- 22.03.2011, 12:49:32
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Bartenstein sieht Chance für europaweiten Ausstieg aus Atomkraft - müssen auf EU-Ebene Verbündete suchen
ÖVP-Energiesprecher zu den Grünen: Nein zur Atomkraft erfordert ein Ja zum forcierten Ausbau erneuerbarer Energie
Wien (OTS/ÖVP-PK) - Es ist gut, wenn wir den in Österreich seit
1978 bestehenden Grundkonsens "Kontra die Nutzung von Atomkraft"
aufrechterhalten und auch verteidigen. Aber das hilft uns wenig,
solange in der Europäischen Union keine Bereitschaft für einen
raschen Atomausstieg besteht. Daher ist es notwendig, auf
europäischer Ebene Verbündete zu suchen und unsere Meinung zu einer
Mehrheitsmeinung zu machen. Das erklärte heute, Dienstag,
ÖVP-Energiesprecher Abg. Dr. Martin Bartenstein anlässlich der
Sondersitzung des Nationalrats zur Atomkraft.
Schmerzhaft habe Österreich mit seinem Standpunkt Recht bekommen.
Bartenstein: "Hoffen wir gemeinsam, dass die in den letzten Jahren
ins Land gezogene Renaissance der Kernkraft gestoppt werden kann und
ein neues nicht atomares Zeitalter eintritt, das den Ausstieg Schritt
für Schritt und den verstärkten Einstieg in erneuerbare Energieträger
ermöglicht."
Der Fünf-Parteien-Konsens sei gut und wichtig, bedeute aber in
Brüssel noch nicht viel. "Die Katastrophe von Fukushima mag uns neue
Möglichkeiten eröffnen, aber gehen wir diese mit Augenmaß und nicht
mit Schaum vor den Mund an", sagte Bartenstein in Richtung der Grünen
Klubchefin Eva Glawischnig. Ein europa- und weltweiter Ausstieg sei
energiepolitisch durchaus möglich, wenn auch nicht von heute auf
morgen. "Wenn man will, dann ist das zu schaffen", verwies
Bartenstein auf Statistiken. Weltweit kämen 94 Prozent der Energie
aus anderen Energiequellen, lediglich sechs Prozent stammen aus
Kernkraft. "Das sind Möglichkeiten, auf die wir setzen müssen."
Österreich selbst verwendet fünf bis sechs Prozent Atomstrom.
"Erhöhen wir unsere eigene Glaubwürdigkeit, indem wir die Atomimporte
sukzessive reduzieren und vor allem auf Wasserkraft setzen. Es
besteht eine Chance auf den Ausstieg, aber nicht von heute auf
morgen. Suchen wir Verbündete. Die Regierung ist am richtigen Weg",
so der Energiesprecher weiter.
Wenn die Grünen Nein zur Atomkraft sagen, dann müssten sie aber auch
Ja zu einem forcierten Ausbau der Wasserkraft oder anderer Anlagen
sagen, die erneuerbare Energie betreffen, forderte der
ÖVP-Abgeordnete von den Grünen mehr Glaubwürdigkeit. Diese würden
aber Projekte wie beispielsweise den Ausbau von Wasserkraft im Süden
von Graz blockieren. "Wenn Sie hier im Plenum Sonntagsreden halten,
aber vor Ort alle Bürgerinitiativen kontra Wasserkraft-Projekten
unterstützen, ist das unglaubwürdig", schloss Bartenstein.
(Schluss)
Rückfragehinweis:
Pressestelle des ÖVP-Parlamentsklubs
Tel.: 01/40110/4436
http://www.oevpklub.at
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