Wimmer zu Burgstaller: "Intelligente Lösungen sehen anders aus."

PRO-GE Wimmer: "Zusammenlegung der Krankenkassen der falsche Weg. Optimale Versorgung der Betroffenen in Mittelpunkt stellen."

Wien (OTS/ÖGB) - Eine klare Absage erteilt Rainer Wimmer, Bundesvorsitzender der Gewerkschaft PRO-GE, dem Vorschlag von Salzburgs Landeshauptfrau Gabi Burgstaller, die Krankenkassen zusammenzulegen. "Durch die hohe Konzentration an Aufgaben wäre nicht nur eine Steigerung der Verwaltungskosten zu befürchten, auch die zum Teil sehr spezifischen Interessen der Betroffenen könnten nicht mehr angemessen repräsentiert werden", kritisiert Wimmer. ++++

"Eine 'intelligente Lösung' im Bereich der Kosten für das Gesundheitssystem sieht sicher anders aus", ist Wimmer überzeugt. In Österreich gibt es zurzeit 22 Sozialversicherungsträger. "Österreich weist damit im Vergleich zu anderen europäischen Ländern mit Sozialversicherungssystem, die wenigsten Träger auf", weiß Wimmer. Auch der Verwaltungsaufwand sei beachtlich gering. Der gesamte Verwaltungs- und Verrechnungsaufwand der Sozialversicherung betrug 2009 im Schnitt 2,2 Prozent der Einnahmen. "Zu glauben eine Zusammenlegung wäre billiger und würde vielleicht auch noch die zweifelsfrei bestehenden Probleme der Finanzierbarkeit lösen, ist ein Irrglaube", so Wimmer. Um die steigenden Kosten für das Gesundheitssystem in den Griff zu bekommen wäre etwa "eine gemeinsame Planung, Steuerung und Finanzierung der Spitäler mit den Bundesländern sicher sinnvoller", befürwortet Wimmer den Vorschlag von Gesundheitsminister Alois Stöger.

"Die Zusammenlegung der Krankenkassen ist der falsche Weg", argumentiert Wimmer. "In den Trägerorganisationen richtet sich die Zusammensetzung der Verwaltungskörper nach der Anzahl der betroffenen Menschen und damit nach dem demokratischen Prinzip", erklärt Wimmer. Die katastrophalen Folgen einer Zusammenlegung der Krankenkassen wären "eine Kräfteverschiebung zu den Arbeitgebern und die Vernachlässigung der Interessen von ArbeitnehmerInnen." Auch Qualität und Effizienz des Sozialversicherungssystems könnten damit nicht verbessert werden. Wimmer fordert das System der österreichischen Sozialversicherung mit seinen wesentlichen Grundelementen aufrechtzuerhalten, weiter zu verbessern und auszubauen. "Statt sich über Machtverschiebungen den Kopf zu zerbrechen, sollte die Sicherstellung einer qualitativ hochwertigen Versorgung der Versicherten an oberster Stelle stehen", so Wimmer.

Rückfragen & Kontakt:

PRO-GE Presse
Barbara Trautendorfer
Tel: 01/53 444 69 264
Mobil: +43/664/61 45 925
Mail: barbara.trautendorfer@proge.at
http://www.proge.at

Die Produktionsgewerkschaft (PRO-GE) vertritt die Interessen von rund 250.000 ArbeitnehmerInnen, vorwiegend ArbeiterInnen aus dem Produktionsbereich, und wurde 2009 aus der Gewerkschaft Metall-Textil-Nahrung und der Gewerkschaft der ChemiearbeiterInnen gegründet. Vorsitzender der PRO-GE ist Rainer Wimmer.

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | NGB0001