• 26.01.2011, 10:06:23
  • /
  • OTS0077 OTW0077

AK: Neue Mobilität am Weg zur Arbeit fördern

Radler und Fußgänger nicht gegeneinander ausspielen. Betriebe, Bezirke und Stadt müssen mehr für diese Verkehrsteilnehmer tun

Wien (OTS) - Ohne Auto und Öffi sind mittlerweile mehr als 50.000
Wiener ArbeitnehmerInnen auf dem Weg zur Arbeit. "Das könnten noch
viel mehr werden," sagt Michael Klug, AK-Experte für Kommunalpolitik
anlässlich der AK Veranstaltung "Verkehr in der Stadt". Doch um diese
neue Mobilität weiter anzukurbeln, müssen Bezirke und Stadt mehr tun,
als vor allem Radwege am Gehsteig zu bauen. "Statt dessen muss jetzt
etwas gegen die zunehmenden Konflikte von Radlern und FußgängerInnen
getan werden. Rad- und Fußwege müssen klar sichtbar voneinander
getrennt werden", so Klug. Der Radverkehr in der City etwa könnte
auch auf der Fahrbahn, abseits des Gehsteiges geführt werden, wo dies
verkehrstechnisch und aus Sicherheitsgründen möglich ist. Auch die
Betriebe müssen die gesunde und umweltfreundliche Mobilität ihrer
Beschäftigten besser unterstützen, so Klug.

Das Radwegenetz in Wien mit über 1.100 km ist in den vergangenen
Jahren rasch ausgebaut worden. Aber Kreuzungsbereiche stellen für
RadfahrerInnen und FußgängerInnen sehr unsichere Bereiche dar:
Unklare Vorrangsituationen bei Radfahrerüberfahrten führen oft zu
gefährlichen Situationen. Hier ist eine Änderung der
Straßenverkehrsordnung längst überfällig.
Für FußgängerInnen sind mittlerweile Mindestgehsteigbreiten von 2,00
Metern fast überall erreicht. 90 Prozent aller Gehsteige sind
barrierefrei. Aber an Ampelkreuzungen bleibt wegen viel zu kurzer
Grünphasen gerade älteren Menschen oder Eltern mit Kindern gefährlich
wenig Zeit zum Überqueren der Straße. An den Schutzwegen geht die
Anhaltemoral seit Jahren zurück. So wurden in Wien bereits im ersten
Halbjahr 2010 sechs Menschen bei Unfällen am Schutzweg getötet. Jeder
zweite Autofahrer ignoriert die Anhaltepflicht bei Schutzwegen.
Die Anreizsysteme für eine gesunde, effiziente, sozial- und
umweltfreundliche Mobilität - Schlagwort betriebliches
Mobilitätsmanagement - müssen weiter ausgebaut werden. Eine gesunde
Mobilität ihrer MitarbeiterInnen muss den Betrieben etwas wert sein,
so Klug, etwa durch ein Angebot von Radabstellanlagen oder
Dienstfahrrädern (auch Elektrobikes). Auch Wettbewerbe wie bike 2
work - MitarbeiterInnen sammeln Radkilometer am Arbeitsweg und werden
dafür belohnt - helfen mit, zum Umstieg aufs Rad zu motivieren.

Die AK fordert deshalb
+ Entschärfung Konflikte zwischen Fuß- und Radverkehr; Führung des
Radverkehrs auf der Fahrbahn; keine gemischten Geh- und Radwege
+ Änderung der StVO - stärkere Berücksichtigung des Fuß- und
Radverkehrs an gefährlichen Kreuzungen.
+ Grünphasen an Ampeln müssen eine Mindestlänge haben, damit auch
Kinder und Gehbehinderte sicher hinüberkommen. Faustregel: Die
Grünphase in Sekunden soll der Schutzweglänge in Metern entsprechen.
+ Schutzwege und Radfahrerüberfahrten müssen ausreichend beleuchtet
werden
+ Mit Aufklärungskampagnen muss die Anhaltebereitschaft von Kfz-
LenkerInnen - verbessert werden.
+ Betriebliche Förderung des zu Fuß Gehens und Radfahrens aufgrund
der positiven Gesundheitsaspekte

Rückfragehinweis:
AK Wien Kommunikation
Ute Bösinger
Tel.: (+43-1) 501 65-2779
mailto:[email protected]
wien.arbeiterkammer.at

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS - WWW.OTS.AT | AKW

Bei Facebook teilen.
Bei X teilen.
Bei LinkedIn teilen.
Bei Xing teilen.
Bei Bluesky teilen

Stichworte

Channel