- 07.03.2011, 15:01:30
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Lunacek: "Europäischer Equal Pay Day beweist Geschlechter-Ungleichheit auf hohem Niveau"
Grüne: Frauentag zum Start für europaweite Initiative gegen Lohnungleichheit zwischen Frauen und Männern nützen
Straßburg (OTS) - "Von der gleichen Entlohnung bis zur Präsenz von
Frauen in den Chefetagen in Unternehmen und Politik gibt es in der EU
noch viel zu verbessern", erklärt Ulrike Lunacek, Europasprecherin
der Grünen, anlässlich des morgigen Frauentags und kritisiert, dass
"auch hundert Jahre nach der Einführung des Frauentags die
Ungleichheit zwischen den Geschlechtern zum Status quo unserer
Gesellschaft gehört".
Ein deutlicher Beweis für diese Ungleichheit ist der Europäische
"Equal Pay Day" in der vergangenen Woche am 5. März. Von der
EU-Kommission viel zu spät angekündigt, markierte dieser Tag den
Entgeltunterschied zwischen den Geschlechtern in der Europäischen
Union, also den Zeitraum, den Frauen über den Jahreswechsel hinaus
arbeiten müssen, um auf das durchschnittliche Vorjahresgehalt von
Männern zu kommen.
Lunacek dazu: "Der Europäische Equal Pay Day zeigt den enormen
Lohnunterschied zwischen Frauen und Männern. Für die Europäische
Kommission war dieser Tag nur eine Pressemitteilung wert. Seit Jahren
weigert sie sich, rechtliche Schritte zur Begrenzung der
Lohnungleichheit einzubringen. Deswegen werden wir aktiv: Zum
Frauentag am 8. März starten mehrere junge weibliche Abgeordnete
aller proeuropäischen Fraktionen die "Equal Pay NOW" Initiative.
Dabei geht es darum, die neuen Initiativrechte des Parlaments nach
dem Lissabon Vertrag dafür zu nutzen, die Kommission zum Handeln zu
zwingen. Danach muss sie wenigstens öffentlich begründen, warum sie
außer Pressemitteilungen nichts macht, um die Lohnunterschiede zu
begrenzen."
Neben den Lohnunterschieden kritisiert Lunacek auch die nach wie vor
bestehende "gläserne Decke", die Frauen auf ihrem Karriereweg stoppt:
"Warum sind Frauenquoten nach wie vor umstritten, während eine
unsichtbare Männerquote Macht und Geld in diesem Land wie auch in
Europa und überall sonst ungerecht verteilt? Nur mit transparenten
Quoten haben Frauen trotz oft besserer Qualifikation überhaupt die
Chance, die "gläserne Decke" der Männernetzwerke zu durchstoßen."
Vereinzelt schaffen es Frauen auch ohne eine Quote. Aber um eine
kritische Masse in den Chefetagen aller Politik-, Wirtschafts- und
Gesellschaftsfelder zu werden, müssen die Frauen - eine alte Regel -
mindestens ein Drittel sein."
Die Europaabgeordnete, die zehn Jahre im österreichischen Parlament
ihr Mandat ausgeübt hat, bemängelt, dass Frauenquoten nicht einmal im
Nationalrat eine Selbstverständlichkeit sind: "Immer noch wehren sich
ÖVP und SPÖ, die Parteienförderung entsprechend der Anzahl von Frauen
und Männern auf Nationalratsmandaten auszubezahlen - also umso
weniger Förderung je mehr Männer Mandate innehaben. Die
österreichischen Grünen sind die einzige Partei mit Quoten -
entsprechend haben wir auch jetzt im Nationalrat 50:50, noch dazu mit
einer Frau an der Spitze. Und auch Europaparlament sind wir Grünen
die einzigen, die mehr als 50 Prozent weibliche Abgeordnete haben -
und auch hier sind wir die einzigen mit einer Frau an der Spitze,
nämlich Rebecca Harms als Ko-Fraktionschefin".
Rückfragehinweis:
Die Grünen
Tel.: +43-1 40110-6697
mailto:[email protected]
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