- 13.05.2011, 10:30:31
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Macht Migration krank? ÖIF präsentiert neues Dossier zum Thema Gesundheit und Migration
Sprachbarrieren, kulturelle Differenzen und mangelnde Allgemeinbildung sind Barrieren für die Gesundheitsprävention.
Wien (OTS) - Menschen mit Migrationshintergrund wissen zu wenig
über das Angebot an Vorsorgemaßnahmen und vorbeugenden
Untersuchungen. Sie sind weniger präventiv orientiert,
gesundheitsspezifische Fachbegriffe fehlen häufig. Zu diesem Schluss
kommt das aktuelle ÖIF-Dossier von Julia Mayer, MSc.
Gesundheitsrisiko Migration
Migration beeinflusst nach Erkenntnissen der WHO das Risiko zu
erkranken, darüber hinaus wird auch der Zugang zu entsprechenden
Therapieangeboten erschwert. Migrationsbedingte Belastungen wie etwa
die Trennung von Familienangehörigen, soziale Isolation und
Gewalterfahrungen wirken sich negativ auf den Gesundheitszustand aus.
"Migrant/innen sind aber keineswegs per se öfter krank sind als die
Mehrheitsbevölkerung" betont Studienautorin Mayer. "Diese Zielgruppe
muss aber gezielt an Gesundheitsprävention herangeführt werden".
Geringe Nutzung von Präventionsmaßnahmen
Es bestehen große Unterschiede in der Nutzung von
Präventionsmaßnahmen. So gehen Frauen ausländischer Herkunft seltener
zu gynäkologischen Vorsorgeuntersuchungen als österreichstämmige
Frauen. Während 76 Prozent der Österreicherinnen über 40 eine
Mammografie in Anspruch nehmen, sind es bei Migrantinnen nur 55
Prozent. Auch augenärztliche und zahnärztliche Prophylaxe wird
seltener genutzt, da hier hohe Selbstbehalte anfallen.
Barrieren zur Gesundheitsvorsorge abbauen
Viele Migrant/innen, besonders jene der ersten Generation verfügen
nur über unzureichende oder aber gar keine Kenntnisse von
gesundheitsrelevanten Begriffen. Eine weitere Hürde sind kulturelle
Unterschiede zwischen Herkunfts- und Aufnahmeland. Auch religiöse
Vorschriften und Riten können Barrieren zur Teilnahme an
Gesundheitsmaßnahmen darstellen.
"Hier zeigt sich, dass Bildung und Spracherwerb nicht umsonst
wichtige Pfeiler der Strategie des ÖIF sind. Denn nur wer sich
rechtzeitig über die bestehenden Angebote informiert, kann sie auch
nutzen", so ÖIF-Geschäftsführer Alexander Janda.
Schlüsselpersonen, die hohes Ansehen innerhalb der Migrantengruppen
genießen, sind bei der Vermittlung von Präventionsbotschaften sehr
hilfreich. Bekannte Vertreter von Migrationsgruppen agieren als
Vermittler/innen zwischen Anbieter/innen und Nutzer/innen.
Berufschancen im Gesundheitsbereich
Knapp 9 Prozent der Angestellten im Gesundheits- und Sozialbereich
haben einen Migrationshintergrund. Berufe wie Pflegehelfer, Heimhilfe
oder Krankenschwester zählen aber zu Mangelberufen am Arbeitsmarkt.
Deswegen unterstützt der Österreichische Integrationsfonds gezielt
Migranten bei der Ausbildung in diesen Bereichen: In
Fachdeutschkursen werden zukünftige Pflegehelfer/innen für die
Aufnahmeprüfung vorbereitet. Auch hier stellt Deutsch einen Schlüssel
zur Integration dar.
Das gesamte ÖIF-Dossier "Migration und Gesundheit: Mögliche Wege
aus dem Präventionsdilemma" steht Ihnen kostenlos als Download zur
Verfügung:
http://www.integrationsfonds.at/wissen/oeif_dossier/oeif_dossiers/
Rückfragehinweis:
Österreichischer Integrationsfonds
Mag. Julian Unger
Tel: 01/710 12 03 - 136
[email protected]
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