Neugestaltung der Gedenkstätte Mauthausen

Fekter: "Ein wichtiger Baustein in der Wiederbetätigungsprävention."

Wien (OTS) - Die Gedenkstätte Mauthausen wird neu gestaltet. Wesentliche Projekte der ersten Phase sind die Sanierung des ehemaligen Reviergebäudes sowie die Gestaltung einer neuen Überblicksausstellung und einer Ausstellung zur Massentötung in Mauthausen.

"Eine zeitgemäße Neugestaltung der KZ-Gedenkstätte Mauthausen ist ein gesellschaftspolitisches Anliegen und eine Herausforderung, der wir uns seit einigen Jahren stellen", sagte Innenministerin Dr. Maria Fekter bei der Vorstellung des Projekts zur Neugestaltung der Gedenkstätte Mauthausen am 30. März 2011 in Wien. "Wir setzen damit ein Zeichen, dass die Republik die nationale und internationale Verantwortung wahrnimmt, an die Opfer des NS-Regimes zu gedenken. Wir setzen auch Zeichen gegen Intoleranz, Rassismus und Antisemitismus. Die Neugestaltung ist ein wichtiger Baustein in der Wiederbetätigungsprävention."
Zusätzlich zur Neugestaltung der Überblicksausstellung und einer Ausstellung zur Massenvernichtung werde das pädagogische Angebot ausgebaut, ein Gedenkraum ("Raum der Namen") zum Gedenken an alle Opfer des Konzentrationslagers Mauthausen eingerichtet und auch der Außenbereich neu gestaltet, erläuterte Fekter.

Die Gesamtkosten für die 1. Phase der Neugestaltung betragen 1,7 Millionen Euro. Die Umsetzung soll Anfang 2013 abgeschlossen sein. Fekter: "Dank zu sagen gilt es auch der Burghauptmannschaft, die die Rahmenbedingungen für die Ausstellung durch Sanierungsarbeiten der Gedenkstätte ermöglicht hat."

Neue Überblicksausstellung zur Lagergeschichte

Ein wesentliches Projekt in der ersten Phase der Neugestaltung ist neben der Sanierung des ehemaligen Reviergebäudes die Gestaltung einer neuen Überblicksausstellung und einer Ausstellung zur Massentötung in Mauthausen. Im Rahmen der Neukonzeption der gesamten Gedenkstätte kommt der neuen Überblicksausstellung eine zentrale Funktion zu. Die Hauptaufgabe der Ausstellung besteht darin, einen Überblick über die Geschichte des KZ-Systems Mauthausen zu geben. Im April 2010 startete ein europaweiter Wettbewerb, bei dem die Gestalter der beiden Ausstellungen und eines Gedenkraums im ehemaligen Reviergebäude des Konzentrationslagers Mauthausen ermittelt wurden.
Den Zuschlag für das Projekt erhielt die "argeMarie" der Architekten Siegfried Miedl und Richard Steger und des Künstlers Manuel Schilcher. Vom Team des Archivs der Gedenkstätte Mauthausen, das für die inhaltliche Umsetzung der Ausstellung zuständig ist, wurden einige Forschungs- und Erschließungsprojekte ins Leben gerufen, um die zukünftige Ausstellung auf dem neuesten Forschungsstand aufbauen zu können. Diese Forschungsprojekte beinhalten unter anderem das Projekt "Regionales Umfeld", die Sichtung und Aufarbeitung von Oral-History-Interviews wie auch die Erschließung und Beschlagwortung von schriftlichen Erinnerungsberichten, sowie die Suche nach Gegenständen aus dem ehemaligen Konzentrationslager Mauthausen und die Katalogisierung der "Dachau Trials".

Eigener Vermittler-Pool

Ein weiteres wesentliches Projekt der ersten Phase des Neugestaltungsprozesses ist der Aufbau eines eigenen Vermittler-Pools. 2009 und 2010 fanden Ausbildungslehrgänge in der KZ-Gedenkstätte Mauthausen statt, bei denen historisches Wissen über das KZ und die Gedenkstätte Mauthausen vermittelt wurde. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer setzten sich dabei mit den pädagogischen Prinzipien des neuen Vermittlungskonzepts auseinander und erprobten die Kenntnisse in der Praxis.
Die Zahl der Vermittlerinnen und Vermittler soll in den nächsten Jahren wachsen und es werden weitere Ausbildungslehrgänge angeboten.

Vereinsjahr 2011 - Vereine unterstützen die Gedenkstätte Mauthausen

Fekter betonte, dass viele Vereine einen wichtigen unverzichtbaren Beitrag für die Gedenkstätte Mauthausen leisten. "2011 ist das europäische Jahr der Freiwilligkeit. Die Gedenkstätte Mauthausen ist ein Beispiel dafür, dass Ehrenamtlichkeit und Freiwilligenengagement für unsere Gesellschaft unverzichtbar sind", sagte die Innenministerin. "Ich darf mich daher auch bei allen Vereinen und ehrenamtlich tätigen Personen, die sich um die Aufrechterhaltung der Gedenkstätte sowie der zahlreichen ehemaligen Außenlager kümmern, herzlich bedanken."

Fekter legt als Vereinsministerin sehr großen Wert darauf, dass Vereine, die sich in irgendeiner Form um Gedenkstätten kümmern, auch jene Unterstützung erhalten, die sie brauchen, sei es finanziell, organisatorisch oder personell. "Wir wissen aber auch, dass die Republik gefordert ist ihre Aufgaben in diesem wichtigen Feld nicht ehrenamtlich tätigen Personen allein überlassen darf und kann", sagte Fekter. "Wir haben daher in den Neugestaltungsprozess auch den Aufbau eines eigenen so genannten 'Vermittler-Pools' vorgesehen."

Die Bedeutung der KZ-Gedenkstätte Mauthausen

Die KZ-Gedenkstätte Mauthausen ist Österreichs größter Gedenk- und Erinnerungsort an die Verbrechen des Nationalsozialismus. Jährlich besuchen rund 200.000 Menschen die Gedenkstätte, die sich in den letzten Jahrzehnten auch immer mehr zu einer demokratiepolitischen Bildungseinrichtung entwickelt hat, da der Großteil der Besucher Schüler und Jugendliche sind.
Die Bedeutung der KZ-Gedenkstätte Mauthausen geht weit über den nationalen Kontext hinaus, da die Mehrheit der Häftlinge aus anderen europäischen Nationen stammte. Somit hat die Gedenkstätte auch eine internationale geschichts- und erinnerungspolitische Bedeutung und wird vom Ausland in ihrer Entwicklung beobachtet.
Die KZ-Gedenkstätte Mauthausen ist nicht nur ein historischer Ort, an dem die Verbrechen des NS-Regimes, sowie das Überleben und der Widerstand dargestellt werden, sondern vor allem auch ein Friedhof und Gedenkort, der dem Andenken an die Opfer gewidmet ist. Nach wie vor kommen Überlebende und Angehörige von Mauthausen-Häftlingen aus der ganzen Welt an diesen Ort, um zu gedenken.

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