- 05.01.2011, 09:00:24
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Erwartete demographische Entwicklung wird Aufwendungen für Sachleistungen in der langfristigen Pflege steigern
Wien (OTS/WIFO) - Derzeit teilen sich die öffentliche Hand und die
privaten Haushalte die Finanzierung des Pflegebedarfs in Österreich
etwa in einem Verhältnis von 1 : 1. Mit den vorhandenen Mitteln
werden monetäre und Sachleistungen finanziert: das Pflegegeld, die
Eigenvorsorge bzw. die Unterstützung durch pflegende Angehörige und
die Sachleistungen sozialer Dienste. Insgesamt gab die öffentliche
Hand 2008 4,1 Mrd. Euro für Pflegeleistungen aus; die privaten
Haushalte trugen direkte Kosten aus Eigenleistungen, Selbstbehalten
und Kostenbeiträgen von 550 Mio. Euro und indirekte Kosten durch
informelle Pflegeleistungen im Ausmaß von 2,7 Mrd. Euro. Der
erwartete demographische Wandel stellt das System der Pflegeleistung
vor große finanzielle Herausforderungen.
Gemäß der demographischen Prognose von Statistik Austria aus dem
Jahr 2009 wird der Anteil der Personen im Alter von 65 oder mehr
Jahren an der gesamten Bevölkerung von derzeit 17,6% (2009) auf
24,18% (2030) und 28,1% (2050) steigen. Der Großteil der
Pflegeleistungen fällt aber für die Altersgruppe der über 80-Jährigen
an: Rund die Hälfte Personen, die Pflegegeld beziehen, sind
mindestens 81 Jahre alt. Der Anteil dieser Altersgruppe wird von
derzeit 4,8% (2009) der Bevölkerung auf 7% (2030) und 11,5% (2050)
steigen (Abbildung 1). Da die Bevölkerung bis dahin weiter wächst,
nimmt die Zahl der Personen in dieser Altersgruppe von 400.000 auf
1,090.000 noch deutlicher zu.
Diese Entwicklung der Bevölkerungsstruktur würde selbst bei
gleichbleibender Pflegeinzidenz einen steigenden Bedarf an
Pflegeleistungen mit sich bringen. Der demographische Wandel hat
jedoch auch potentiell kostensenkende Folgen. Die Mehrzahl
medizinischer Untersuchungen deutet darauf hin, dass sich mit dem
Anstieg der Lebenserwartung und der Verbesserung der medizinischen
Vorsorge die Phase des Pflegebedarfs verkürzt bzw. die in Gesundheit
verbrachte Zeit länger sein wird. Gemäß einer darauf aufbauenden
langfristigen Projektion des WIFO dürfte diese "Kompression" der
Pflegephase dennoch nicht ausreichen, um die Dynamik der Aufwendungen
für Sachleistungen in der Pflege nachhaltig zu dämpfen. Der Aufwand
für Sachleistungen wird von 0,5% des BIP (2008) auf bis zu 1,5% des
BIP (2030) steigen.
Abbildung 1: Bedeutung der über 80-Jährigen in der österreichischen
Bevölkerung0 - auf der WIFO-Website
(http://www.wifo.ac.at/wwa/jsp/index.jsp?&fid=12)
Rückfragehinweis:
Rückfragen bitte am 5. Jänner 2011 an Dr. Thomas Url, Tel. (1) 798 26 01/279, [email protected] (10 bis 17 Uhr)
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