Kein guter Dienst (von Claudia Grabner)

Ausgabe 4. Jan. 2011

Klagenfurt (OTS) - Sein Name steht für die menschgewordene Betonmauer. An seinem reflexartigen Nein kapitulierte bislang noch jede Regierung. Nichts, aber schon gar nichts ließ er über seine Beamten-Schäfchen kommen. An Fritz Neugebauer zerschmettert alles, was nach Reform riecht. Mit seinem plötzlichen Nein zur Verschärfung der Hacklerpension (nachdem er diese als Zweiter Nationalratspräsident artig abgenickt hat) scheint Herr Fritz nun aber jene Grenze überschritten zu haben, die man bislang (wenn auch entnervt, grollend, empört) hinuntergeschluckt hat: Die Grenze zwischen Überheblichkeit und Verspottung. Die Grenze, die zeigt, dass der Big-Bremser über jede Realität erhaben ist, soferne sie nicht Beamtenwelt heißt. Das "wirkliche" Dasein hat sich bis zu einem Fritz Neugebauer nicht durchgesprochen ... Es sollte der Paradoxie genügen, wenn 52 (!) Prozent der Beamten als Hackler in Pension gehen, doch nur 19 Prozent der Schwerarbeiter das tun. Aber nein. Neugebauer setzt dem Paradoxon das Krönchen auf: Mit einer absurden Verfassungsklage. Seiner Beamtenschaft hat er damit den schlechtesten Dienst erwiesen.

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