- 26.05.2011, 11:23:16
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OeNB erwirtschaftet 2010 ein Geschäftsergebnis von 291 Mio EUR
Wien (OTS) - Die Oesterreichische Nationalbank (OeNB)
erwirtschaftete im Geschäftsjahr 2010 ein geschäftliches Ergebnis von
291 Mio EUR (2009: 318 Mio EUR). Der Bund erhält 269 Mio EUR (2009:
272 Mio EUR), wovon 73 Mio EUR auf die Körperschaftssteuer und 196
Mio EUR auf den 90-prozentigen Gewinnanteil des Bundes entfallen.
Diese Eckdaten des Jahresabschlusses präsentierten heute
OeNB-Präsident Claus J. Raidl und OeNB-Gouverneur Ewald Nowotny im
Anschluss an die Generalversammlung der OeNB.
"Die gestiegene Unsicherheit im Zuge der Finanzkrise hat auch die
Risiken für die Notenbank deutlich erhöht und erfordert den weiteren
Aufbau von Risikovorsorgen", führte Gouverneur Ewald Nowotny weiter
aus. "Wie im Vorjahr hat die OeNB daher wieder eine Zuführung zur
Risikorückstellung im Jahr 2010, und zwar in Höhe von 300 Mio EUR,
vorgenommen. Angesichts dieser Dotation ist das Geschäftsergebnis
durchaus sehr zufriedenstellend. Im Wesentlichen waren dafür drei
Faktoren entscheidend", so Gouverneur Nowotny.
Erstens erhöhten sich die Zinserträge, die traditionell wichtigste
Ertragskomponente einer Zentralbank, um beinahe 15% auf 719 Mio EUR.
Dies ist vor allem auf die höheren Zinserträge aus den im Rahmen des
Programms für Wertpapiermärkte angekauften Wertpapieren
zurückzuführen.
Zweitens legte das Reservenmanagement der OeNB angesichts der
großen Unsicherheit auf den Finanzmärkten das Hauptaugenmerk auf den
Werterhalt der Finanzanlagen, wodurch das Risiko aus Wechselkurs- und
Zinsbewegungen minimiert werden konnte.
Drittens sorgte die OeNB durch ihre strategische und konsequente
Ausrichtung auf Kosten-management und Effizienzsteigerung für eine
sehr moderate Entwicklung der Personal- und Sachaufwendungen. Die
Personalaufwendungen in Höhe von 120 Mio EUR blieben im Jahr 2010
gegenüber dem Vorjahr de facto unverändert. Mit Stichtag 31. Dezember
2010 beliefen sich die OeNB-Mitarbeiterressourcen auf 986,2, die
direkt für den Fachbereich tätig waren. Die Sachaufwendungen
reduzierten sich gegenüber 2009 auf 78 Mio EUR (-3 Mio EUR).
Der Bilanzgewinn beträgt im Jahr 2010 21,8 Mio EUR. Gemäß
Beschluss der heutigen Generalversammlung werden davon 1,2 Mio EUR
für die Ausschüttung einer 10-prozentigen Höchstdividende auf das
Grundkapital von 12 Mio EUR und 9 Mio EUR als Zuweisung von
Förderungsmitteln an den Jubiläumsfonds der OeNB verwendet. Die
verbleibenden 11,6 Mio EUR werden einer Gewinnglättungsrücklage
zugeführt.
Im Jahr 2010 setzte sich die konjunkturelle Erholung der
Weltwirtschaft fort, die Länder innerhalb des Euroraums wuchsen mit
unterschiedlichen Geschwindigkeiten. Österreich konnte vom
Exporterfolg des wichtigsten Handelspartners Deutschland profitieren
und wird nach gut 2% im Jahr 2010 heuer zwischen 2 1/2% und 3% und
somit neuerlich stärker als der Euroraum wachsen.
Besondere Aufmerksamkeit erfordert jedoch die Sicherung der
Preisstabilität. Steigende Rohstoffpreise führten seit Anfang 2011 zu
höheren Inflationsraten im Euroraum wie in Österreich. Im April 2011
beschleunigte sich die Teuerungsrate in Österreich auf 3,7%.
Gouverneur Nowotny: "Nach dem bereits erfolgten Zinsschritt wird das
Eurosystem nötigenfalls weitere geldpolitische Schritte setzen, damit
der Preisanstieg sich nicht als dauerhaft höhere Inflation
festfrisst. Die Prognose der Europäischen Kommission vom Mai 2011
erwartet für Österreich eine Inflationsrate im Jahr 2011 von 2,9 %.
Im Jahr 2012 wird sie aus heutiger Sicht wieder auf 2,1% abebben."
In einigen Ländern des Euroraums verschlechterte sich die
öffentliche Verschuldung markant. Die starke Marktreaktion in Form
hoher Risikoaufschläge auf Staatsanleihen erforderte nicht nur die
Gewährung rascher Überbrückungskredite der Staatengemeinschaft für
die betroffenen Länder, sondern auch außerordentliche geldpolitische
Maßnahmen des Eurosystems.
In einem global weiter verbesserten wirtschaftlichen Umfeld ist es
für das Eurosystem nun besonders wichtig, das Vertrauen in die
gemeinsame Währung zu stärken. Der Euro hat in den Jahren seines
Bestehens auf vielfältige Weise seine Vorteile entfaltet. Die
durchschnittliche Inflationsrate von 1,98 % im Euroraum bzw. 1,77% in
Österreich im Zeitraum von 1999 bis April 2011 sicherte die Kaufkraft
der Bevölkerung. Die Preis- und Wechselkursstabilität hat den Handel
beflügelt und die beteiligten Länder während der Krise vor starken
Turbulenzen abgeschirmt. Die gemeinsame Geldpolitik und die über die
Jahre gestärkte wirtschaftspolitische Zusammenarbeit erleichterten
Schritte zur Sicherung der Finanzmarktstabilität und die Koordination
wirtschaftspolitischer Maßnahmen.
Für einen weiterhin stabilen Euro ist es daher wichtig, den
hochverschuldeten Ländern des Euroraums den Rücken für
einschneidende, aber unabdingbare Reformen zu stärken und damit die
baldige Trendwende bei der Verschuldungsquote sicherzustellen. Um in
allen Ländern die Basis für nachhaltige öffentliche Finanzen und
einen gesunden Wachstumspfad zu schaffen, wurden zahlreiche Reformen
des wirtschaftspolitischen Regelwerkes initiiert. Diese umfassen eine
stärkere internationale Abstimmung von fiskal- und
strukturpolitischen Maßnahmen, einen erweiterten
Überwachungsmechanismus zur Vermeidung makroökonomischer
Ungleichgewichte und die Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit.
Eine weitere große Herausforderung ist die Vermeidung zukünftiger
Finanzkrisen. Die Lehren der vergangenen Jahre setzten einen
internationalen Reformprozess in Gang, der in einem
weiterentwickelten regulatorischen Rahmen mündete. Im Jahr 2010 wurde
Einigung zum neuen Basel-III-Akkord erzielt, der auf eine höhere
Widerstands- und Risikotragfähigkeit der Banken abstellt. Weiters
wurde der Aufbau einer makroprudenziellen Aufsicht in Europa zur
Erkennung systemischer Risiken erfolgreich abgeschlossen.
Die OeNB ist in die neue europäische Aufsichtsarchitektur, die
seit 1. Jänner 2011 in Kraft ist, intensiv eingebunden. Die stärkere
nationale und internationale Vernetzung der Finanzaufsicht stellt die
Analyse, Datenerhebung und -verarbeitung innerhalb der OeNB jedoch
vor neue Anforderungen. Die OeNB wird diese Aufgabe - unterstützt
durch eine langfristig orientierte Personal- und Ausbildungspolitik -
bestmöglich bewältigen. Der erforderliche Aufbau an Personal im
Aufsichtsbereich konnte durch einen konsequenten Mitarbeiterabbau in
den anderen Bereichen der OeNB weitgehend kompensiert werden.
Die OeNB hat sich in den letzten Jahren zu einem modernen und an
Nachhaltigkeit orientierten Unternehmen entwickelt. Weitere
Kostenoptimierungen und eine Reduktion der Anzahl der
Mitarbeiterinnen bzw. Mitarbeiter sind Ziele der
Unternehmensstrategie bis zum Jahr 2015. Das an branchenüblichen
Kriterien orientierte und konkurrenzfähige neue Dienstrecht, das mit
Juli 2011 in Kraft tritt, positioniert die OeNB als attraktiven
Arbeitgeber mit straffem Kostenmanagement.
Details zum Jahresabschluss 2010 sowie zu den Aktivitäten in den
Geschäftsfeldern der OeNB sind im Geschäftsbericht 2010 verfügbar.
Dieser beinhaltet als Nachhaltigkeitsbericht auch die Wissensbilanz
2010 und die Umwelterklärung 2010 (siehe auch www.oenb.at).
Rückfragehinweis:
Oesterreichische Nationalbank
Abteilung für Öffentlichkeitsarbeit
Tel.: (+43-1) 404 20-6666
http://www.oenb.at
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