• 07.03.2011, 11:44:57
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Beatrix Karl: Instrumente der Frauenförderung konsequent weiterentwickeln und nächsten Etappensieg ermöglichen

Wissenschafts- und Forschungsministerin lud anlässlich des Internationalen Weltfrauentages zur Veranstaltung "Etappensiege"

Wien (OTS) - "Etappensiege - Frauen in Wissenschaft und Forschung"
- unter diesem Motto lud Wissenschafts- und Forschungsministerin Dr.
Beatrix Karl anlässlich des 100. Internationalen Weltfrauentages
Frauen (und vereinzelt Männer) zu einer Lesung in die Räumlichkeiten
des Ministeriums auf der Freyung. Ulrike Rindermann und Emanuel
Fellmer, beide Studierende am Max Reinhardt Seminar, nahmen die
Zuhörer/innen mit auf eine Reise in die Vergangenheit: Welchen Weg
haben Frauen in Wissenschaft und Forschung genommen? Welche Hürden
mussten sie überwinden und welche Etappen haben sie erfolgreich
gemeistert? "Unsere Vorfahrinnen haben für uns Frauen viel geleistet
und erreicht. Aber es gibt noch einiges an Potenzial nach oben - nun
ist es an uns weiterzumachen", unterstrich Karl.

1897 gab es drei Studentinnen an der Universität Wien, heute sind
österreichweit 54 Prozent der Studierenden weiblich. Im Jahr 1907 gab
es mit Elise Richter eine Universitätsdozentin, heute sind 21 Prozent
aller Dozenten weiblich. "Die Entwicklung geht in die richtige
Richtung, dennoch: Wir müssen die Instrumente der Frauenförderung
weiterentwickeln und konsequent umsetzen, um den nächsten Etappensieg
zu ermöglichen", betonte Karl. Sie verwies auf die 40 Prozent
Frauenquote in universitären Gremien, die bspw. in den Uniräten (rund
44 Prozent) bereits erfüllt wird, in den Senaten allerdings noch
nicht (rund 30 Prozent). Zudem unterstrich die Ministerin, dass eine
Frauenquote immer nur ein Instrument von mehreren sein könne. Es
brauche ebenso verbesserte Rahmenbedingungen für die Vereinbarkeit
von Familie und Beruf/Studium, sowie verstärkte Bewusstseinsbildung.

Wissenschaftsministerin Karl hat seit Beginn ihrer Amtszeit bei
Neubestellungen selbst auch auf Qualität und Frauenpower gesetzt:
etwa bei der Bestellung der neuen Forschungsrats-Mitglieder (Renee
Schroeder, Marianne Hilf) oder der neuen Leiterin der
Forschungssektion im Wissenschaftsministerium (Barbara Weitgruber).
Erfreulich auch zwei Rektorinnenwahlen an den Universitäten: Sonja
Hammerschmidt steht nun an der Spitze der Veterinärmedizinischen
Universität, und erst vergangenen Freitag wurde mit Sabine Seidler
erstmals eine Frau an die Spitze einer technischen Universität, der
TU Wien, gewählt. "Das sind erfreuliche und ermutigende Signale", so
die Ministerin.

Ein Blick zurück zeige, dass es auf dem Gebiet der Wissenschaft und
Forschung einige Frauen gebe, die tatsächlich Pionierarbeit geleistet
und vielen von uns Vorbild waren, nannte die Ministerin einige
stellvertretend: die erste Rektorin, Ingela Bruner; die erste
Präsidentin des Obersten Gerichtshofs, Irmgard Griss; die erste
Präsidentin der Österreichischen Nationalbank, Maria Schaumayer; das
erste weibliche Mitglied der Österreichischen Akademie der
Wissenschaften, Bertha Karlik, die auch erste Professorin an einer
österreichischen Universität war.

Die Ministerin unterstrich in ihrer Rede auch den Beitrag der
Frauen-und Geschlechterforschung. "Wissen und Professionalität über
Zusammenhänge von Gender und Hochschulpolitik sind deutlich
angewachsen und haben Eingang in Lehre und Organisation der
Hochschulen gefunden. Heute sind etwa Arbeitskreise für
Gleichbehandlungsfragen und Genderforschungsinstitute an den
Universitäten aus der Organisationsstruktur nicht mehr wegzudenken",
betonte Karl.

Im Wissenschaftsministerium (der Anteil weiblicher Mitarbeiter liegt
übrigens bei 66,4 Prozent, zwei von drei Sektionen werden von Frauen
geführt) wurde die Stabstelle Gender und Diversity eingerichtet und
auch im Umfeld des Ministeriums wurden Initiativen gestartet. So hat
die UNIKO das Forum Gender und Diversity eingerichtet, der FWF die
Stabstelle Gender Mainstreaming und an der ÖAW gibt es einen
Arbeitskreis für Gleichbehandlungsfragen. "Hier sind wir für die
Zukunft gut aufgestellt und haben Maßnahmen gestartet, die der
nächsten weiblichen Generation den Weg ebnen sollen", so die
Ministerin. "Nun gilt es am Ball zu bleiben und die nächsten Schritte
zu setzen."

Rückfragehinweis:

Bundesministerium für Wissenschaft und Forschung 
   Minoritenplatz 5, 1014 Wien 
   Pressesprecherin: Mag. Elisabeth Grabenweger
   Tel.: +43 1 531 20-9014
   mailto:[email protected]
   www.bmwf.gv.at

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