- 24.05.2011, 11:55:27
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BZÖ-Westenthaler: Eklatante Entscheidungsschwäche der Bundesliga ist Teil des Problems
Bundesliga soll Sanktions- und Veranstaltungsmonopol abgeben
Wien (OTS) - Der Vorsitzende des parlamentarischen
Sportausschusses und frühere Bundesliga-Vorstand Abg. Peter
Westenthaler kritisierte heute die Entscheidungsschwäche der
Fußball-Bundesliga, ihrer Funktionäre und Senate als Teil des
strukturellen Problems des österreichischen Fußballs. "Es ist völlig
unverständlich und nicht nachvollziehbar, dass ein Strafsenat der
Bundesliga eineinhalb Wochen dazu braucht, um über die Schuldfrage
sowie die Sanktionen nach einem Spielabbruch durch einen Platzsturm
zu entscheiden und nicht gleich mit voller Härte und damit einem
klaren Signal diesen Vorgängen begegnet. Umso mehr kritikwürdig ist
die gestrige Nichtentscheidung der Bundesliga vor dem Hintergrund,
dass hunderttausende Fernsehzuseher die Ursache des Spielabbruches -
nämlich den Platzsturm durch radikale "Fans" - live miterleben
konnten und alle Zuseher, Experten und sogar der Veranstalter selbst
diese unmittelbare Ursache bestätigt haben. Weiters wird damit vor
der morgigen alles entscheidenden letzten Runde der Bundesliga
anstatt einer von allen geforderten harten Entscheidung als Signal
nur eine kleinlaute Vertagung auf den ersten Juni bekannt gegeben",
so Westenthaler.
"Das zweite wohl unsägliche Beispiel der Entscheidungsschwäche der
Bundesliga sind die notwendigen Sanktionen nach dem absichtlichen
Handspiel des Wiener Neustädter Spielers Salkic, das offensichtlich
zum spiel- und meisterschaftsentscheidenden Tor für Sturm Graz und
damit zu einer klaren Wettbewerbsverzerrung geführt hat. Die
Tatsache, dass nun auch noch unüblich hohe Wetteinsätze in einem
Frühwarnsystem aufgefallen sind, macht den Skandal umso dramatischer.
Auch hier gibt es bisher keinerlei Entscheidungen und Sanktionen
seitens der Bundesliga-Verantwortlichen", kritisierte Westenthaler.
Nicht zuletzt sei daran zu erinnern, dass es in der abgelaufenen
Saison unverhältnismäßig viele eklatante und objektivierte
Fehlentscheidungen durch Schiedsrichter gab, die ebenfalls die
Meisterschaft massiv beeinflusst haben. Für Westenthaler ist all das
ein Grund, strukturelle Veränderungen im Funktionärswesen der
Bundesliga zu fordern:
Sofortige Herauslösung des Sanktionsmonopols aus dem Verein
Bundesliga:
"Es ist nicht mehr länger einzusehen, dass der Verein Bundesliga,
der letztlich die Gemeinschaft aller Bundesligaklubs ist, die
personelle Besetzung eines Strafsenates und somit quasi eine
Selbstkontrolle durchführt, die dann immer zu merkwürdigen (milden)
Strafentscheidungen führt. Künftig sollte daher ein von der
Bundesliga unabhängiges Gremium über falsche
Schiedsrichterentscheidungen, Strafen und Sanktionen entscheiden", so
der BZÖ-Sportsprecher.
Weiters sollten künftig auch eklatante und objektivierbare falsche
Schiedsrichterentscheidungen sanktioniert und revidiert werden
können. "Es ist nicht länger einzusehen, dass die Bundesliga
wettbewerbsverzerrende Pfeifen und Pfiffe nach wie vor einfach
durchnickt und damit Schiedsrichterentscheidungen für sakrosankt
erklärt. Sollte es daher durch einen eklatanten Fehlpfiff zu einer
Veränderung im Spielablauf kommen, müsste jedenfalls dieses Spiel neu
ausgetragen und der Schiedsrichter mit einer Sperre belegt werden."
Westenthaler forderte die Bundesliga auf, für rasche und
eindeutige Entscheidungen zu sorgen und von sich selbst aus das
Sanktionsmonopol sofort abzugeben, was übrigens auch das Monopol auf
die Durchführung von Fußball-Bundesliga-Spielen betrifft. "Angesichts
der Ereignisse von vergangenem Sonntag wäre es auch angebracht,
darüber nachzudenken, Fußball-Bundesliga-Spiele in professionelle
Veranstalterhände zu legen, die ein Mindestmaß an Sicherheit für
Zuseher und Akteure gewährleisten", betonte Westenthaler.
Rückfragehinweis:
Parlamentsklub des BZÖ
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