WirtschaftsBlatt-Leitartikel: Wie sich unser Leben heuer verändern wird - von Esther Mitterstieler

Auch am Arbeitsmarkt werden die Würfel neu geworfen

Wien (OTS) - Neues Jahr, alter Kampf - gegen schlechte
Gewohnheiten, gegen augenscheinliche Auswirkungen der Krise. Streichen wir mal als ersten guten Vorsatz das Wörtchen "gegen" und ersetzen es mit "für". Also setzen wir uns für neue Spielregeln nach den ersten zwei dicken Krisenjahren in Folge der Lehman-Pleite ein, für neue Spielregeln an den Finanzmärkten, für eine europäische Wirtschafts- und Währungsunion, die ihren Namen auch verdient, und für einen offeneren Umgang mit Arbeitskräften, egal woher sie kommen.

Wir haben einige Branchen analysiert und entdeckt, dass die Krise nachhaltige Effekte nicht nur mit negativen Vorzeichen zeigt. Wer wird schon dagegen wettern, dass Unternehmen ihre Mitarbeiter kaum mehr per Business Class reisen lassen? Gleiches gilt für ein unverhofftes Recycling-Wunder in der Handysparte - mit erstaunlichen Wiederverwertungseffekten. Da wurden die abgedroschen klingenden Chancen in der Krise entdeckt und wahrgenommen.

Komplizierter wird es schon, wenn wir Gastronomie- oder Lebensmittelbranche betrachten. Die erste muss weiterhin mit weniger ausgabefreudigen Gästen rechnen, in der zweiten haben sich die Eigenmarken endgültig als großer Renner etabliert. Was das für Zulieferbetriebe und Landwirte bedeutet: Der Preiskampf wirkt sich negativ auf sie aus, und der schon fast vergessene Slogan "Geiz ist geil" scheint wieder salonfähig zu werden. Dagegen sollten wir uns wehren, weil gesunde Lebensmittel eben auch etwas kosten müssen/dürfen/sollen.

In der Autobranche hat die Krise die Chancen in EU-fernen Ländern wie China offensichtlich werden lassen, und die vormals milde belächelte Elektromobilität ist plötzlich nicht mehr wegzudenken. Kein Autobauer will sich diese geschäftliche Aussicht entgehen lassen.

Auch am Arbeitsmarkt werden die Würfel neu geworfen. Nach der Kurzarbeitswelle ist der Arbeitsmarkt flexibler geworden. Nicht zuletzt auch deshalb, weil zuerst die Leiharbeiter dran glauben mussten und, unschön gesagt, freigesetzt wurden. Was bleibt? Der nicht mehr nur zaghafte Versuch, mit Leiharbeitern Arbeitskosten zu drücken. Hier müssen die Unternehmen heuer bestimmt einen wichtigen Angelpunkt heben: Die Kosten im Griff zu haben gut und recht - nur per Cost Cutting kann man Unternehmen nicht führen. Viel schlauer ist es, den Weg von der reinen Hackler- zur Wissensgesellschaft zu gehen. Weil solche Mitarbeiter das nachweisbar beste Kapital für Firmen sind. Dann stimmen auch die Unternehmenszahlen.

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