- 01.06.2011, 13:49:51
- /
- OTS0230 OTW0230
EHEC: Sicherheit durch Lebensmittel-Kontrollen erhöhen
LVA informiert über Maßnahmenpaket
Wien (OTS) - "Seit gestern sind spanische Gurken öffentlich von
der Schuld freigesprochen worden, die aktuelle EHEC-Problematik
ausgelöst zu haben. Viele Fragen zum Thema sichere Lebensmittel sind
aus Sicht der Konsumenten aber noch bzw. wieder offen. Die Antwort
ist klar: Lebensmittelsicherheit beginnt beim Bauern und endet nicht
an der Supermarktkassa, sondern erst am Teller. Im Rahmen der
Kontrollkette spielt kompetente Analytik durch Qualitätslabors eine
zentrale Rolle. Aber nur durch richtigen Umgang mit Lebensmitteln bei
Transport und Lagerung sowie konsequente Hygiene in der Küche kann
das hohe Sicherheitsniveau gehalten werden", erklärte Dr. Michael
Gartner, Geschäftsführer der LVA GmbH, des größten privaten
Kompetenzzentrums für Lebensmittelsicherheit in Österreich, vor
Journalisten in Wien.
Wie werden Obst und Gemüse in der täglichen Praxis kontrolliert?
In Österreich muss jeder, der Lebensmittel in Verkehr bringt - ein
Bauer theoretisch ebenso wie ein lebensmittelherstellender Betrieb -
, dafür Sorge tragen, dass diese auch gesundheitlich unbedenklich für
die Verbraucher sind. Die amtlichen Untersuchungen sind dann nur mehr
eine Überkontrolle, die risikobasiert und stichprobenartig erfolgt.
Denn bereits vorher muss jeder Hersteller mit einem
Eigenkontrollsystem nachweisen können, dass seine Lebensmittel sicher
sind. So kontrollieren Betriebe und Lebensmitteleinzelhandel laufend
auf eigene Kosten die Qualität der Rohstoffe und ihrer fertigen
Produkte- entweder in betriebseigenen oder bei akkreditierten
externen Qualitätslabors. So erklärt sich, dass allein die LVA mit
rund 40.000 Proben pro Jahr um ca. 30 % mehr Proben untersucht als
die amtliche Kontrolle. Nimmt man noch weitere private und die
betriebseigenen Labors der Unternehmen der Lebensmittelindustrie
dazu, verschiebt sich das Verhältnis noch viel deutlicher.
Bei Obst und Gemüse werden in erster Linie Pestizidrückstände
kontrolliert. Dr. Gartner: "Mit unserer Multimethode können wir auf
höchstem Niveau in einem Schritt auf mehrere Rückstände untersuchen,
was Vorteile bei der Geschwindigkeit und den Kosten der Analysen
bringt." Die Vorgaben des Lebensmittelhandels für Lieferanten sind
meist mehrfach strenger als die gesetzlichen Grenzwerte. Aber auch
sensorische Prüfungen von Obst und Gemüse werden von der LVA
durchgeführt, damit die Erwartungen der VerbraucherInnen erfüllt
werden.
Dr. Barbara Meltsch, Leitung Begutachtung der LVA:
"Mikrobiologische Untersuchungen bei Obst und Gemüse sind möglich,
waren aber bisher weder im amtlichen Kontrollumfang noch in
Eigenkontrollen der Unternehmen mit hoher Priorität eingestuft. Der
Grund dafür ist, dass es in Österreich bisher nur sehr selten
Probleme mit pathogenen Keimen gibt, weil durch die strengen Auflagen
der Handelsketten die Lieferanten ganz spezifische Zertifizierungen
wie IFS, BRC oder unternehmensspezifische Auflagen der Marken
erfüllen müssen."
Ganz auszuschließen sind Kontaminationen aber nie: Die USA wurden
im Jahre 2006 und dann wieder 2008 von einer EHEC-Welle heimgesucht.
Hier waren die Erreger auf Salat und Spinat. 2006 wurde auch ein
Salmonellenausbruch beobachtet. Im April 2008 stellten die
amerikanischen Gesundheitsbehörden erneut eine Lebensmittelinfektion
bei rund 100 Menschen durch bisher selten beobachtete Salmonellen
fest, deren Ursprung auf rohe Tomaten zurückgeführt werden konnte.
Reduzieren mikrobiologische Untersuchungen das Risiko?
Die Schwierigkeit bei mikrobiologischen Untersuchungen von Obst und
Gemüse liegt darin, dass es verschiedene Quellen von Verunreinigungen
geben kann. Ein Beispiel: Die Produktion beim Landwirt erfolgt
sauber, aber das Wasser bei der Reinigung in der Packstelle ist
belastet. Oder die Produkte sind einwandfrei, kommen aber während des
Transportes oder im Verkaufsdisplay des Lebensmitteleinzelhandels, z.
B. durch Kunden, mit pathogenen Keimen in Kontakt. Oder bei der
Zubereitung zu Hause oder in der Gastronomie passiert eine
Verunreinigung durch mangelnde Hygiene. Ein Untersuchungsergebnis
kann daher zwar helfen, Fehler in der Produktions-Kette aufzuspüren,
aber nie alle Möglichkeiten für Kontaminationen bis zum Teller
abdecken.
Dr. Barbara Meltsch weiter: "Nach diesem EHEC-Ausbruch wird dem
Thema eine neue Bedeutung zukommen. Wir haben daher reagiert und
bieten unseren Kunden neue Untersuchungspakete an, damit sie auch bei
Obst und Gemüse mikrobiologische Gutachten und Prüfberichte zur
Kontrolle ihrer Qualitätsmaßnahmen vorweisen können."
Helfen Kontrollen und Untersuchungen überhaupt?
Unsere Lebensmittel sind so sicher wie noch nie vorher in der
Geschichte. Ständige Selbstkontrolle im Rahmen des
Qualitätsmanagements ist heute Standard - und Pflicht - für
Lebensmittelunternehmen. Lebensmittelsicherheit entsteht als
komplexer Prozess durch die Zusammenarbeit aller Teilnehmer der "food
supply chain", der Lebensmittelkette vom Acker bis zum Teller. Dazu
DI Wawschinek, Geschäftsführer LVA Consult: "Diese Kette endet aber
nicht an der Supermarktkassa. Jeder Verbraucher kann das Risiko bei
Lebensmitteln, die vor dem Genuss nicht erhitzt werden, durch
richtiges Verhalten reduzieren."
Wie können sich VerbraucherInnen schützen?
OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS - WWW.OTS.AT | LVA






