Tiefstwert bei Unfallstatistik 2010: ÖAMTC für Fokussierung auf "Faktor Mensch"

Verkehrspsychologin des Clubs fordert neue Zielvorgaben im Verkehrssicherheitsprogramm

Wien (OTS) - 13 Prozent weniger Getötete auf Österreichs Straßen -so lautet die heute veröffentlichte Verkehrsunfallstatistik für das Jahr 2010. Insgesamt kamen heuer 548 Personen bei Verkehrsunfällen ums Leben, im Jahr 2009 waren es noch 633. Damit sind heuer die wenigsten Menschen seit Beginn der Aufzeichnungen im Jahr 1961 mit 1.640 Getöteten bei Verkehrsunfällen verunglückt. "Zwar konnte der im Verkehrssicherheitsprogramm verankerte Zielwert von 503 Getöteten im Straßenverkehr nicht erreicht werden", erläutert ÖAMTC-Verkehrspsychologin Marion Seidenberger, "dennoch sind die Zahlen nahe dran. Das heißt, Verbesserungspotenzial hin zu einer weiteren, drastischen Senkung ist eindeutig vorhanden." Seidenberger fordert: "Die Zielwerte im Verkehrssicherheitsprogramm müssen angepasst werden."

Für die ÖAMTC-Verkehrsexpertin haben mehrere Faktoren das positive Ergebnis beeinflusst: Zum einen war 2010 ein Jahr der extremen Wetteränderungen. In Regenzeiten und bei starkem Schneefall passieren zwar witterungsbedingte Unfälle. Generell führt Schlechtwetter aber dazu, dass die Autofahrer vorsichtiger oder gar nicht fahren. Zudem könnten wirtschaftliche Komponenten wie der steigende Benzinpreis insbesondere Jugendliche - jene Gruppe mit dem höchsten Unfallrisiko - dazu veranlasst haben, weniger mit dem Auto zu fahren. Außerdem führten tragische Ereignisse, wie schwere Schutzweg-Unfälle mit Kindern, sowie eine ausgezeichnete Unfallforschung, wie sie der ÖAMTC mit seinem Schutzwegetest betreibt, zur verstärkten Sensibilisierung der Bevölkerung. "Insgesamt ist das Jahr durch einen kontinuierlichen starken Rückgang der getöteten- und verletzten Personen im Straßenverkehr geprägt", resümiert ÖAMTC-Verkehrspsychologin Seidenberger.

Verbesserungspotenzial sieht die ÖAMTC-Verkehrspsychologin im Bereich Bewusstseinsbildung. "Der 'Faktor Mensch' muss noch mehr in den Vordergrund rücken", sagt Seidenberger. Immer sicherer werdende Fahrzeuge veranlassen Autolenker zur Nachlässigkeit. Viele neigen dazu, auf einfache lebensrettende Hilfen zu verzichten:
Gurtverwendung, das Anbringen einer Rettungskarte, regelmäßige Fahrzeugkontrollen oder das rechtzeitige Umrüsten auf Winterreifen machen wenig Arbeit, aber erzielen im Extremfall einen großen Effekt. "Den wenigsten ist bewusst, dass manche Sicherheitseinrichtungen eines Autos, wie beispielsweise Airbags, ihre Wirkung verlieren, sobald kein Gurt verwendet wird", klärt die ÖAMTC-Verkehrspsychologin auf. Auch Alkohol- und Drogenkonsum, riskantes Fahrverhalten und Selbstüberschätzung sowie Unachtsamkeiten durch die Bedienung von Mobiltelefonen oder Navigationsgeräten während der Fahrt sind Unfallursachen, die der Autolenker selbst verhindern kann.

Tödlich Verunglückte nach Bundesländern

Insgesamt gab es in allen Bundesländern einen Rückgang bei den tödlich verunfallten Personen, nur in Kärnten sind es ebenso viele wie im Vorjahr. Die meisten Manschen kamen in Niederösterreich (162) ums Leben, gefolgt von Oberösterreich (116), Steiermark (79), Kärnten (42), Salzburg (41), Tirol (39), Wien (27), Vorarlberg (22) und dem Burgenland (20).

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