionen.
Das Verordnungsvolumen von Psychopharmaka steigt in beiden Ländern
kontinuierlich.
In einer Langzeitstudie hat die Techniker Krankenkasse (TK) in
Deutschland zusammen mit Wissenschaftlern der Universitäten Mannheim
und Trier die Effektivität ambulanter Psychotherapie und
Möglichkeiten regelmäßiger Qualitätsmessungen untersucht. Dabei zeigt
sich, dass jeder in die Psychotherapie investierte Euro 2 bis 4 Euro
an gesamtgesellschaftlichem Nutzen bringt. Aufgrund dieser guten
Ergebnisse soll nun der Zugang zur Psychotherapie in Deutschland
unbürokratischer werden und Verlängerungsanträge wegfallen. Die
Studie zeigt, dass sich die Behandlungsdauer ohne langwierige Anträge
nicht erhöht und die Behandlungsdauer unverändert gut ist.
Weniger psychische Probleme bei 14- bis 16-jährigen durch
Präventionsprogramme an Schulen
"Saving and Empowering Young Lives in Europe" (SEYLE), eine andere
Studie, die in Deutschland, neun weiteren EU-Staaten und Israel sowie
unter Beteiligung der privaten Universität für
Gesundheitswissenschaften, medizinische Informatik und Technik (UMIT)
in Hall in Tirol, ein Jahr lang durchgeführt wurde, zeigt
vielversprechende Ergebnisse: Weniger psychische Probleme bei den
teilnehmenden SchülerInnen, ein deutlicher Rückgang von depressiven
Symptomen, selbstschädigenden Verhaltensweisen und Selbstmordgedanken
bei Mädchen. Schulungen für LehrerInnen und SchülerInnen zur
Enttabuisierung psychischer Störungen, ein Screening-Verfahren und
die Möglichkeit, rasch eine psychotherapeutische Behandlung zu
erhalten, haben die Suizidrate bei etwa 25 Prozent der Jugendlichen
im Laufe der Folgeuntersuchungen gesenkt.
Während in Deutschland mit Weitblick in die Psychotherapie
investiert wird, versuchen die Kassen in Österreich das Problem klein
zu reden und die PatientInnen mit Sozialprojekten abzuspeisen.
Niedriges Versorgungsniveau, lange Wartezeiten und viele, die sich
unter den gegebenen Bedingungen in Österreich Psychotherapie nicht
leisten können, sind die Folgen.
"Die Kassen werden langfristig auch in Österreich um einen Vertrag
für Psychotherapie nicht herum kommen. Psychische Störungen gehören
zu den größten Kostenverursachern im Gesundheitswesen. Ein guter Mix
aus Präventionsmaßnahmen und einem dichten Behandlungsangebot ist
notwendig, um den Betroffenen zu helfen und enorme
volkswirtschaftliche Kosten einzudämmen.", so Dr. Eva Mückstein,
Präsidentin des ÖBVP.
Der Österreichische Bundesverband fordert den Hauptverband der
Sozialversicherungsträger deshalb auf, die Vertragsverhandlungen für
die flächendeckende psychotherapeutische Versorgung umgehend
aufzunehmen. Damit sofort mehr PatientInnen Psychotherapie in
Anspruch nehmen können, sollte der Krankenbehandlungszuschuss, der
seit 1992 nicht erhöht oder wertangepasst wurde, auf EUR 40 erhöht
werden.
Links:
Vollständiger Evaluationsbericht des TK-Modellvorhabens:
www.presse.tk.de
Zwischenbericht des Universitätsklinikums Heidelberg zur
SEYLE-Studie: http://www.ots.at/redirect/seyle1
Rückfragehinweis:
Dr.in Eva Mückstein, Präsidentin ÖBVP
T: 0676/600 46 76, E: [email protected]
Mag.a Barbara Zsivkovits, Presse & PR ÖBVP
T: 01/512 70 90.23, E: [email protected]
www.psychotherapie.at
OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS - WWW.OTS.AT | OBP






