- 29.03.2011, 09:00:11
- /
- OTS0022 OTW0022
e-Medikation: Jetzt geht es los!
Wien (OTS) - Projektpartner geben offiziellen Startschuss für
Pilotbetrieb in Teilen Wiens, Oberösterreichs und Tirols
Wechselwirkungen und Mehrfachverordnungen vermeiden
Registrierung startet in Apotheken am 1.4.
Gesundheitsministerium, Sozialversicherung, Ländervertreter sowie
Ärzte- und Apothekerkammer haben heute den offiziellen Startschuss
für das Projekt e-Medikation gegeben.
e-Medikation heißt: Vom Arzt verordnete oder vom Apotheker
rezeptfrei erhältliche Medikamente werden elektronisch erfasst. Damit
können Wechselwirkungen leichter überprüft und bereits bei der
Verordnung berücksichtigt werden. Zudem werden Mehrfachverordnungen
vermieden, die in manchen Fällen eine gesundheitliche Gefahr für die
Patientinnen und Patienten darstellen können. Gerade ältere und
chronisch kranke Menschen nehmen oft viele verschiedene Arzneimittel
ein, die von verschiedenen Ärzten verordnet werden. Oft werden
zusätzlich noch rezeptfreie Arzneimittel in der Apotheke besorgt.
Aber auch junge Menschen oder sogar Kinder können von unerwünschten
Wechselwirkungen betroffen sein: Egal, ob Antibabypille,
Antibiotika, Hustensaft, Schmerz- oder Erkältungsmittel - jeder nimmt
zumindest ab und zu Arzneimittel ein. e-Medikation ist daher auch für
Menschen sinnvoll, die sich zwischendurch in der Apotheke schnell
etwas gegen eine Erkältung besorgen.
Dr. Hans Jörg Schelling, Vorsitzender des Verbandsvorstands im
Hauptverband der österreichischen Sozialversicherungsträger, zur
Dimension des Projekts: "Die Sozialversicherung versteht ihren
Auftrag als Anwalt der Versicherten in erster Linie in Sachen
Patientensicherheit. Wenn es uns gemeinsam gelingt, mit e-Medikation
unerwünschte Wechselwirkungen zu vermeiden und Mehrfachverordnungen
zu verhindern, haben wir viel für die Erfüllung dieses umfassenden
Auftrags vorangebracht."
Gesundheitsminister Alois Stöger zum Projekt: "Nach der Einführung
der e-card ist dies ein weiterer bedeutender Schritt in der Nutzung
von Informationstechnologie zum Wohl der Patientinnen und Patienten.
Es freut mich sehr, dass bei diesem ersten Teilprojekt der
elektronischen Gesundheitsakte ELGA alle wichtigen Partner im
Gesundheitswesen konstruktiv zusammenarbeiten."
e-Medikation bietet zudem auf Nachfrage eine Liste aller
Medikamente, die von einem Patienten aktuell eingenommen werden oder
zuletzt eingenommen wurden (sofern diese vollständig bei
e-Medikation angegeben bzw. gespeichert wurden). Diese
Medikationsübersicht umfasst die aktuelle Medikation und die
Medikation der letzten sechs Monate.
Ab April: Pilotstart in 3 Regionen
Tatsächlich starten wird der Pilotbetrieb e-Medikation Anfang April
2011 in drei Regionen: Im 21. und 22. Bezirk in Wien, in den Bezirken
Wels-Stadt, Wels-Land, Grieskirchen und Eferding in Oberösterreich
sowie in den Bezirken Reutte, Imst und Landeck in Tirol. Rund 100
niedergelassene Ärztinnen und Ärzte, mehr als 50 Apotheken und 6
Krankenanstalten haben sich bisher freiwillig zur Teilnahme
bereiterklärt. Mit der e-Medikations-Software ausgestattete Apotheken
können ab 1. April PatientInnen zur Teilnahme am Pilotbetrieb
anmelden. Die Ausstattung der niedergelassenen Ärztinnen und Ärzte
mit der e-Medikations-Software erfolgt im Laufe des April. Mit Ende
April sollten alle teilnehmenden niedergelassenen ÄrztInnen und
Apotheken ausgestattet sein. Wiener und Tiroler Krankenanstalten
starten im Mai, das Klinikum Wels-Grieskirchen wird bereits ab Anfang
April lesend auf e-Medikation zugreifen.
Dr. Bernhard Tilg, Gesundheitslandesrat in Tirol und Vorsitzender
des Projektlenkungsausschusses: "Als Vorsitzender des
Projektlenkungsausschusses freut es mich, dass wir ab 1. April die
Pilotphase starten können. Mit diesem Projekt haben wir bewiesen,
dass auch österreichweit im Gesundheitswesen sinnvolle Reformen
möglich sind. Mein Dank gilt deshalb allen Beteiligten, die trotz
harter Verhandlungen die e-Medikation zum Wohl der PatientInnen
ermöglicht haben."
Eine aktuelle Liste der teilnehmenden und bereits mit der
e-Medikations-Software ausgestatteten ÄrztInnen / Ärzte und Apotheken
wird ab Pilotstart im Internet unter www.chipkarte.at/e-medikation
veröffentlicht und laufend aktualisiert. Informationen zum Stand der
bereits ausgestatteten ÄrztInnen und Apotheken sind auch bei der
e-card Serviceline unter 050124 3311 zu erfragen. Die teilnehmenden
Arztordinationen, Apotheken und Spitäler werden außerdem mit gut
sichtbaren Türklebern gekennzeichnet.
Teilnahme für PatientInnen: Freiwillig und kostenlos
Die Teilnahme an e-Medikation ist freiwillig und nur mit Zustimmung
der Patientin/des Patienten möglich. Aus gesetzlichen Gründen ist
eine unterschriebene Zustimmungserklärung notwendig. Sie muss
einmalig vor der erstmaligen Nutzung ausgefüllt und abgeben werden
und kann jederzeit widerrufen werden. Damit bestätigt der Teilnehmer,
dass Ärztinnen/Ärzte oder Apothekerinnen/Apotheker ihre
Medikamentendaten nach genauen Regeln ansehen und ergänzen dürfen.
Aus ärztlicher Sicht liegt die Stärke von e-Medikation laut MR Dr.
Walter Dorner, Präsident der Österreichischen Ärztekammer: "Sie
könnte uns ein Mehr an Sicherheit bringen. Das gilt besonders dann,
wenn Medikamente ohne ärztliche Verschreibung direkt in der Apotheke
gekauft oder wenn mehrere Ärzte besucht werden. Mit dem Pilotprojekt
stehen jetzt organisatorische, technische und finanzielle Bedingungen
auf dem Prüfstand."
Und Mag. Heinrich Burggasser, Präsident der Österreichischen
Apothekerkammer, ergänzt: "Mit der e-Medikation können wir
ApothekerInnen unsere PatientInnen noch besser bei der richtigen
Einnahme von Arzneimitteln unterstützen. Doppelverordnungen oder
unerwünschte Wechselwirkungen werden durch unsere Hilfe und Kontrolle
nahezu ausgeschlossen. In diesem Sinne wird die
Arzneimittelsicherheit durch die ApothekerInnen weiter verbessert."
Wie funktioniert e-Medikation?
Jede/jeder teilnehmende Patientin/Patient erhält ein
"Arzneimittelkonto". Darin werden die ärztlich verordneten und in der
Apotheke bezogenen Arzneimittel für die Dauer der Einnahme und sechs
Monate danach gespeichert. Die Ärztin/der Arzt kann bei einer neuen
Verordnung die aktuellen Daten abrufen und die neue Medikation
entsprechend prüfen. Durch Stecken der e-card ist eine Prüfung auch
in Apotheken möglich.
Sicherer Zugriff durch e-card
Die technische Basis für e-Medikation bildet das hoch sichere
e-card-System, wobei die persönlichen Arzneimitteldaten nicht auf der
e-card selbst, sondern in einem Arzneimittelkonto gespeichert werden.
Die e-card des Patienten dient dabei als Zugangs-Schlüssel zu den
Arzneimitteldaten. Auf der e-card selbst werden keine
Arzneimitteldaten gespeichert.
Das gesamte Projekt e-Medikation wurde von der
Datenschutzkommission genehmigt. Alle Projektpartner (Bund, Länder,
Sozialversicherung, Österreichische Ärztekammer und Österreichische
Apothekerkammer) stehen für den absoluten Schutz und die
ausschließlich gesetzeskonforme Verwendung aller Daten ein.
Rückfragehinweis:
Hauptverband der österreichischen Sozialversicherungsträger, Pressestelle
Tel.: (++43-1) 71132-1120
mailto:[email protected]
http://www.sozialversicherung.at
OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS - WWW.OTS.AT | NHS






