• 02.02.2011, 18:00:12
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ÖBVP: Kinder mit psychischen Problemen haben ein Recht auf frühe Hilfen und kassenfinanzierte Psychotherapie

Gesamtvertrag für Psychotherapie muss kommen! Kassenzuschuss muss angehoben werden!

Wien (OTS) - Zum Jahresbericht der LIGA für Kinder- und
Jugendgesundheit:

Psychotherapie - das Herzstück für eine vernetzte psychosoziale
Versorgung fehlt!

20 bis 25 Prozent der Kinder und Jugendlichen weisen
behandlungsbedürftige psychische Störungen und
Verhaltensschwierigkeiten auf. Psychosoziale Arbeit mit Kindern und
ihren Familien muss stark vernetzt, multidisziplinär, sowohl ambulant
als auch stationär erfolgen. Gerade die langfristige und
weiterführende Behandlung Psychotherapie ist aber oft Mangelware oder
für die Betroffenen nicht finanzierbar. Psychotherapie fehlt
allerorts, im niedergelassenen und im stationären Bereich.

Frühe und kompetente Hilfe: Mehr psychosoziale Betreuung in Schule
und Kindergarten.

20 bis 25 Prozent der Kinder und Jugendlichen fallen in der Schule
auf, weil sie verhaltensauffällig sind oder psychosoziale Probleme
haben. Folgeschäden können vermieden werden, wenn früh und kompetent
geholfen wird. Dringend ausgebaut soll daher werden:

1. Multidisziplinäre Schulteams mit Ausbau der schon bestehenden
Ressourcen, also SchulärztInnen, PsychologInnen,
PsychotherapeutInnen, SozialarbeiterInnen;

2. Ausbau der Weiterbildung in Kindergarten und Schule;

3. Elternberatung in Institutionen, um möglichst frühzeitig
Hilfestellung zu bieten;

4. Bessere Vernetzung verschiedenster Versorgungsbereiche

5. Zentrale Erfassung und Analyse von Gesundheitsdaten für den
Bereich psychische Gesundheit;

Kompetente Behandlung: Kassenfinanzierte Psychotherapie und
Elternberatung bei psychischen Störungen und Problemen in der
psychotherapeutischen Praxis.

Im Vergleich zum Vorjahresbericht sind kaum Verbesserungen der
psychotherapeutischen Versorgung für Kinder und Jugendliche zu
verzeichnen.

Einsparungen im psychosozialen Bereich wirken sich zusätzlich
negativ aus. Immer öfter werden Finanzierungen von Psychotherapien
auch vom Jugendamt nicht verlängert oder abgelehnt. Hinter jeder
nicht leistbaren psychotherapeutischen Behandlung steckt ein
einzelnes Schicksal eines Kindes und seiner Familie. Verhinderte
Schulkarrieren, Suchtverläufe, Arbeitslosigkeit am Beginn eines
jugendlichen Lebens ohne Perspektive und enormes psychisches Leid
sind die Folgen. Die volkswirtschaftlichen Kosten sind enorm!

10 bis 25 Prozent der Betroffenen wären sofort bereit, eine
psychotherapeutische Behandlung in Anspruch zu nehmen. Die meisten
Eltern können sich aber eine Behandlung nicht leisten und die
Wartezeiten für Kassenplätze betragen meist mehrere Monate bis zu
einem Jahr. - Für Kinder und Jugendliche eine lange und entscheidende
Zeit, in der Entwicklung positiv oder auch negativ verlaufen kann.

Daraus ergeben sich folgende dringliche Maßnahmen und
Entwicklungserfordernisse:

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